FilmWelt: The Autopsy of Jane Doe

„The Autopsy of Jane Doe“ ist das englischsprachige Debüt des Norwegers André Øvredal, dessen „Trollhunter“ (2010) mir als gute Arbeit im Gedächtnis geblieben ist. Mit jener Hommage an die skandinavische Folklore hat vorliegender Film freilich nichts zu tun, vielmehr bekommt man nicht mehr und nicht weniger als einen klassischen Gruselfilm.

Gesamteindruck: 5/7


Geheimnisse einer Toten.

Der moderne Horrorfilm ist häufig geprägt von zugegebenermaßen guten Effekten, die den Zuseher ordentlich erschrecken. Jump Scares werden mal mehr, mal weniger gut platziert, die Charakterentwicklung bleibt hingegen meist völlig auf der Strecke und die Handlung ist oft genug ein einziges Klischee. Den Tiefpunkt dieser Entwicklung stellt das nicht totzukriegende Sub-Genre der Teenie-Slasher dar, aus dem sich auch Spuk- und Geisterfilme gerne mal bedienen (siehe z. B. „Slender Man“). „The Autopsy of Jane Doe“ aus dem Jahr 2016 steht glücklicherweise aber für eine andere Herangehensweise als viele zeitgenössische Produktionen.

Worum geht’s?
Gemeinsam mit seinem Sohn Austin arbeitet Tommy Tilden als Leichenbeschauer in einer amerikanischen Kleinstadt. Eines Abends bringt ihnen der Sheriff eine unbekannte Tote, die halb vergraben im Keller eines Hauses gefunden wurde, in dem drei Menschen brutal ermordet worden waren. Bei der Obduktion der wie üblich „Jane Doe“ genannten jungen Frau zeigen sich schnell die ersten Merkwürdigkeiten – und bald darauf wird es für Vater und Sohn richtig gefährlich

„The Autopsy of Jane Doe“ verfügt über einen bedächtigen, vor allem aber gut durchdachten und sinnvollen Aufbau: Die zwei Hauptprotagonisten werden mit einem plausiblen Hintergrund eingeführt, eine Prise Tragik und ein Quäntchen Humor sind auch dabei. Klar, wirklich tiefgründig geht anders, im Vergleich zu vielen Genre-Genossen ist die hier präsentierte Form des Einstiegs jedoch definitiv eine wohltuende Abwechslung. Letzten Endes haben wir es hier aber immer noch mit einem Horrorfilm und keinem Drama zu tun – und für einen solchen wurde mit der angedeuteten Charaktertiefe genau die richtige Tonalität getroffen.

Hilfreich dabei ist aber auch und vor allem die ausgezeichnete Chemie zwischen den Hauptdarstellern (dem erfahrenen Brian Cox und dem jungen Emile Hirsch), die für sich genommen schon Glaubwürdigkeit schafft. Apropos Darsteller: Nicht viel weniger Screen-Time als ihre männlichen Kollegen hat Olwen Catherine Kelly, die die Jane Doe spielt. Ihre Rolle beschränkt sich freilich darauf, nackt auf dem Seziertisch zu liegen, die Obduktion über sich ergehen zu lassen und dabei ganz und gar tot auszusehen. Klingt nach wenig, ich könnte mir aber vorstellen, dass das ein ziemlich hartes Stück Arbeit war. Abgesehen davon gibt es im Film übrigens nur zwei etwas größere Rollen und eine Handvoll Statisten.

(Fast) ein Kammerspiel.

Entsprechend wichtig ist –  neben dem Zusammenspiel der Darsteller – dass es dem Regisseur gelungen ist, passende Kulissen zu wählen, die diese Form des Films möglichst gut unterstützen. Auch an dieser Stelle kann man dem Norweger keinen Vorwurf machen: Den Ort der Handlung in den Keller des Hauses zu verlegen, in dem Vater und Sohn auch wohnen, war eine gute Idee. Zwar habe ich das Gefühl, dass der Schauplatz etwas zu weitläufig inszeniert wurde, insgesamt haben mir die Kulissen aber dennoch sehr gut gefallen. Gleiches gilt für Ausstattung und Effekte, die durchgehend auf hohem Niveau sind. Zu den Effekten sei noch angemerkt, dass der Film sich gut eine Stunde lang wissenschaftlich plausibel, aber auch entsprechend explizit, vor allem mit dem Ablauf der Obduktion an sich beschäftigt. Für Zartbesaitete ist das naturgemäß nichts.

Erst im letzten Drittel wird „The Autopsy of Jane Doe“ tatsächlich übernatürlich (vorher kommt der Film eher mit Andeutungen aus). Zunächst passt der zunehmende Horror auch gut zum sich im Laufe der Autopsie stetig steigernden, mulmigen Gefühl. Die Art und Weise, wie die Pathologen Stück für Stück herausfinden, was mit Jane Doe passiert sein könnte und nach der Reihe unheimliche und wissenschaftlich nicht erklärbare Details zu Tage fördern, hat fast etwas von einem Roman von H. P. Lovecraft oder Edgar Allan Poe. Natürlich gibt es ab und an einen eher plakativen Schockmoment, im Wesentlichen wird die düstere Stimmung aber bis zum Schluss hin aufrecht erhalten. Leider – und das verwehrt dem Film eine noch bessere Wertung – ist das Ende überhastet und wirkt nicht mehr ganz fertig gedacht, teils sogar etwas unlogisch. Schade, der durchgehend gute Aufbau ließ für das Finale mehr erwarten.

Der letzte Twist ist dann aber wieder sehr gut und versöhnt einigermaßen mit der kurz vorher Gebotenen, sodass ich 5 von 7 Punkten mit Tendenz nach oben vergebe.

Gesamteindruck: 5/7


Originaltitel: The Autopsy of Jane Doe.
Regie:
André Øvredal
Drehbuch: Ian B. Goldberg, Richard Naing
Jahr: 2016
Land: USA
Laufzeit: ca. 90 Minuten
Besetzung (Auswahl): Emile Hirsch, Brian Cox, Olwen Catherine Kelly, Ophelia Lovibond, Michael McElhatton



FilmWelt: Kadaver

Dieser Film hat mich am Ende mit zwei Fragen hinterlassen: Hat Regisseur und Drehbuchautor Jarand Herdal jemals „Fallout: New Vegas“ (2010) gespielt? Und warum fühlt sich der Film trotz guter Ansätze so enttäuschend an? Über ersteres erlaube ich mir mangels Wissen kein Urteil, die zweite Frage versuche ich in folgender Rezension zu beantworten.

Gesamteindruck: 3/7


Postapokalyptisches Theater.

Die Frage, was man als Überlebender der Apokalypse so machen würde, stellt sich – zumindest mir – immer mal wieder. Vermutlich gar nichts, weil man eher zu den Leichen am Straßenrand gehören würde, aber ich schweife ab. In der skandinavischen Netflix-Produktion „Kadaver“ (2020) versuchen Normalos, mit den neuen Verhältnissen klarzukommen – und treffen naturgemäß ein paar ganz schlechte Entscheidungen.

