FilmWelt: Der Hauptmann

Der Gedanke, dass Kleider Leute machen, ist nicht neu und hat seinen fixen Platz in Kunst, Literatur und Film; gerne wird der Hochstapler dabei als liebenswerter Tölpel dargestellt. „Der Hauptmann“ ist hingegen eine durchwegs verstörende Variante dieses Themas. Das wäre auch der Fall, wenn die Handlung fiktiv wäre – dass der Film allerdings auf Ereignissen basiert, die tatsächlich so stattgefunden haben, sorgt für ein besonders beklemmendes Gefühl. Wie genau das filmische Porträt eines Kriegsverbrechers den tatsächlichen Begebenheiten entspricht, wage ich nicht zu beurteilen – ein sehenswerter Film ist unter der Regie von Robert Schwentke in jedem Fall entstanden. 

Gesamteindruck: 7/7


Kleider machen Leute.

Die meisten heute lebenden Menschen stellen sich die Zeit des Nationalsozialismus so vor, wie man sie aus zahlreichen Film- und Fotodokumenten kennt: Schwarz-Weiß. An dieser ganz speziellen Sichtweise auf das dunkelste Kapitel in der Geschichte Europas ändern auch nach-kolorierte Dokumentationen und eine Vielzahl an Kriegsfilmen in Farbe nichts. Genau dieses kollektive Bild einer schwarz-weißen Epoche macht sich „Der Hauptmann“ zu Nutze. Übrigens ist das nicht der erste Film, der so gedreht wurde – man denke z.B. an „Schindler’s Liste“, der durch den Wegfall der gewohnten Farben ebenfalls eine ordentliche Schippe an Düsterkeit gewinnt.

Inhalt in Kurzfassung
Deutschland, Anfang April 1945: Der Gefreite Willi Herold, ein Deserteur, findet hinter der Front in einer Feldkiste die Uniform eines Offiziers. Er nutzt diese Gelegenheit, um sich neu einzukleiden und stellt schnell fest, dass Uniform und forsches, selbstbewusstes Auftreten tatsächlich reichen, um als Hauptmann durchzugehen. In weiterer Folge gelingt es ihm, eine Anzahl an versprengten Soldaten um sich zu scharen und ohne jemals Marschbefehl oder Soldbuch vorweisen zu müssen, der Feldgendarmerie zu entgehen. Schließlich übernimmt der vermeintliche Hauptmann sogar das Kommando über ein Gefangenenlager und nutzt seine neue Stellung gnadenlos aus.

Ironie des Schicksals: Der Fahnenflüchtige Willi Herold wird dank einer zufällig gefundenen Uniform zum Hochstapler, der sich schließlich zum Richter und Vollstrecker aufschwingt und seinerseits die Beseitigung von Deserteuren befiehlt, oft auch selbst erledigt. Das alles ohne, dass der junge Mann jemals einen Befehl dazu erhalten hätte, sondern offenbar nur deshalb, weil er es kann. Was macht den Reiz einer solchen Geschichte aus?

Einerseits ist da die Realität des Gezeigten. „Der Hauptmann“ ist echt, so – oder zumindest so ähnlich – ist es 1945 passiert. Es ist also nicht möglich, den unbequemen Fragen, die der Film aufwirft, zu entkommen, weil es eben keine Fantasie ist, die da auf den Zuschauer hereinprasselt. Es gab in der Endphase des 2. Weltkrieges tatsächlich einen 21-jährigen (!) Soldaten, der – vermutlich desillusioniert und verängstigt – von seiner Einheit getrennt wurde, eine Uniform anzog und der damit einhergehenden Macht unterlag. Ob Willi Herold erst durch die Offiziersuniform zum gewissenlosen Mörder wurde oder diese Anlagen schon vorher (als Gefreiter oder vielleicht noch früher) in sich trug, ist ein Thema, über das man automatisch nachdenkt, wenn man den Film gesehen hat.

