MusikWelt: Iron

Ensiferum


Das Zweitwerk der finnischen Band Ensiferum wird den hohen Erwartungen, die mit dem exzellenten Debüt „Ensiferum“ (2001) gesteckt wurden, aus meiner Sicht sehr gut gerecht. Da mir sowohl der Vorgänger als auch der Nachfolger „Victory Songs“ insgesamt eine Spur besser gefallen, „Iron“ aber alles andere als schlecht ist, vergebe ich hier gute sechs Punkte. Fans der Band und Freunde folkiger Melodien mit aggressivem Gesang können auf jeden Fall bedenkenlos zugreifen.

Gesamteindruck: 6/7


Zweitwerk, das die hohen Erwartungen erfüllt.

Von den zehn Songs, die uns Ensiferum auf „Iron“ kredenzen, sind zumindest sechs außerordentlich gut gelungen. Das Titelstück bietet beispielsweise eingängiges, markantes Riffing, das von fanfarenhaften Keyboards unterlegt ist, an deren Klang man sich allerdings erst einmal gewöhnen muss. Ist das passiert, wird man das Hauptthema kaum noch los – eignet sich auch sehr gut, um live („Tätätädä-Tätätädä!“) für Stimmung zu sorgen. „Into Battle“ ist hingegen die Fortführung des „Battle Song“, was leicht an der Ähnlichkeit in Namen und Text zu bemerken ist. Das Stück ist fast genauso gut gelungen wie der „Vorgänger“, hier hat man nichts anbrennen lassen. Interessant sind auch die beiden ruhigeren Lieder: „Lost In Despair“ ist eine klassische Ensiferum-Ballade mit rauem Klargesang, die auf einer Stufe mit „The Wanderer“ von „Victory Songs“ (2007) steht. „Tears“ ist eher ungewöhnlich – hier gibt es Frauengesang zu hören. Mutige Entscheidung, die sich lohnt – der Song passt zwar nicht ganz zum restlichen Material, gefällt aber ob seiner Außergewöhnlichkeit dennoch sehr gut. Ebenfalls stark: das sanft beginnende und sich danach immer mehr steigernde „LAI LAI HEI“, bei dem zum Teil auf Finnisch gesungen wird. Das alles wird lediglich von „Tale Of Revenge“ in den Schatten gestellt – eine echte Hymne mit unwiderstehlicher Keyboardmelodie und außergewöhnlicher Gesangslinie in der Bridge – exzellent umgesetzt und extrem eingängig, vereint das Stück alle Trademarks der Band in sich.

Unter den restlichen vier Songs befinden sich zwei Instrumentals, die ja immer Geschmacksache sind. Mir gefallen beide recht gut, unbedingt brauche ich solche Tracks aber nicht. Lediglich „Sword Chant“ (mit etwas merkwürdig klingendem Gesang) und „Slayer Of Light“ (trotz bretthartem, thrashigem Riff) fallen ein wenig ab, haben keinen allzu großen Widererkennungswert.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Ferrum Aeternum – 3:28 – 5/7
  2. Iron – 3:53 – 6/7
  3. Sword Chant – 4:44 – 5/7
  4. Mourning Heart (Interlude) – 1:23 – 4/7
  5. Tale of Revenge – 4:30 – 7/7
  6. Lost in Despair – 5:37 – 7/7
  7. Slayer of Light – 3:10 – 5/7
  8. Into Battle – 5:52 – 6/7
  9. LAI LAI HEI – 7:15 – 7/7
  10. Tears – 3:20 – 7/7

Gesamteindruck: 6/7 


Ensiferum auf “Iron” (2004):

  • Jari Mäenpää – Vocals, Guitar
  • Markus Toivonen – Guitar, Vocals
  • Jukka-Pekka Miettinen – Bass
  • Oliver Fokin – Drums, Percussion
  • Meiju Enho – Keyboards
  • Kaisa Saari [Guest] – Vocals, Tin Whistles

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MusikWelt: Ensiferum

Ensiferum


Das selbstbetitelte Debüt der „Schwertträger“ aus Finnland atmet mit jeder Note unglaubliche Frische, unbändige Kreativität und viel zu selten gehörte Spielfreude. Garniert mit dem Gefühl des Hörers, dass hier etwas Großes entsteht – zu Recht, wie die weitere Karriere von Ensiferum gezeigt hat. Auf „Ensiferum“ gibt es im Endeffekt tatsächlich nur Hymnen. Sogar der schwächste Song des Albums ist immer noch 5 von 7 Punkten wert. Viel besser kann man sein Debüt eigentlich nicht abliefern.

Gesamteindruck: 7/7


Hymnen für die Schlacht.

Zugegeben, die Überschrift zu dieser Rezension lehnt sich an den Manowar-Klassiker „Battle Hymns“ an. Grund dafür ist ganz einfach, dass man auch beim Genuss des selbstbetitelten Debüts von Ensiferum vom ersten Takt an heroisches Schlachtengetümmel und große Helden alter Zeiten vor sich sieht.