Inhalt in Kurzfassung
Nach einer nuklearen Katastrophe kämpfen Überlebende, darunter auch eine dreiköpfige Familie, täglich gegen den Hunger und die Unbilden der norwegischen Natur. Die Verzweiflung ist groß bis eines Tages der Besitzer eines luxuriösen Hotels die Menschen zu einer Theateraufführung inklusive warmer Mahlzeit einlädt. Inmitten all des Elends eine willkommene Abwechslung – die sich allerdings bald als neuer Alptraum entpuppt…

Damit sollte Kennern klar sein, wie ich in der Einleitung auf „New Vegas“ gekommen bin. Einerseits kämpfen sowohl im Spiel als auch im Film die Menschen nach einem nuklearen Zwischenfall um ihr Überleben. Andererseits erinnert das Konzept mit dem post-apokalyptischen Nobelhotel und seinen merkwürdigen Bewohnern frappant an die „Feinschmecker-Gesellschaft“ (im Original „White Glove Society“) aus dem Bethesda-Klassiker. Ob das wirklich nur Zufall ist? Wie gesagt: Ich wage es nicht zu beurteilen.

Abgesehen davon hat mich „Kadaver“ an einen Film, den ich vor gar nicht allzu langer Zeit gesehen habe, denken lassen: „Performaniax“ aus dem Jahr 2017. Der wird aufgrund seiner Unbekanntheit wohl keine Inspiration für den Norweger Jarand Herdal gewesen sein, fußt aber auf einer ähnlichen Prämisse: Ein Theaterstück, in dem es (fast) keine Grenzen zwischen Publikum und Schauspielern, zwischen Realität und Performance, zu geben scheint.

Gute Ansätze.

Nun aber genug der Vergleiche, kommen wir zu vorliegendem Film. „Kadaver“ beginnt vielversprechend und zeigt die Postapokalypse in einer trostlosen, nass-kalten und schmutzigen Stadt in Norwegen. Die Bilder sind sehr stark und machen das Elend der Überlebenden geradezu greifbar – man bekommt schnell das Gefühl, dass man Derartiges im verregneten Skandinavien noch weniger erleben möchte als anderswo auf der Welt. Die übliche Vorstellung der Protagonisten und die Einleitung der eigentlichen Handlung gehen einigermaßen reibungslos vonstatten, man wird als Zuseher definitiv neugierig, was es mit dem merkwürdigen Hotel auf sich hat. Dort angekommen gibt es dann den letzten ganz großen Pluspunkt des Films zu bestaunen: Der Kontrast zwischen der düsteren, tristen Außenwelt und dem leuchtenden, luxuriösen Interieur hat auf mich geradezu schmerzhaft gewirkt und ist tatsächlich aller Ehren wert.

Abwärtsspirale.

An dieser Stelle wird auch der Antagonist eingeführt. Dessen Darsteller Thorbjørn Harr macht seine Sache allerdings fast schon zu gut – und leitet damit die Abwärtsspirale des Films ein. Gut, das war jetzt wegen der Überleitung passend, in Wirklichkeit beginnen die Problem von „Kadaver“ schon früher. Ich habe oben ja geschrieben, dass die Hauptpersonen reibungslos eingeführt werden. Das ist aber nicht zwangsläufig ein gutes Zeichen, ist es in diesem Falle doch so, dass die von Gitte Witt, Thomas Gullestad und Tuva Olivia Remman gespielte Familie relativ konturlos bleibt. Außer, dass die Mutter Schauspielerin ist, kann ich mich an keinerlei Besonderheiten erinnern. Das ist zwar kein Beinbruch, plastische Charaktere sehen jedoch definitiv anders aus. Vor allem wird in der Vorstellung der Fokus relativ stark auf die Tochter gelegt, die im restlichen Film allerdings komplett zur Nebensache wird. Letztlich führen genau diese sehr flachen Helden zum meiner Ansicht nach „zu gut“ gespielten Bösewicht. Der ist im Endeffekt die interessanteste Figur, wirkt aber von Anfang an alles andere als vertrauenerweckend. Das wirft sofort die Frage auf, warum die Gäste des Hotels nicht spätestens an dieser Stelle merken, das etwas ganz und gar nicht stimmt – der allgemein herrschende Hunger hätte als Erklärung gereicht, spielt im Aufbau aber keine so große Rolle, dass er das Vertrauen der, ich sage es, wie es ist: Opfer, rechtfertigen würde.

Andererseits ist das fast schon egal, wenn man sieht, wie mal wieder munter jedes Horror-Klischee erfüllt wird. Man trennt sich, man verliert sich nach Sekunden aus den Augen – und was am Schlimmsten ist: Man lässt die Tochter sofort wieder entwischen, nachdem man sie gerade erst panisch gesucht und wiedergefunden hat. Dass solche Momente im Genre Usus sind, ist mir schon klar – „Kadaver“ übertreibt es damit aber wie schon lange kein Film mehr. Kurioserweise liegt das Problem auch hier in den guten Bildern: Regisseur Herdal weiß, wie man mit langen Hotelgängen ein mulmiges Gefühl beim Zuseher erzeugen kann. Es ist aber völlig unglaubwürdig, dass seine Charaktere das nicht auch spüren und sich wie Idioten verhalten.

Über all das könnte man eventuell hinwegsehen, weil das Setting von „Kadaver“ gut und die schauspielerische Leistung zumindest ordentlich ist. Leider macht die Handlung (und damit die Spannung) relativ bald schlapp, heißt: Man weiß als Zuseher viel zu früh, was gespielt wird. Und damit meine ich: Man weiß es wirklich, es gibt zum Schluss keinen Twist, der alles rausreißen würde. Das letzte Drittel von „Kadaver“ ist, so deutlich muss ich es leider sagen, völlig unspektakulär, das Ende eingeschlossen. Dabei hätte sich in diesem Theater-Setting ein Finale, in dem sich herausstellt, dass nichts so ist, wie es scheint, geradezu angeboten. Dafür dürften dann aber doch die Ideen – oder der Mut? – gefehlt haben. Dass im Übrigen viele offene Fragen ungeklärt bleiben (Wieso hat das Hotel beispielsweise als einziges Gebäude in der Stadt Strom?), setzt dem „Spaß“ die Krone auf.

Schade, aber so gibt es nur drei Punkte – und die auch nur, weil mir die Bildkomposition ganz außerordentlich gut gefallen hat und weil man sich den Film problemlos und schmerzfrei ansehen kann, wenn man mal Zeit hat. Viel sollte man sich aber nicht erwarten.

Gesamteindruck: 3/7


Originaltitel: Kadaver.
Regie:
Jarand Herdal
Drehbuch: Jarand Herdal
Jahr: 2020
Land: Norwegen
Laufzeit: ca. 90 Minuten
Besetzung (Auswahl): Gitte Witt, Thomas Gullestad, Thorbjørn Harr, Tuva Olivia Remman, Kingsford Siayor



MusikWelt: Eonian

Dimmu Borgir


Eine Faustregel im Heavy Metal lautet: Alle zwei Jahre kommt ein neues Album. Freilich gibt es immer wieder Ausnahmen aus verschiedensten Gründen – eine Pause von acht Jahren ist für eine Band, die sich nie offiziell aufgelöst hat, dennoch ungewöhnlich. Entsprechend gespannt war man 2018 auf „Eonian“, und das auch, weil Dimmu Borgir in den Jahren vor ihrer Absenz vor allem durch bandinterne Querelen, merkwürdige Allüren und halbgare Veröffentlichungen aufgefallen waren. Ist „Eonian“ nun also der erhoffte Befreiungsschlag, der die Norweger nach dem dringend notwendigen Aufladen der kreativen Akkus zurück zu alter Stärke führt?