Andererseits reicht der Film weit über die Frage nach Moral und Anstand der Person Willi Herold hinaus. Als Zuseher sieht man sich ständig mit der Überlegung konfrontiert, wie man selber handeln würde. Die Uniform verspricht Macht – und gewährt sie in jenem System auch. Und zwar so sehr, dass alle Grenzen, Gesetze und Normen, die es sogar in dieser finsteren Zeit gab, aufgehoben werden und der Träger der Uniform tatsächlich tun und lassen kann, was er will. Dass das eine Versuchung ist, werden die Wenigsten bestreiten können, es bleibt zu hoffen, dass man seine Macht besser eingesetzt hätte, als der vermeintliche Hauptmann es getan hat. Das gilt übrigens auch für die Männer, die er um sich schart und die zum Teil zu ahnen scheinen, dass es mit der unbeschränkten Vollmacht, verliehen vom „Führer“ höchstpersönlich, nicht so weit her ist. Wer hätte es an deren Stelle wohl gewagt, sich den Befehlen offen zu widersetzen? Unbequeme Fragen, fürwahr. Darum ertappt man sich wohl häufiger dabei, Willi Herold als „Kind seiner Zeit“ abzutun und damit praktisch zu entschuldigen, als es dem reflektierten Zuseher lieb sein kann. Denn gerade der Beginn des Films zeigt den späteren Henker vom Emsland als normalen, verängstigten, jungen Mann, mit dem sich jeder Kriegsgegner gut identifizieren kann.

Sauber inszeniert.

„Der Hauptmann“ bietet also einige moralisch-philosophische Denksportaufgaben. Angesichts dessen gerät fast ein wenig in den Hintergrund, dass der Film handwerklich sehr gut gemacht und inszeniert ist. Das Schwarz-Weiß funktioniert ausgezeichnet, ist zum Einen geeignet, die trostlose Endzeit-Stimmung im kurz vor dem Zusammenbruch stehenden deutschen Reich einzufangen, bedient zum Anderen unser kollektives Geschichtsbild (siehe oben) und sorgt drittens dafür, dass man als Zuseher auf andere Dinge achtet als auf leuchtend rotes Filmblut. Der Wahnsinn, der auf der Leinwand dargestellt wird, verstärkt sich durch die Geräuschkulisse des Krieges, industriell anmutender Musik und den Schlagern aus jener Zeit. All das verbindet sich zu einem Strudel aus Gewalt und Irrsinn, der den Zuseher ab und an mitten ins Geschehen zu reißen scheint.

Die Handlung ist bei einer filmischen Biografie ohnehin vorgegeben. Einige Freiheiten wird sich der Regisseur sicher genommen haben, wirklich störend ist das nicht. Maximal die Szene, in der der Hochstapler nach seiner ersten Gefangennahme und dem Verhör entkommt, mutet merkwürdig an. Auch, dass nicht erzählt wird, wie Willi Herold 1946 den Tod fand, fand ich ein wenig unglücklich (er wurde übrigens von der britischen Militärregierung hingerichtet). Abgesehen davon finde ich am Gesamtpaket nichts auszusetzen. Noch ein Wort zu den Darstellern: Sie alle machen ihre Sache sehr gut. Vor allem der junge Schweizer Max Hubacher kann in der Hauptrolle glänzen und vermag ein sehr mulmiges Gefühl beim Zuseher auszulösen. Erwähnenswert auch der einzige moralische Kontrapart im Film, personifiziert durch Milan Peschel, der als Gefreiter Freytag gleichzeitig der erste ist, der sich Herold anschließt, später aber als einziger Bedenken hat. Freilich hindert das auch ihn letztlich nicht daran, sich an den Verbrechen zu beteiligen, die der „Hauptmann“ befiehlt.

Als persönliche Randnotiz sei angemerkt, dass ich es erstaunlich finde, wie es Herold in dem von schwerfälliger und überbordender Bürokratie gekennzeichneten NS-Staat gelungen ist, unerkannt zu bleiben. Auch, wenn es nicht lange währte, ist doch bemerkenswert, wieviel Unheil er in dieser Zeit anrichten konnte, ohne, dass es einen wie auch immer gearteten Befehl dazu gegeben hat. Einerseits zeugt das vermutlich von unglaublichem Charisma, andererseits hatte er es wohl nicht allzu schwer, Erfüllungsgehilfen zu finden, die ihn gewissenlos bei seinem Tun unterstützt haben. Was davon bedenklicher ist, kann man kaum beurteilen – fest steht jedoch, dass Willi Herold gemordet hat, weil er a) die Gelegenheit hatte und b) es von sich aus tun wollte. Denn einen Befehl dazu hatte er nie.

Fazit: Volle Punktezahl für ein rundum gelungenes Porträt und einen stimmungsvoll-düsteren Film, der keine Längen aufweist. Sowohl inhaltlich als auch handwerklich hat sich Regisseur Robert Schwentke hiermit ein Denkmal gesetzt.

