FilmWelt: Hostel 2

Schon an „Hostel“, dem Vorgänger dieses Machwerks, gab es genug zu kritisieren. Was bleibt also für „Hostel 2“, der es in keinem Bereich besser macht und sogar die Story von Teil 1 kopiert? Richtig, die niedrigste Wertung. Mehr nicht.

Gesamteindruck: 1/7


Reine Geldschneiderei.

Als „Hostel“ (2005) in die Kinos (bzw. auf DVD) kam, konnte ich zumindest ansatzweise verstehen, dass ein solcher Film das Publikum polarisieren würde. Ich persönlich gehörte weniger wegen der exzessiven Gewaltdarstellungen, sondern wegen der dünnen Story nicht gerade zu den Fans des Streifens. Die genauen Gründe kann man in der entsprechenden Rezension nachlesen. Unverständlich ist mir hingegen, wie Fans des ersten Teils von diesem Sequel derartig begeistert sein können – zumindest war das damals in diversen Reviews zu lesen. Ich habe mir Teil 2 angesehen, weil ich wissen wollte, ob sich Eli Roth verbessern konnte, ob die zum Teil guten Ideen aus Teil 1 weiterentwickelt und diesmal besser in Szene gesetzt wurden.

Zwei Weiterentwicklungen gibt es zu vermelden. So wird einerseits die Täterseite zumindest ein wenig beleuchtet, andererseits mit einem „Internetauktionshaus“, wo auf die Opfer geboten wird, ein wenig mehr vom elektronischen Zeitalter hinzugefügt. Zwei grundsätzlich gute Ideen. Mehr als einen Punkt und den Eintrag in die World of Shame ist der Film aber dennoch nicht wert. Sowohl Kulissen, als auch Kameraführung, Schnitt und Ton wurden offenbar direkt aus Teil 1 übernommen. Das wäre nicht weiter schlimm (wird in Fortsetzungen ja immer mal wieder so gemacht), wenn nicht die Story exakt die gleiche wäre. Der Riesenunterschied: Statt Rucksacktouristen gehen diesmal Kunststudentinnen auf die Reise. Auch in der schauspielerischen Darbietung kann man keine große Verbesserung feststellen.

Aus ökonomischer Sicht hat sich das Ganze sicherlich gelohnt – Teil 1 zog genug Publikum ins Kino und auch Teil 2 war alles andere als ein Flop (ist wohl bei beiden Teilen auf die „Präsentiert von Quentin Tarantino“ Aufkleber zurückzuführen). Besser macht das keinen von beiden Filmen. Den dritten Teil wollte ich mir daher nicht mehr geben – vielleicht irgendwann einmal.

Gesamteindruck: 1/7


Originaltitel: Hostel: Part II
Regie: Eli Roth
Jahr: 2007
Land: USA
Laufzeit: 91 Minuten
Besetzung (Auswahl): Lauren German, Roger Bart, Heather Matarazzo, Bijou Phillips, Richard Burgi



 

FilmWelt: Hostel

Eli Roth scheint nicht ganz sicher gewesen zu sein, wen er mit seinem Film eigentlich erreichen wollte. Für anspruchsvolle Kinobesucher ist „Hostel“ nichts, kann und will er wohl auch nicht sein. Für Splatter-Fans sind die brutalen Szenen zu selten bzw. kommen zu spät, für Freunde des gepflegteren Horrors ist die Handlung trotz der guten Grund-Idee zu seicht. Hier wäre eindeutig mehr drin gewesen, so bleiben 4 Punkte, vor allem für die gute Idee und die Bilder (inklusive Kulissen) bzw. den passenden Ton.

Gesamteindruck: 4/7


Eli Roth zwischen den Stühlen.

Dass sich an einem Film wie diesem die Geister scheiden würden, war bereits im Vorhinein klar. Dieser Umstand dürfte auch einem allgemeinen Wertewandel geschuldet sein: Was früher maximal in Videotheken oder nur über Import zu haben war, läuft heute im Kino. Allein schon das hinterlässt – unabhängig vom Inhalt des betreffenden Films – ein zwiespältiges Gefühl. Die Underground-Splatter-Freaks sehen sich auf einmal der Situation gegenüber, dass ein größeres Publikum über ihr Lieblingsgenre diskutiert, die „Normalverbraucher“ finden es nicht in Ordnung, dass plötzlich auch solche „Machwerke“ (aus ihrer Sicht) in den großen Kinos zu sehen sind. Dass hier die Emotionen hochkochen liegt in der Natur der Sache.

Mit „Hostel“ setzte sich Regisseur Eli Roth 2005 direkt zwischen die Stühle. Die Folterszenen sind abartig, blutig, abstoßend und somit für die Zielgruppe wohl als gut gelungen zu bezeichnen (nebenbei: dass im Film solche Szenen vorkommen sollten man natürlich vorher wissen und ihn sich dementsprechend ansehen oder eben nicht). Auch die grundsätzliche Idee eines völlig enttabuisierten Ortes, an dem einfach alles ohne Konsequenzen getan werden kann, war damals noch neu und unverbraucht. Außerdem ist dem Regisseur ein gewisser Hang zu schwarzem Humor, der recht gut gelungen ist, nicht abzusprechen. Gut in Szene gesetzt sind auch die Kulissen, die man so oder so ähnlich mittlerweile zwar aus mehreren Streifen kennt, die jedoch nichts an ihrer Intensität eingebüßt haben.