Gesamteindruck: 2/7


Keine Trendwende.

Um das Fazit vorweg zu nehmen: Nein, „Eonian“ leitet keine Trendwende ein. Im Gegenteil, es ist meiner Ansicht nach sogar ein qualitativer Rückschritt im Vergleich zum eh schon schwachen Vorgänger „Abrahadabra“ (2010). Ich kann mir zwar vorstellen, dass auch „Eonian“ seine Fans hat; das werden aber kaum die sein, die Dimmu Borgir für die Art von Musik schätzen, die die Band groß gemacht hat. Und damit meine ich gar nicht die Die-Hard-Black Metaller, die sind ohnehin schon lange weg. Ich meine eher diejenigen, die bis Anfang/Mitte der 2000er noch etwas mit der Band anfangen konnten. Zu denen darf auch ich mich zählen – aber spätestens seit „Abrahadabra“, eigentlich schon seit „In Sorte Diaboli“ (2007), tue ich mich sehr schwer mit den Herren.

Was hat sich in acht Jahren ohne reguläres Studioalbum im Hause Dimmu Borgir überhaupt getan? Auf den ersten Blick gar nicht so viel, wie man meinen möchte. Die Akteure sind gleich geblieben, heißt, die verbliebenen Gründungsmitglieder Shagrath und Silenoz haben sich nicht von Gitarrist Galder getrennt. Und auch die Session-Musiker Gerlioz (k) und Daray (d) wurden wieder verpflichtet, unterstützen das trio infernale auch live. Kreatives Mitspracherecht werden die Jungs zwar nicht gehabt haben, interessanterweise sind sie aber dennoch am Bandfoto im Booklet. Immerhin. An dieser Stelle noch ein Wort zu den Äußerlichkeiten, bevor wir zur Musik kommen: Das Covermotiv und die Gestaltung des Booklets unterscheiden sich tatsächlich erheblich von allem, was Dimmu Borgir bis dahin veröffentlicht haben. Ich könnte jetzt nicht sagen, dass mir das rein optisch nicht gefallen würde – sieht schon recht fein aus, was man da auf die Beine gestellt hat.

Kaum noch Metal.

Das Cover und die mystisch angehauchten Bandfotos sind in meinen Augen jedenfalls ein Fingerzeig auf das, was den geneigten Hörer musikalisch auf „Eonian“ erwartet. Denn Dimmu Borgir haben auf ihre alten Tage genau jene Art rituell-spiritualistischer, hier und da etwas folkiger Musik entdeckt, die seit einigen Jahren immer angesagter wird. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt… Zugute halten muss man den Osloern, dass Ansätze davon bereits auf „Abrahadabra“ zu hören waren, man sie also nicht komplett als Trittbrettfahrer abstempeln sollte. Ob es nun besonders glaubwürdig ist, wenn man sich die Diskografie der Band so ansieht, ist eine andere Frage, die ich für mich persönlich mit „Nö!“ beantwortet habe, dazu kann man aber durchaus auch eine andere Meinung haben.

Musikalisch bedeutet die Hinwendung zur Geistigkeit vor allem eine Reduktion von Härte und Tempo. Beides war bei Dimmu Borgir schon auf „Abrahadabra“ nur mehr Makulatur, bei „Eonian“ fällt es mir aber tatsächlich nochmal wesentlich schwerer, das Dargebotene überhaupt noch als Heavy Metal zu bezeichnen. Warum ist das so? Einerseits wurden die überbordenden Orchesterparts, die „Abrahadabra“ so schwer verdaulich machten, stark zurückgefahren und sind nicht mehr derartig dominant. Und: Es gibt erstmals seit „Enthrone Darkness Triumphant“ (1997) keinen Klargesang mehr zu hören. Zumindest ersteres würde ich durchaus als positiv bezeichnen, an zweiterem scheiden sich ja schon länger die Geister.

Leider haben sich Dimmu Borgir jedoch nicht mit dieser Reduktion auf das Wesentliche begnügt, sie mussten den so entstandenen Freiraum offenbar dringend mit etwas Anderem füllen. Wenn das harte Riffs gewesen wären: Super, nur her damit. Aber das wäre wohl zu einfach gewesen, daher gibt es auf „Eonian“ erstmals in praktisch jedem Song Einlagen des gemischten Chors Schola Cantorum. Das und die Art des Songwritings führen dazu, dass dieses Album in meinen Ohren noch mehr nach einem Soundtrack klingt als sein Vorgänger. Es mag Leute geben, die das mögen – ich gehöre definitiv nicht dazu, wie ich nach zig Durchläufen feststellen musste. Ich will Dimmu Borgir so einfach nicht hören, nicht nur, weil das kaum noch Heavy Metal ist, sondern vor allem, weil sie es songwriterisch offenbar nicht drauf haben. Es ist das bekannte Problem: Dimmu Borgir haben ein Element gefunden, das ihnen – aus welchem Grund auch immer – gefällt und packen das mit Gewalt in jeden Song. Was in kleinen Dosen ok wäre, wird damit zum riesigen Ärgernis, weil es jeden Anflug eines guten Songs im Keim zu ersticken vermag.

Gute Einzelteile machen keine guten Songs.

Apropos „gute Songs“: Hier haben wir abseits von jeglicher Diskussion um den Stil die eigentliche Schwachstelle gefunden. Auf den sub-optimalen Studioalben ab „Death Cult Armageddon“ (2003) fand sich immer der eine oder andere gute Track, der zumindest im Rahmen der jeweiligen Platte (manchmal sogar darüber hinaus) überzeugen konnte. Auf „Eonian“ habe ich echte Schwierigkeiten, einen solchen Song zu finden. Es gibt gute Passagen (gut im Kontext dieses Albums, wohlgemerkt!), aber so richtig in Erinnerung will hier nichts bleiben. Zumindest nicht positiv – das viel diskutierte „Council of Wolves and Snakes“ mag ins kollektive Gedächtnis eingegangen sein, aber erfreulich ist das in diesem Fall nur bedingt. Ich finde die in dieser experimentellen Nummer gezeigte, okkulte Herangehensweise jedenfalls vollkommen unpassend für eine Band wie Dimmu Borgir, und das unabhängig davon, dass dieser Song auch musikalisch sehr gewöhnungsbedürftig ist.

Einigermaßen passt die Kombination auf „Eonian“ bei „Interdimensional Summit“, hinter dem man allerdings eher Nightwish und – bei der Melodieführung im SoloLimahl mit „Neverending Story“ (!) vermuten würde. Mein Favorit auf dem Album ist übrigens „Archaic Correspondence“, mit schwarzem Geriffe, fast schon an „For All Tid“ (1995) gemahnenden Keyboards und sparsameren Chor-Einsatz. Nur schade, dass der langsame Mittelteil hier die Dynamik so jäh unterbricht. Ein anderes Beispiel für partiell gelungenes Songwriting ist „Alpha Aeon Omega“, das schwarzmetallisch beginnt (gut!), ab der Hälfte dann aber plötzlich irgendwie folkig wird, inklusive fast schon heldenhaften Chören und Gitarrenharmonien, die man so vielleicht von Ensiferum oder meinetwegen auch von Summoning erwarten würde.