Gesamteindruck: 7/7


Originaltitel: Der Hauptmann
Regie: Robert Schwentke
Jahr: 2017
Land: GER, FRA, POL
Laufzeit: 119 Minuten
Besetzung (Auswahl): Max Hubacher, Milan Peschel, Frederick Lau, Waldemar Kobus, Alexander Fehling



 

SpielWelt: The Elder Scrolls V: Skyrim

War „Skyrim“ tatsächlich das Spiel des Jahres 2011? Für mein Gefühl: Ja, wobei ein paar kleinere Mängel und Fehler die Höchstwertung für die ursprünglich verkaufte Version verhindert hätten. Mittlerweile ist das längst durch Patches behoben und auch die Modding-Community hat einmal mehr tolle Arbeit geleistet. Der Spielspaß selbst, also rein das Eintauchen und sich Bewegen in der Welt von „Skyrim“ war hingegen von Anfang an die volle Punktezahl wert. Allen „The Elder Scrolls“Neulingen sei aber gesagt, dass auch „Skyrim“ ein Spiel ist, das einiges an Einarbeitungszeit und Geduld braucht, um sein volles Potential zu entfalten.

Gesamteindruck: 7/7


Nach wie vor Meister seiner Klasse.

Aus meiner Sicht war Teil 3, „Morrowind“ (2002), der bisherige Höhepunkt der „The Elder Scrolls“-Reihe. „Oblivion“ (2006) war zwar ebenfalls ein gutes Spiel, aber mir persönlich zu glatt und steril – vom suboptimalen Level-System als größtem Minuspunkt ganz zu schweigen. „The Elder Scrolls V: Skyrim“ ist grafisch auf jeden Fall auch anno 2015 noch top – es gibt zwar gelegentliche Grafik- und Clipping-Fehler, ansonsten konnte ich in unzähligen Spielstunden optisch keine Probleme ausmachen. Wobei nicht verhehlt werden darf, dass einige Texturen in der ursprünglich veröffentlichten Version leider nur Konsolenqualität aufwiesen – besonders bei der Konstellation „Schnee auf Steinboden“ zu bemerken. Linderung verschafften, wie es mittlerweile üblich geworden ist, diverse Mods aus der Community – daher sieht „Skyrim“ inzwischen noch einmal wesentlich besser aus und kann nur das Prädikat „wunderschön“ erhalten. Der Soundtrack ist wie gewohnt ebenfalls ausgezeichnet und passt hervorragend zu den nördlichen Gefilden, in denen sich der Spieler bewegt. Bugs und Abstürze kommen kaum vor, zumindest nicht, wenn immer die neuesten Patches installiert sind.

Ein kleiner Minuspunkt sind die Ladezeiten, die mir gefühlsmäßig ein wenig länger als in „Oblivion“ erscheinen. Es gibt aber leider auch ein paar gravierende technische Mängel, die nicht unerwähnt bleiben sollen: Die Menüführung ist zu „konsolig“, da wäre wesentlich mehr Anpassung für die PC-Version wünschenswert gewesen. Vor allem im Skill- und Aufstiegsmenü fällt das negativ auf, da man hier eine gelungene Mausunterstützung vergeblich sucht. Auch die Weltkarte ist nicht mehr ganz so leicht zu erreichen und alles andere als übersichtlich; durch einige Umstellungen muss man sich generell ein wenig umgewöhnen, beispielsweise ist die Hotkey-Belegung wesentlich umständlicher geworden. Beim Reiten wurde die First-Person-Perspektive gestrichen, die Steuerung des Pferdes empfinde ich als Zumutung. Dementsprechend verzichte ich auf das Reiten komplett. Letztlich ist auch die KI nicht das Gelbe vom Ei. Begleiter bleiben hängen, Gegner „übersehen“ den Spieler und verhalten sich generell nicht sehr schlau. NPCs unterhalten sich gelegentlich über mehrere Räume hinweg miteinander und es gibt in Konversationen allgemein oft ein regelrechtes Stimmenchaos. Sehr gut gelungen ist dafür diesmal das Schlösserknacken – das System entspricht dem der „Fallout“-Reihe und ist nicht mehr ein solches Reaktions-Abenteuer wie in „Oblivion“.