Woran es jedoch mangelt, ist die Umsetzung dieser Zutaten in einen sehenswerten Film. Die blutigen Szenen mögen in Ordnung sein, kommen jedoch erst so spät und auch selten im Film, dass reine Splatter- und/oder Horror-Fans kaum zufrieden sein dürften. Im Gegenzug ist die Story, die direkt in die Folterkammer führt, auch nicht dazu angetan, „gewöhnliche“ Horrorfans bei der Stange zu halten. Wieder einmal werden ein paar junge, hübsche Amerikaner auf ihrer Urlaubsreise gefangen genommen und grausam ermordet. Dass sich dahinter die Motive des Menschenhandels und des offenbar latent im Menschen vorhandenen Sadismus verbergen, klingt durch den schwachen Aufbau und die flachen Charaktere eher nach einer Ausrede, um überhaupt eine Rechtfertigung für das Ganze zu haben. Gerade durch die mangelhafte Umsetzung dürfte diese tiefere Botschaft (so es sie überhaupt gibt), an den meisten Zusehern einfach vorbeilaufen. Auch die Nacktszenen, die sich in der ersten Hälfte des Filmes aneinanderreihen, sind nicht dazu geeignet, den sehr dünnen Handlungsfaden zu kräftigen. Die durchwachsene schauspielerische Leistung hingegen mit dem knappen Budget zu rechtfertigen (wie es mancherorts in Rezensionen getan wird), ist nicht mehr als eine Ausrede – schließlich zeigt „Saw“, was man im Bereich einer preisgünstigen Produktion wirklich erreichen kann.

Gesamteindruck: 4/7


Originaltitel: Hostel
Regie: Eli Roth
Jahr: 2005
Land: USA
Laufzeit: 90 Minuten
Besetzung (Auswahl): Jay Hernández, Derek Richardson, Barbara Nedeljáková, Rick Hoffman, Takashi Miike



 

FilmWelt: Hell – Gefangene des Jenseits

Grausam. Ein Attribut, das nicht nur auf die Folterszenen zutrifft, die den Protagonisten in diesem Machwerk widerfahren. Nein, auch der Film selbst ist grausam – zu denen, die ihn sich ansehen. In passender Runde mit ein paar Bierchen intus mag das alles vielleicht seine Faszination haben. Aber in der objektiven Betrachtung kann man an „Hell – Gefangene des Jenseits“ eigentlich nichts finden, das eine bessere Bewertung rechtfertigen oder gar für einen Kauf oder auch nur eine Ansehen des Films sprechen würde.

Gesamteindruck: 1/7


Nicht von der Verpackung täuschen lassen.

Zuerst das Positive: „Hell – Gefangene des Jenseits“ (Thailand, 2005; nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Film von Tim Fehlbaum aus 2011) ist in unseren Breiten offenbar nur mehr schwer käuflich zu erwerben. Dabei gab es den Film damals auf DVD bei uns im normalen Handel – und das sogar sehr schön. in einem edel wirkenden, stimmungsvollen Steelbook (das mich zum Kauf verleitet hat). Mehr Pluspunkte gibt es eigentlich nicht, es sei denn man ist gerade in der Pubertät und zählt den Schockeffekt, den manche Eltern beim Auffinden des Filmes im DVD-Regal ihrer Sprösslinge vielleicht haben, ebenfalls zur Kategorie „sehenswert“. Da es den meisten Eltern heute aber egal zu sein scheint, was sich ihre Kinder so reinziehen, fällt wohl auch dieser Moment weg.

Zu den Schattenseiten dieses Werkes zählt als zuallererst die wirre Story. Grundsätzlich ist die Idee, aufzuzeigen, was mit den Sündern nach ihrem Tod passiert, recht innovativ und alles andere als schlecht. Es hapert jedoch gewaltig an der Umsetzung. Zum einen sind die Protagonisten nämlich gar nicht richtig tot, sondern eher in einer Art Zwischenwelt. Damit könnte man noch leben, wenn die Geschichte nicht so manchen verwirrenden Gedankensprung zwischen immer gleichförmigen Fluchtszenen nehmen würde. Auch ist es schwer zu glauben, dass mystische Wesen wie Teufel und Dämonen in ihrem eigenen Reich nicht in der Lage sein sollen, ein paar flüchtende Seelen aufzuspüren. Das wirkt lächerlich und bestenfalls unfreiwillig komisch. Auch das Ende des Filmes ist vorhersehbar und wenig durchdacht. Spannung kommt also kaum einmal auf.

Ein weiteres Manko ist die Aufmachung des Filmes selbst. Die Szenerie wirkt wie ein trostloser, öder Steinbruch. Die merkwürdige Farbgebung finde ich hingegen sogar relativ gelungen und der kargen Landschaft angemessen. Weniger gut ist hingegen, dass die Kostüme der Dämonen unfreiwillig komisch und absolut nicht furchteinflößend wirken. Auch die Folterszenen, die zwar filmisch gut umgesetzt wurden, wirken im Endeffekt nicht beängstigend, da kurz darauf anscheinend alles wieder heil ist. Die biedere schauspielerische Leistung (durch die schlechte Synchronisation noch verstärkt) tut ihr übriges zum katastrophalen Gesamteindruck.

So kann man dem Ganzen im Endeffekt eigentlich auch bei allem guten Willen nicht mehr als einen Punkt geben. Etwas Positives gibt es aber dennoch zu berichten: Wer sich diesen Film gekauft hat, wird sich wohl so schnell nicht mehr von einer schicken Verpackung und einem interessanten Klappentext täuschen lassen!

Gesamteindruck: 1/7


Originaltitel: นรก. (Narok)
Regie: Thanit Jitnukun
Jahr: 2005
Land: Thailand
Laufzeit: 90 Minuten
Besetzung (Auswahl): Wuttinan Maikan, Nathawan Woravit, Baworanrit Chantasakda



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