Der Rest der Platte ist meiner Ansicht nach nicht der Rede wert. Ironie des Schicksals, dass genau jene Teile von „Eonian“ gut klingen, die entweder von anderen Bands inspiriert scheinen oder zumindest einigermaßen die Black Metal-Wurzeln von Dimmu Borgir bloß legen. Genau, wenn sie das machen, womit sie 25 Jahre vor diesem Album begonnen haben, macht „Eonian“ sogar Spaß. Doch das Vergnügen währt immer nur kurz, denn der Fokus liegt mittlerweile klar woanders. Schade, dass sich Dimmu Borgir im Versuch, möglichst alle Geschmäcker zu bedienen, so verzettelt haben. Aber es hilft nichts: „Eonian“ ist meiner Meinung nach das bisher schwächste Album in der kompletten Diskographie dieser Band. Mit Abstand.

metal-archives.com


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. The Unveiling – 5:47 – 3/7
  2. Interdimensional Summit – 4:39 – 4/7
  3. Ætheric – 5:27 – 2/7
  4. Council of Wolves and Snakes – 5:19 – 3/7
  5. The Empyrean Phoenix – 4:44 – 3/7
  6. Lightbringer – 6:06 – 2/7
  7. I Am Sovereign – 6:48 – 2/7
  8. Archaic Correspondence – 4:55 – 5/7
  9. Alpha Aeon Omega – 5:18 – 4/7
  10. Rite of Passage – 5:16 – 3/7

Gesamteindruck: 2/7 


Dimmu Borgir auf “Eonian” (2018):

  • Shagrath – Vocals, Bass, Keyboards
  • Silenoz – Rhythm Guitars, Bass
  • Galder – Lead Guitars, Bass

Anspieltipp: Archaic Correspondence

 

MusikWelt: Abrahadabra

Dimmu Borgir


Dass Dimmu Borgir nicht dort weitermachen wollten, wo sie drei Jahre vor „Abrahadabra“ mit „In Sorte Diaboli“ aufgehört hatten, ist irgendwo verständlich. Es schien eine musikalische Sackgasse zu sein, in die sich die Norweger manövriert hatten – und die bis dahin so erfolgreiche Formel hatte begonnen, auch den letzten Optimisten schal zu schmecken. „Abrahadabra“ klingt tatsächlich ziemlich anders und kann damit durchaus als Versuch betrachtet werden, sich mit einer Art Frischzellenkur neu zu positionieren, ohne gänzlich auf die eigenen Trademarks zu verzichten.

Gesamteindruck: 4/7


Eine Art Frischzellenkur.

„In Sorte Diaboli“ (2007) war aus meiner Sicht kein ganz schlechtes Album, bis auf wenige Songs jedoch reichlich belanglos. „Abrahadabra“ bricht hingegen bereits äußerlich mit unverrückbar geglaubten Traditionen: auf den ersten Blick fällt der Verzicht auf den typischen Drei-Wort-Nonsens-Titel der Platte auf (nicht, dass dieser Titel irgendwie sinnvoll wäre). Erst recht schwindelig dürfte so manchem alten Fan beim Betrachten des Booklets werden: Die Band posiert nicht mehr im üblichen Schwarz sondern in schmutzigem Weiß. Ganz neu ist das nicht, erinnert vom Ansatz her ein wenig ans „weiße“ Cover von Immortals „Battles In The North“ (1995). Noch viel gravierender ist allerdings der personelle Umbruch im Hause Dimmu Borgir: Das einstige Sextett ist auf drei Mann geschrumpft. Unfreiwillig raus sind die langjährigen Mitglieder Mustis (Keaboard) und ICS Vortex (Bass/Klagesang), außerdem war auch für Schlagzeug-Legende Hellhammer nach nur zwei Alben und ein paar Konzerten wieder Schluss. Neben den Gründungsmitgliedern Shagrath (Gesang) und Silenoz (Rhythmus-Gitarre) bleibt Galder (Lead Gitarre) in der Band, die vakanten Positionen wurden durch Gastmusiker aufgefüllt, die das Trio auch live unterstützen sollten. Fix angestellte Mitglieder wollte man sich offenbar nicht mehr an Bord holen.

Aus musikalischer Sicht stellt sich folgerichtig die Frage, wie sehr speziell die Abgänge von Mustis und Vortex den Sound der Norweger verändert haben; vor allem letzterer trug ja mit seiner charismatischen Stimme einen Gutteil zur Einzigartigkeit der Band bei. Nun denn: „Abrahadabra“ beginnt nach dem üblichen Intro mit „Born Treacherous“, das sich anfangs gar nicht so sehr von dem unterscheidet, was Dimmu Borgir in den Jahren vorher veröffentlicht haben. Heißt: Harte, ansatzweise auf die Black-Metal-Wurzeln der Band verweisende Gitarren treffen auf ein Rhythmus-Fundament, das eher nach Industrial Metal klingt und die Stimme von Shagrath, die mir gar nicht so schlecht gefällt. Bereits nach wenigen Takten horcht man jedoch erstmals auf – ein sehr dominantes Orchester setzt ein, der Refrain (naja…) ist von Chören unterlegt. Manche werden sich fragen, was daran neu sein soll, denn Orchesterparts kommen bei Dimmu Borgir seit längerer Zeit regelmäßig wieder vor. Stimmt, hier ist jedoch erstmals so was wie komplette Gleichberechtigung zwischen Band und Orchester zu hören, heißt: Die klassischen Musiker agieren wie zusätzliche Instrumente und greifen nicht nur unterstützend ein.

Nutzt sich rasch ab.

Anfangs geht das sogar noch einigermaßen gut. Neben „Born Treacherous“ sind das schon vorab bekannte „Gateways“ (mit dem zusätzlichen Element der äußerst aggressiven Stimme von Agnete Kjølsrud) sowie die folgenden „Chess With The Abyss“ und „Dimmu Borgir“ durchaus interessant, danach beginnt sich allerdings ein gewisser Abnutzungseffekt einzustellen. Zu ähnlich ist das Songwriting, sodass Tracks wie „Ritualist“ oder „The Demiurge Molecule“ nahezu identitätslos an mir vorbeirauschen. Wie schon früher bei Dimmu Borgir ist es bei ersterem Song einmal mehr der Einsatz von Klargesang, der zumindest ein wenig aufhorchen lässt. Am zweiten Mikro steht hier Multitalent Snowy Shaw (einem größeren Publikum wohl am ehesten als Gastsänger bei Therion bekannt) – schade, dass der Schwede nicht permanent ins Lager von Dimmu Borgir wechselte, er wäre sicherlich auch live eine Bereicherung und ein guter Ersatz für ICS Vortex gewesen; aber das führt jetzt zu weit. Einziger Song, auf dem die Band das Orchester dominiert, ist das heftige „Renewal“. Hier fügt sich der Klargesang noch mal besser ins Bild ein, was aber nicht heißt, dass die Nummer per se überzeugend ist.

Metal?