Bereits der Opener „Hero In A Dream“ zeigt (nach dem üblichen Intro) deutlich, wie viel Gespür die Finnen für eingängige Hymnen mit einem gehörigen Schuss Heldenpathos haben. Eine Hochgeschwindigkeitsnummer mit tollen Riffs, einem leicht mitsingbaren Refrain und einer unwiderstehlichen Melodie. Vor allem das Keyboard wurde gut, d. h. ohne negativ aufzufallen, integriert. Auch der Chor im Mittelteil ist bestens gelungen, insgesamt also ein perfekter Einstieg in die Platte. In dieselbe Kategorie, nämlich „perfekt“, fällt auch der am anderen Ende des Albums stehende und mittlerweile zum Klassiker avancierte „Battle Song“, bei dem vor allem das extrem schnelle Bassspiel zu Beginn begeistert. Auch sehr schnell und ausgezeichnet gemacht: „Windrider“, bei dem elegante, akustische Zwischenteile für die notwendige Abwechslung sorgen.

„Abwechslung“ ist auch das Stichwort für die weiteren Stücke: Bei „Token Of Time“ wird das Gaspedal nicht voll durchgetreten, dafür ist der Song wesentlich wuchtiger. Vor allem der Klar- und Chorgesang kann überzeugen. Ähnlich beim in der Mitte des Albums platzierten Zweiteiler „Väinämöinen“, der aus dem gesangstechnisch ein wenig an Amon Amarth erinnernden „Old Man“ und dem etwas ruhigeren „Little Dreamer“ (mit Ausbrüchen im Mittelteil) besteht. Sehr interessant ist auch „Guardians Of Fate“, das mit einem punkigen Beginn überrascht, danach eine schöne Melodie und tollen, rauen Klargesang im Refrain aufweist. „Abandoned“ und „Eternal Wait“ sind hingegen zwei langsame Lieder, wobei ersteres Stück wie ein typischer Vollgas-Kracher beginnt, sich danach aber in einen Stampfer mit Anleihen einer Power-Balladae verwandelt. „Eternal Wait“ ist die erste „richtige“ Ballade der Band und zeigt, wie gut Ensiferum auch in diesem Bereich sein können. Der Song versinkt nicht im Pathos, ist ausreichend heavy und vor allem der aggressive/klare Wechselgesang ist großes Kino.

Viele Haare in der Suppe gibt es also nicht zu finden. Einziger Punkt, an dem sich vielleicht einige harte Kritiker stören werden: Der Gesang, vor allem der Klargesang kommt stellenweise wohl pathetischer als ursprünglich gewünscht aus den Boxen. Auffällig vor allem bei „Treacherous Gods“, das zwar sehr heavy und groovig klingt, im Gesangsbereich aber zugegebenermaßen einen Schritt zu weit geht. Allerdings ist die Humppa-Einlage am Ende wirklich hörenswert, sodass auch hier nicht von einem Ausfall gesprochen werden kann.

Lediglich der Bonus-Track „Goblin’s Dance“ fällt in meinen Ohren ein wenig ab. Das liegt vor allem daran, dass er nicht so recht zum restlichen Material passen will. Das Stück ist sehr Black Metal-lastig, durch die Humppa-Anleihen könnte es sogar auf einer Platte von Finntroll eine gute Figur machen (kein Wunder, ist doch deren Keyboarder Henri „Trollhorn“ Sorvali auf „Ensiferum“ als Gast zu hören).

Ansonsten gibt es aber absolut nichts zu bemängeln, sodass alles andere als die Höchstwertung zu wenig wäre. Der zeitweise gescholtene Gesang bzw. die merkwürdige Betonung mit teilweise starkem, finnischem Akzent und die manchmal seichten Reime und Texte empfinde ich bei diesem Debüt eher als sympathisch als störend. Das Mitsing-Potential ist sehr hoch, das gesamte Songwriting kann überzeugen – klare Kaufempfehlung.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Intro – 1:50 – 5/7
  2. Hero In A Dream – 3:40 – 7/7
  3. Token Of Time – 4:16 – 7/7
  4. Guardians Of Fate – 3:34 – 6/7
  5. Old Man (Väinämöinen Part I) – 5:33 – 7/7
  6. Little Dreamer (Väinämöinen Part II) – 5:21 – 6/7
  7. Abandoned – 6:50 – 6/7
  8. Windrider – 5:41 – 7/7
  9. Treacherous Gods – 5:14 – 5/7
  10. Eternal Wait – 5:14 – 6/7
  11. Battle Song – 3:20 – 7/7
  12. Goblin’s Dance (Bonus) – 4:29 – 4/7

Gesamteindruck: 7/7 


Ensiferum auf “Ensiferum” (2001):

  • Jari Mäenpää – Vocals, Guitar
  • Markus Toivonen – Guitar
  • Jukka-Pekka Miettinen – Bass
  • Oliver Fokin – Drums, Percussion
  • Henri „Trollhorn“ Sorvali [Guest]– Keyboards

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