An der Spielmechanik hat sich ebenso einiges geändert, leider nicht immer zum Guten. Das Questlog war beispielsweise schon immer eine Schwäche von Bethesda. Daran ändert sich – trotz einiger neuer Funktionen – leider auch in „Skyrim“ nichts. Vor allem die unzähligen Nebenquests, die unter „Miscellanous“ (englische Version) zusammengefasst werden, sind ein so noch nie gesehener Ausbund an Unübersichtlichkeit. Dort werden die Aufgaben praktisch ohne Erklärung abgelegt, es gibt weder Infos zum Hintergrund, noch zum Auftraggeber. Hier verlässt sich das Spiel zu sehr auf die Quest-Markierungen auf der Karte, was meiner Ansicht eine schlechte Lösung ist. Vor allem wenn das Questlog überquillt, weil man praktisch in jedem Dorf weitere Aufträge, die unter „Miscellanous“ fallen, erhält, ist das ein echter Atmosphäre-Killer: Man verfällt ob der Masse an Nebenaufgaben schnell in stures Abarbeiten und kümmert sich nicht mehr um die Hintergrundgeschichten der einzelnen Aufgaben. Das ist schade – manche Quests sind zwar simpel wie das berüchtigte „Besorge x Stück von Y“, andere sind aber ausgesprochen liebevoll gestaltet. Nur weiß man das nach ein paar Stunden nicht mehr, man vergisst einfach, wieso man dieses oder jenes gerade erledigt, bringt es nur schnell hinter sich, damit wieder was erledigt ist. Das hat meines Erachtens viel damit zu tun, dass Details im Questlog völlig fehlen.

Nicht ganz so schlimm, aber dennoch erwähnenswert: Warum in Sheogoraths Namen hat man die „Anziehpuppe“ aus dem Inventar gestrichen, auf die man Ausrüstungsgegenstände ziehen kann? Dieses System hat sich doch in unzähligen Rollenspielen bewährt und ich kann mir keinen Grund vorstellen, warum man das geändert hat. Wirklich schade, das erschwert aus meiner Sicht die Identifikation mit Charakter und Ausrüstung. Ein Nachteil ist auch, dass Questgegenstände ein Gewicht haben – das ist zwar realistisch, nimmt aber natürlich gerade bei körperlich schwächeren Charakteren viel Platz im Inventar weg.

Eine große Änderung betrifft das Aufstiegs-, Skill- und Charaktersystem. Auf das händische Verteilen von Fertigkeitspunkten nach dem Level-up wird in „Skyrim“ völlig verzichtet. Werte werden nur mehr durch Benutzen einer Fertigkeit gesteigert, beim Stufenaufstieg (für den man nicht mehr schlafen muss) gilt es, Spezialfähigkeiten zu verbessern. Das Klassensystem wurde völlig gestrichen, was einerseits schade ist, da so eine weitere Identifikationsmöglichkeit mit dem Charakter wegfällt, andererseits den Zwang aufhebt, das ganze Spiel auf die gleiche Art und Weise durchspielen zu müssen. Damit spielt allerdings auch die Auswahl der Rasse keine so große Rolle mehr, wenngleich es natürlich unterschiedliche Boni gibt. Das alles ist zunächst gewöhnungsbedürftig, aber dennoch ganz gut gelöst – auch wenn es wie ein entbehrlicher Schritt in Richtung „Casualisierung“ erscheint. Trainingsmöglichkeiten bei Lehrern gibt es übrigens weiterhin.

Das Kampfsystem gleicht den Vorgängern und besteht im Nahkampf im Wesentlichen aus klicken, klicken und noch mal klicken. Mich persönlich stört das nicht, und Bethesda-Veteranen wissen ja, worauf sie sich einlassen. Neu ist die Möglichkeit, linke und rechte Hand separat auszurüsten, es ist also endlich auch der Kampf mit zwei Schwertern möglich. Crafting und Alchemie wurden meiner Ansicht nach verbessert – es ist nicht mehr nötig, die entsprechende Ausrüstung mitzuschleppen, man kann an jedem Ort, wo die entsprechenden Werkbänke stehen, Gegenstände herstellen und verbessern. Dass sich Rüstungen und Waffen nicht mehr abnutzen finde ich hingegen schade, aber das läuft eher unter „Geschmacksache“.