Soviel zu den Songs an sich, die leider einmal mehr nicht durchgehend überzeugen können. Doch auch, wenn man einzelne Tracks gelungen finden kann, bedeutet das noch nicht, dass das Album als Ganzes überzeugt – denn die Geister scheiden sich bei „Abrahadabra“ meines Erachtens an anderer Stelle: Stellenweise ist von der üblichen Metal-Instrumentierung bis auf das Schlagzeug nichts zu hören und das Orchester übernimmt die gesamte Melodieführung. Dadurch entsteht für die gesamte Platte ein regelrechter Soundtrack- bzw. Musical-Charakter, der „Abrahadabra“ zwar wie aus einem Guss klingen lässt, gleichzeitig aber nicht mehr viel mit Heavy- oder gar Black Metal zu tun hat. Dazu sei am Rande außerdem angemerkt, dass man sich stellenweise nicht wundern würde, wenn statt dem Gekrächze von Shagrath plötzlich lieblicher Nightwish-Gesang ertönen würde. Auch nicht gerade das, was man in Verbindung mit Dimmu Borgir haben möchte…

Im ersten Moment mag „Abrahadabra“ sogar beeindruckend klingen, wenn man länger hinhört, merkt man aber, dass vieles davon eher auf den maximalen Effekt ausgerichtet ist, die Langzeitwirkung hingegen ausbleibt. „Überambitioniert“ ist ein weiterer Ausdruck, der mir dazu einfällt. Vielleicht könnte man sich die vielen Spuren, die Dimmu Borgir auf das Album gepresst haben, sogar schönhören, dazu müssten die Songs aber deutlich spannender und besser geschrieben sein. Tatsächlich glaube ich, dass ohne eine gewisse Affinität zu klassischer Musik „Abrahadabra“ so manchem vielleicht sogar als unhörbar erscheinen könnte. Alles in allem finde ich „Abrahadabra“ aber ein wenig stärker als das konzeptlose Konzeptalbum „In Sorte Diaboli“. Zumindest im ersten Moment schmeckt das, was uns die Osloer auf dem 2010er-Longplayer kredenzen, deutlich frischer. Und das ist besser als nichts. Ein Meisterwerk ist freilich weder die eine noch die andere Platte.


Track – Titel – Länge – Wertung

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  1. Xibir – 2:50 – 3/7
  2. Born Treacherous – 5:02 – 4/7
  3. Gateways – 5:10 – 5/7
  4. Chess With the Abyss – 4:08 – 5/7
  5. Dimmu Borgir – 5:36 – 5/7
  6. Ritualist – 5:14 – 4/7
  7. The Demiurge Molecule – 5:31 – 2/7
  8. A Jewel Traced Through Coal – 5:16 – 3/7
  9. Renewal – 4:11 – 4/7
  10. Endings And Continuations – 5:58 – 3/7

Gesamteindruck: 4/7 


Dimmu Borgir auf “Abrahadabra” (2010):

  • Shagrath – Vocals, Keyboards
  • Silenoz – Rhythm Guitars, Backing Vocals
  • Galder – Lead Guitars, Backing Vocals

Anspieltipp: Gateways

 

MusikWelt: In Sorte Diaboli

Dimmu Borgir


Hier haben wir es also: Das erste Album von Dimmu Borgir, bei dem ich mich nach den ersten Durchläufen im Jahre 2007 tatsächlich an Enttäuschung meinerseits erinnern kann. Klar, aus heutiger Sicht und bei ganz genauem Hinhören sind alle Alben der Norweger – mit Ausnahme des genau zehn Jahre zuvor erschienenen, nach wie vor grandiosen „Enthrone Darkness Triumphant“ – nicht so toll, wie ich sie im Gedächtnis hatte. „In Sorte Diaboli“ (2007) war aber die erste Platte, bei der ich direkt merkte, dass sie mir über weite Strecken nicht gefällt.

Gesamteindruck: 3/7


Unaufhaltsamer Abstieg.

Anno 2007 erwartete man von Dimmu Borgir selbstverständlich schon lange kein schwarzmetallisches Manifest mehr, sondern ein solides Album mit dem einen oder anderen Hit. Derer stehen dann auch wirklich zwei auf „In Sorte Diaboli“: Der Opener „The Serpentine Offering“ ist ein vielversprechender Auftakt für das erste Konzeptwerk von Dimmu Borgir. Die Stimmung des Songs passt gut zur Geschichte, die das Album erzählt: Ein Priester, der im mittelalterlichen Europa an seinem Glauben zu zweifeln beginnt und schließlich den Mächten des Bösen verfällt. „The Serpentine Offering“ ist eingängig, dennoch dunkel genug, um zu überzeugen – so will man das von Dimmu Borgir hören. Oder auch nicht, aber das ist ein anderes Thema.

Zweiter Treffer ist „The Sacrilegous Scorn“, das wie „The Serpentine Offering“ und „The Chosen Legacy“ mit einem (recht aufwändigen) Videoclip ausgestattet wurde. Auch dieses Stück kann mit den Attributen punkten, die man an Dimmu Borgir entweder seit „Spiritual Black Dimensions“ (1999) samt Nachfolgern entweder hasst oder die man von der Band unbedingt hören möchte. Also Klargesang von Bassist ICS Vortex, den aggressiven Gegenpart von Shagrath, ein paar Passagen zum Mitschreien, Orchester-artige Arrangements von Keyboarder Mustis und hie und da einen leichten Industrial-Touch. Passt für mich – wobei hier (und mehr noch bei „The Serpentine Offering“) bereits auffällt, dass die Norweger sehr sparsam mit den Texten sind. Nicht, dass die bei Dimmu Borgir jemals eine Offenbarung gewesen wären… Vielleicht ist es aber auch so, dass es auf „In Sorte Diaboli“ umso mehr auffällt, weil sich Silenoz hier zur Umsetzung des Konzepts tatsächlich mal an sinnvollen Lyrics versuchen musste, was vorher nie der Fall gewesen war. In diesem Zusammenhang sei auch noch erwähnt, dass der Titel des Albums (deutsch etwas „Im Auftrag des Teufels“) erstmals seit 1997 vom völlig sinnfreien Drei-Wort-Nonsens abweicht.

So viel zu den Songs auf „In Sorte Diaboli“, die ich seit 1997 in guter Erinnerung habe und die den test of time für mein Dafürhalten gut überstanden haben. Beim neuerlichen Hören des gesamten Albums ist mir ein weiterer Track positiv aufgefallen, den ich damals gar nicht auf dem Schirm hatte: „The Ancestral Fever“ ist eine vergleichsweise langsame Nummer, die im Gegensatz zum Rest der Platte tatsächlich sowas wie Black Metal-Atmosphäre verbreitet – natürlich im Rahmen des Dimmu Borgir’schen Soundkosmos, dessen bin ich mir durchaus bewusst. Dennoch, das ist ein guter, sehr dunkler Song, der mir zu Unrecht vollkommen entfallen ist. In dessen Genuss kommen übrigens nur Besitzer einer europäischen Variante des Albums.

Die übrigen sechs Nummern (darunter mit „The Fallen Arises“ ein Instrumental) sind hingegen reichlich unspektakulär ausgefallen. Es gibt gelegentlich Momente, in denen man aufhorcht, meist sind das aber in immer recht ähnlicher Form reingebrüllte Textzeilen wie „In sorte! Diaboli!“ („The Chosen Legacy“) oder „Antichristus! Spiritualis!“ („The Sinister Awakening“). Das ist zwar auch bei „The Serpentine Offering“ so („Share my sacrifice!“), aber dort stimmt der Rest des Materials halt auch, während bei genannten Nummern bis auf diese paar Worte so gut wie nichts hängenbleibt.

Viel Beliebigkeit.

Und genau das ist das Problem von „In Sorte Diaboli“ als Gesamtwerk. Bis auf wenige Momente verschwimmen die Songs ineinander, sind kaum unterscheidbar und wirken wie eine einziges, langes Hintergrundrauschen. Es hilft natürlich nicht, dass fast alle Tracks in ähnlichem Tempo aus den Boxen kommen – das Hauptübel würde ich jedoch definitiv im Songwriting an sich verorten. In meinen Ohren verstärkt sich hier ein Faktor, der spätestens seit „Puritanical Euphoric Misanthropia“ (2001) bei Dimmu Borgir Einzug gehalten hat: Es gibt zu viel Beliebigkeit.

Für mein Dafürhalten setzt die Band unbegreiflicherweise nicht auf die paar lichten Momente, die jedes (!) ihrer neueren Alben hat, sondern genau auf die Art von Song, bei dem ich mich frage, wem das eigentlich wirklich gefällt. Das, was auf „In Sorte Diaboli“ über weite Strecken geboten wird, ist dementsprechend weder Fisch noch Fleisch – die Zugänglichkeit für die moderne Generation fehlt, umgekehrt ist das Material aber auch nicht wirklich progressiv oder auch nur ansatzweise tiefgründig. Und auch die düstere Atmosphäre ist maximal in homöopathischen Dosen vorhanden; kurz: Es fehlt hier an allem, vor allem aber an Seele. Daran kann auch die höchst professionelle Umsetzung (Technik, Produktion, Mix) nichts ändern. Eventuell ist die sogar ein Hinderungsgrund (klinischer Drumsound, anyone?), aber das führt jetzt zu weit.

Fazit: Dafür haben die Osloer tatsächlich 4 Jahre seit dem letzten regulären Album „Death Cult Armageddon“ (2003) gebraucht? „In Sorte Diaboli“ ist für mich neben dem noch reichlich amateurhaften aber weit atmosphärischeren Debüt „For All Tid“ (1995) der bis zu diesem Zeitpunkt schwächste Output von Dimmu Borgir. Mit Abstand. Da wird es dann auch zur Randnotiz, dass kvlt-Drummer Hellhammer zum zweiten Mal nach der semi-gelungenen „Stormblåst“-Neueinspielung von 2005 die Felle gerbt. Ganz ehrlich: Vermutlich wäre es sogar noch ein Punkt weniger geworden, wenn ich nicht wüsste, was in den folgenden Jahren noch aus dem Hause Dimmu Borgir auf uns zukommen würde….


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Track – Titel – Länge – Wertung

  1. The Serpentine Offering – 5:09 – 6/7
  2. The Chosen Legacy – 4:16 – 4/7
  3. The Conspiracy Unfolds – 5:23 – 3/7
  4. The Ancestral Fever [europäischer Bonustrack] – 5:51 – 6/7
  5. The Sacrilegous Scorn – 3:58 – 6/7
  6. The Fallen Arises – 2:59 – 2/7
  7. The Sinister Awakening – 5:09 – 4/7
  8. The Fundamental Alienation – 5:17 – 2/7
  9. The Invaluable Darkness – 4:44 – 3/7
  10. The Foreshadowing Furnace – 5:49 – 3/7

Gesamteindruck: 3/7 


Dimmu Borgir auf “In Sorte Diaboli” (2007):

  • Shagrath – Vocals
  • Silenoz – Rhythm Guitars
  • Galder – Lead Guitars
  • ICS Vortex – Bass, Vocals
  • Hellhammer – Drums
  • Mustis – Keyboards

Anspieltipp: The Serpentine Offering

 

MusikWelt: Stormblåst MMV

Dimmu Borgir


Ich gestehe, dass ich das zweite Album von Dimmu Borgir, „Stormblåst“ (1996), erst nach vorliegender Fassung von 2005 kennengelernt habe. Mir waren zwar einzelne Songs bekannt, aber intensiver damit beschäftigt habe ich mich erst 10 Jahre nach der Veröffentlichung. Dass es überhaupt so gekommen ist, ist mit Sicherheit auch „Stormblåst MMV“ zu verdanken. Denn dieses Album klingt für jemanden, der wie ich erst mit „Enthrone Darkness Triumphant“ (1997) bei Dimmu Borgir eingestiegen ist, völlig anders als die gewohnte Musik der Norweger. Die Neugier war damit geweckt und es war nur noch ein kleiner Schritt bis zur Entdeckung des Originals. Hier geht es allerdings um die Neuaufnahme – oder auch nicht, denn eine Rezension derselben ist meines Erachtens nicht möglich, ohne auf das 1996er-Werk Bezug zu nehmen.

Gesamteindruck: 4/7


Guter Sound macht nicht alles besser.

Eines musste man Stian Aarstad, Keyboarder auf „„Stormblåst“ (1996), lassen: Er wusste ganz genau, was er klauen und wie er es einsetzen musste, um der Musik von Dimmu Borgir den letzten Kick zu verpassen. Das wird einem gleich bei den ersten Takten des „Stormblåst MMV“-Openers „Alt Lys er Svunnet Hen“ klar, aus dem die markante Keyboard-Melodie der Originalaufnahme komplett entfernt wurde. Ja, die Nummer bleibt dennoch gut, aber ein ganz so großes Ausrufezeichen wie ihr 1996er-Pendant ist sie in meinen Ohren nun nicht mehr. Zur Erklärung: Aarstad hatte für diesen Song 1996 „Sacred Hour“ von Magnum plagiiert, ohne seine Bandkollegen darüber zu informieren.

Im weiteren Verlauf von „Stormblåst MMV“ zeigt sich dann, dass die Neuauflage dem Original generell in fast allen Punkten unterlegen ist. Ja, ich weiß, das klingt ein bisschen nach ewiggestrigem Klischee – nur ist es aus meiner Sicht tatsächlich so, dass das, was ich oben über „Alt Lys er Svunnet Hen“ geschrieben habe, auf mehrere Songs dieses Albums passt. Nehmen wir zum Beispiel eine weitere, im Original sehr starke Nummer: „Broderskapets Ring“. Auch hier wurden Keyboard-Elemente des Originals entfernt und in diesem Fall durch ähnliche Gitarrenriffs ersetzt. Und auch hier gereicht das dem Song meines Erachtens nicht zum Guten, nimmt ihm sein ursprüngliches Feeling. Doch während ich beim Opener den Grund für die Maßnahme verstehen kann, erschließt sich die Veränderung in „Broderskapets Ring“ für mich nicht, es sei denn, man wollte einfach alles entfernen, das an den als Plagiator entlarvten Ex-Keyboarder erinnert. Wenn dem so ist, hat man damit unbeabsichtigt erreicht, dass deutlich zu hören ist, wer die Songs der Osloer Formation damals offenbar über den Durchschnitt hinaus gehoben hat.

Sorgen mit der Kammer.