Wichtiger als die Technik sind aber so oder so die Inhalte. In der Hauptgeschichte beginnt man in liebgewonnener Tradition als Gefangener. Danach erfährt man nach und nach seine wahre Bestimmung und schlägt sich durch verschiedenste Aufgaben; wie das Finale einer solchen Geschichte aussieht, können sich Rollenspielveteranen denken. Insgesamt ist die Story recht abwechslungsreich und doch um einiges besser gelungen als in „Oblivion“. Neue Maßstäbe werden in diesem Bereich aber erwartungsgemäß nicht gesetzt – auch das ist schon Tradition bei den „The Elder Scrolls“-Titeln. Schade ist es trotzdem… Heimlicher Höhepunkt der letzten Bethesda-Spiele waren allerdings sowieso immer die frei begehbare Welt und die zahllosen Nebenmissionen und Überraschungen, auf die der Spieler auf seinen Reisen trifft. In diesem Bereich macht „Skyrim“ praktisch alles richtig. In der schroffen Landschaft des Nordens trifft man fast auf Schritt und Tritt auf interessante Orte und Gesprächspartner mit unterschiedlichen Sorgen und Nöten. Laut Hersteller stecken in „Skyrim“ rund 300 Stunden Spielspaß – ob dem wirklich so ist, kann von mir nach wie vor nicht beurteilt werden. Die Questdichte macht aber bereits nach kurzer Zeit deutlich, dass es durchaus so sein kann, wobei man aber auch immer wieder mit sehr ähnlichen Sammel-Aufgaben rechnen muss. Aus einem großen Fehler von „Oblivion“ hat man übrigens gelernt: Höhlen, Verliese und andere Orte wirken nicht mehr wie aus dem Baukasten. Nahezu jeder Dungeon hat sein eigenes Design und scheint tatsächlich handgemacht zu sein. Damit wird eine neue Lust am Entdecken geweckt, mit der man schon beinahe nicht mehr gerechnet hat. Zusätzlich gibt es einige Anspielungen auf die Vorgänger, die beliebten Daedra-Schreine sind wieder dabei und man kann natürlich verschiedenen Gilden und Fraktionen beitreten und deren Aufträge erfüllen – mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen. Hier hat Bethesda tatsächlich ein tolles Rundum-Paket geschnürt.

Gesamteindruck: 7/7


Genre: Rollenspiel
Entwickler:
Bethesda Game Studios
Jahr: 2011
Gespielt auf: PC


 

FilmWelt: Tremors

Dieser Film mit Kevin Bacon und Fred Ward verdient das Prädikat „Kult“. Ich hatte ihn bereits vor rund 20 Jahren im TV gesehen und auf Video aufgenommen – diese Kassette habe ich mir so oft wie kaum eine andere angesehen. Da eine solche Aufnahme natürlich nicht das Gelbe vom Ei ist (vor allem mit Werbepausen) bin ich froh, dass es den Film inzwischen auch auf DVD gibt.

Gesamteindruck: 7/7


Super Persiflage auf das Monster-Horror-Genre.

Wer hier einen „ernsten“ Horrorfilm (was immer das auch sein mag…) erwartet, wird maßlos enttäuscht sein. Wir haben es hier mit einer Persiflage auf das Monster-Horror-Genre zu tun, die ihresgleichen sucht, allein schon der unsägliche deutsche Titel („Im Land der Raketenwürmer“, anyone?) weist unmissverständlich darauf hin. Vor allem der gewaltige Wortwitz zwischen den beiden Hauptdarstellern (Ward und Bacon als „Spezialarbeiter“, d. h. zwei Typen, die um über die Runden zu kommen jede Arbeit machen, die gerade so anfällt) macht die „Raketenwürmer“ so sehenswert. Die Dialoge sind wirklich witzig, dabei jedoch weit vom unfreiwilligen (?) Humor vieler B-Horror-Streifen wie „Braindead“ und Konsorten entfernt.

Die Spezialeffekte (wenn man die Würmer überhaupt so nennen will), waren wohl auch 1990 nicht mehr akzeptabel, fügen sich aber perfekt ins satirische Gesamtbild ein. Aus heutiger Sicht ist es geradezu erfrischend, nicht vom Computer animierte, unförmige Monster zu sehen, sondern etwas, das offenbar aus Leder und Gummi zusammengebastelt wurde. Die schauspielerische Leistung ist auch neben Ward und Bacon alles andere als schlecht – die weitgehend unbekannte Truppe liefert sogar sehr gute Arbeit ab und verkörpert die klischeebeladenen, amerikanische Wüsten-Kleinstadtbewohner hervorragend.

Alles in allem ein Film, den Fans der gepflegten Satire unbedingt gesehen haben müssen.

Gesamteindruck: 7/7


Originaltitel: Tremors
Regie: Ron Underwood
Jahr: 1990
Land: USA
Laufzeit: 92 Minuten
Besetzung (Auswahl): Kevin Bacon, Fred Ward, Finn Carter, Victor Wong


Filmvorschau (Englisch)


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