Ein Stück von 1996 musste überhaupt komplett dem Rotstift zum Opfer fallen: „Sorgen’s Kammer“, das ebenfalls den Makel des Plagiats (in diesem Fall stammt die Melodie aus dem Computerspiel „Agony“) trug, wurde durch einen neu komponierten Song mit dem kreativen Namen „Sorgen’s Kammer – Del II“ ersetzt. Spätestens bei diesem Track wird es ein wenig ungemütlich für die Herren Shagrath und Silenoz: Die Neukomposition kann weder musikalisch noch atmosphärisch mit dem mithalten, was auf „Stormblåst“ ein Highlight war. Übrigens gilt ähnliches für das zweite neue Lied auf „Stormblåst MMV“, „Avmaktslave“, mit dem ich noch weniger anfangen kann. Beiden gemein ist, dass sie sich im Reigen der älteren Kompositionen wie Fremdkörper ausmachen und einen deutlichen Unterschied in Sachen Songwriting offenbaren, obwohl sie angeblich Überbleibsel der damaligen Sessions sein sollen. So wie anno 1996 wollten oder konnten Shagrath und Silenoz jedenfalls nicht mehr, was bei einem neuen Album vollkommen in Ordnung wäre – nicht aber, wenn man auf einer Neueinspielung den Geist alter Zeiten beschwören möchte. Ganz besonders eklatant wird diese Diskrepanz übrigens beim Gesang von „Sorgens Kammer – Del II“, der im Gegensatz zu den anderen neu aufgenommenen Nummern nicht mal versucht, sich am Geist von ’96 zu orientieren. Elektronisch verfälschte Vocals sind ein Markenzeichen neuerer Dimmu Borgir. Ja, auch das kann man machen, aber irgendwie finde ich es nicht so richtig passend, weil man ja versucht hat, beim Rest des Albums einigermaßen originalgetreu zu agieren, wo es möglich war.

An dieser Stelle nebenbei bemerkt: Das Albumcover zeigt deutlich, wie sehr sich die Zeiten geändert haben. „Stormblåst“ mit seinem mysteriösen, vom Boden aus betrachteten Turm, fand und finde ich großartig. „Stormblåst MMV“ ist hingegen… wie sagen die Kids heute? … random bebildert. Das Covermotiv ist dermaßen beliebig, ich habe das Gefühl, man hätte einfach den Reaper von Children of Bodom genommen, weil der irgendwie cool ist und ihm mit dem Computer ein paar Hörner aufgesetzt. Ganz schwach.

Besser als vieles nach „Enthrone Darkness Triumphant“.

Böse Zungen könnten behaupten, dass ausgerechnet zwei der besten Songs auf „Stormblåst“ nur reüssieren konnten, weil sie nicht auf eigenen Ideen von Dimmu Borgir fußten. Stimmt, ungefähr. Allerdings muss man den Osloern zugute halten, dass „Alt Lys er Svunnet Hen“ ganz grundsätzlich eine gute Nummer ist, woran auch das fehlende Plagiat nicht so viel ändert, wie man meinen könnte. Das ist nämlich die Kehrseite der Medaille, die ebenfalls mit den ersten Takten dieses Songs auffällt: Der Unterschied zu dem, was Dimmu Borgir seit der Jahrtausendwende veröffentlicht haben, ist eklatant. Die Atmosphäre unterscheidet sich massiv von dem, was man z.B. auf dem unmittelbaren Vorgänger von „Stormblåst MMV“, „Death Cult Armageddon“ (2003), findet. Und ich muss ehrlich sagen, dass mir die älteren Dimmu Borgir trotz aller Probleme der Neuaufnahme besser gefallen, so merkwürdig es mir im ersten Moment auch fällt, das zu schreiben, weil ich im Falle dieser Truppe immer eher ein Fan der neueren Alben war.

Aber man höre nur „Når Sjelen Hentes til Helvete“ – die Nummer, die meines Erachtens tatsächlich stark von der besseren Produktion profitiert und mit Abstand das Highlight auf „Stormblåst MMV“ ist. Hier zeigen die Osloer, dass sie a) früher mal wirklich starken Black Metal machen konnten und b) derartige Musik nicht zwangsweise mies produziert sein muss, um Atmosphäre zu entfalten. Dieser Song ist letztlich besser als vieles, was die Norweger nach 1997 auf den Markt gebracht haben. Wer ein bisschen was mit altmodischem Black Metal anfangen kann und von Dimmu Borgir nicht nur überbordende Keyboards hören möchte, wird das vermutlich wie ich sehen. Überhaupt ist das sehr einfache und straighte Songmaterial von „Stormblåst MMV“ eine Wohltat für die von Orchester-Bombast überlasteten Ohren. Zugegeben, auch nach 1997 hatten Dimmu Borgir große Momente („The Insight and the Catharsis“, um nur ein Beispiel zu nennen). Aber „richtiger“ für den Black Metaller fühlt sich definitiv an, was auf „Stormblåst“ und damit auch auf „Stormblåst MMV“ steht. Klingt wirr? Mag sein, ich weiß auch nicht recht, wie ich das beschreiben soll.

Auch das Original war nicht nur gut.

Nostalgie hin oder her, man muss konstatieren, dass bereits auf dem originalen „Stormblåst“ bei weitem nicht alles Gold war, was glänzte. Dazu (und zur Überlegenheit der ersten Albumhälfte) habe ich in meiner dortigen Rezension einiges geschrieben und daran ändert auch die zeitgemäße Produktion, die allgemein betrachtet schon ein Pluspunkt von „Stormblåst MMV“ ist, nichts. Richtig gelesen, ich finde den Klang hier tatsächlich besser, das Album wirkt härter und kälter als sein Vorbild. Ich glaube, dass das der Platte gut zu Gesicht steht, wobei man auch hier ein „aber“ setzen könnte (das jedoch nicht so viel mit der Produktion an sich zu tun hat): Als Drummer fungiert hier Hellhammer, der offenbar Gefallen daran findet, fast jede Nummer ein klein wenig schneller einzuspielen, als sie ursprünglich aufgenommen worden war. Gut, er ist definitiv der bessere Schlagzeuger als es Tjodalv anno 1996 war – dennoch ist das eine Änderung, die der Atmosphäre nicht immer gut tut. Das fällt aber vermutlich eh nur denen auf, die das Original tatsächlich in- und auswendig kennen.

Wie dem auch sei – wie sein 1996er-Pendant lässt auch „Stormblåst MMV“ irgendwann nach dem Titeltrack (der übrigens in der neuen Variante besser, weil kälter und schneidender ist) nach. In Sachen Produktion zeigt sich aber, dass eher schwache Nummern wie „Dødsferd“ tatsächlich besser geworden sind. Und auch das im Original schon gute „Vinder fra en Ensom Grav“ bekommt einen schönen Kick, der ihm ganz gut tut. Interessanterweise finde ich aber, dass der Mix, der übrigens von Peter Tägtgren stammt (ja, jenem Mann, der „Spiritual Black Dimensions“ anno 1999 so übel mitgespielt hat) das ohnehin schon schwache „Antikrist“ erst recht ruiniert.

Wie soll man das alles nun bewerten? Ich sag‘ mal so: Den guten Songs auf dem Original-“Stormblåstschadet die Neuaufnahme, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Trotz von einer allgemeinen Warte aus gesehen besserem Klang, nimmt sie ihnen einfach die Atmosphäre, die sie 1996 besonders gemacht hat. Ja, es ist wirklich merkwürdig: “Stormblåst hatte mit einer dünnen, kraftlosen Produktion zu kämpfen und klang stellenweise viel zu zahm für Black Metal. Das wurde 2005 behoben – und siehe da, so richtig passt es nun nicht mehr. Offenbar hatte der unorthodoxe Sound doch sein Gutes. Umgekehrt zeigt sich, dass einige der im Original recht schwachen Songs durch die verbesserte Tontechnik zumindest sehr gut hörbar geworden sind, auch wenn sie das nicht zu Alltime-Classics macht.

Zu welcher Platte man nun greifen soll, kann ich nicht abschließend beantworten. Ich persönlich tendiere zum Original, gebe aber zu, dass man als moderner Hörer mehr Arbeit investieren muss, als in die 2005er-Fassung. Im Endeffekt sind es – und das ist jetzt vielleicht unbefriedigend – praktisch zwei verschiedene Alben. Ja, trotz aller Vergleiche komme ich zu diesem Schluss. Man kann und sollte sich meines Erachtens unbedingt beide zu Gemüte führen, dann kann man sich vielleicht ein Urteil bilden. Bei mir schneidet “Stormblåst MMV im Gesamteindruck nicht so schlecht ab, wie ich anfangs dachte. Ein Punkt weniger als das Original.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Alt Lys er Svunnet Hen – 4:44 – 6/7

    metal-archives.com

  2. Broderskapets Ring – 5:30 – 4/7
  3. Når Sjelen Hentes til Helvete – 4:43 – 7/7
  4. Sorgens Kammer – Del II – 5:51 – 3/7
  5. Da den Kristne Satte Livet til– 4:46 – 5/7
  6. Stormblåst – 6:10 – 6/7
  7. Dødsferd – 5:42 – 4/7
  8. Antikrist – 3:36 – 2/7
  9. Vinder fra en Ensom Grav– 4:00 – 6/7
  10. Guds Fortapelse – Åpenbaring av Dommedag– 4:01 – 4/7
  11. Avmaktslave – 3:54 – 2/7

Gesamteindruck: 4/7 


Dimmu Borgir auf “Stormblåst MMV(2005):

  • Shagrath – Vocals, Lead Guitars, Bass
  • Silenoz – Rhythm Guitars, Bass, Vocals
  • Mustis [Guest] – Keyboards, Piano
  • Hellhammer [Guest] – Drums, Percussion

Anspieltipp: Når Sjelen Hentes til Helvete

 

MusikWelt: Death Cult Armageddon

Dimmu Borgir


Als ich unlängst begonnen habe, mir die gesamte Diskographie von Dimmu Borgir erneut und in chronologischer Reihenfolge zu Gemüte zu führen, habe ich festgestellt, dass ich gleich mehrere Platten der Norweger wesentlich stärker in Erinnerung habe, als ich sie heute einschätze. Das betrifft vor allem drei Alben aus der mittleren Phase der Band: „Spiritual Black Dimensions“ (1999), „Puritanical Euphoric Misanthropia“ (2001) und „Death Cult Armageddon“ (2003). Erstere habe ich bereits in Rezensionen besprochen; nun möchte ich zeigen, wie sich „Death Cult Armageddon“ anno 2020 für mich anfühlt.

Gesamteindruck: 4/7


Armageddon für die Dimmus?

Eigentlich unterscheidet sich die Problematik von „Death Cult Armageddon“ nicht sehr von dem, was für beide Vorgänger galt: Fragt man mich, welche Songs auf dem Album stehen, könnte ich aus dem Stegreif jeweils drei oder vier nennen, von denen ich ganz genau weiß, wie sie klingen und die mir auch sehr gut gefallen. Von ein paar weiteren fallen mir vielleicht noch die Titel ein, aber das war’s dann auch schon (immerhin könnte ich jetzt umgekehrt auch keinen einzigen Song nennen, der ein Totalausfall wäre – ist ja auch etwas). Beginnen wir bei „Death Cult Armageddon“ (hach, wie vermisse ich mittlerweile diese 3-Wort-sinnlos-Titel) mit dem Offensichtlichen: Wir haben hier mit „Progenies of the Great Apocalypse“ einen veritablen Hit in der Tracklist. Für diese Nummer wurde auch ein Musikvideo produziert, außerdem hat ex-Immortal-Frontpanda Abbath ein paar Zeilen eingesungen. Man sieht schon: Hier wird schweres Geschütz aufgefahren, was den Song aus meiner Sicht aber keineswegs schlecht macht. Am besten könnte man ihn vielleicht als eine reduzierte Variante von „Kings of the Carnival Creation“ (auf „Puritanical Euphoric Misanthropia“) beschreiben. Ein paar Breaks, ein bisschen Industrial und Klargesang von ICS Vortex gibt es, dazu die üblichen Orchesterpassagen (diesmal übrigens eingespielt vom Prager Symphonie Orchester). Passt für mich, auch wenn ich weiß, dass das alles viel zu eingängig für wahre Black Metaller ist. Aber hören die bei Dimmu Borgir überhaupt noch rein? Wenn ja: Selbst schuld, ihr solltet wissen, was euch erwartet.

Alle anderen dürfen sich freuen (oder auch nicht?), dass die Osloer endlich wieder zwei Songs in ihrer Landessprache am Start haben. Das gab es seit „Stormblåst“ (1996) nicht mehr. Dabei ist „Vredesbyrd“ (zu Deutsch etwa „Bürde des Zorns“) die weit aggressivere Nummer. Weil ich oben bereits „Kings of the Carnival Creation“ genannt habe: Auch bei „Vredesbyrd“ bemerkt man gewisse Passagen, die einem bekannt vorkommen. Dennoch bleibt das unterm Strich ein sehr guter Song, der tatsächlich auch mit klassischem Black Metal-Riffing punkten kann. Ja, wirklich. Und auch die symphonischen Passagen sind hier keineswegs fehl am Platze. Für mich der beste Track auf diesem Album. Zweiter norwegischer Song auf „Death Cult Armageddon“ ist „Allehelgens død i Helveds rike“ und im hinteren Drittel der Platte zu finden. Auch nicht übel, weil ebenfalls recht traditionell-schwarzmetallisch. In Erinnerung bleiben allerdings vor allem ein paar „Woh-oh-oh„-Passagen von Vortex. Das ist dann schon hart an der Grenze dessen, was man von einer solchen Band hören möchte. Vor allem bei einem Songtitel, der sich ungefähr als „Der Tod aller Heiligen im Reich der Hölle“ übersetzen lässt. Keine weiteren Fragen. Es sei mir aber die Anmerkung gestattet, dass es genau diese Diskrepanz zwischen ach-so-bösen Titeln und der musikalischen Umsetzung ist, die Dimmu Borgir schon öfter zum Verhängnis geworden ist. Wenn sie ihr Image nicht so zwanghaft auf evil zu trimmen versuchen würden, hätten die Norweger wohl nicht einen so schweren Stand – aber das führt jetzt zu weit.

Gut sind auf „Death Cult Armageddon“ außerdem noch: Der flotte Opener „Allegiance“, die schleppende Horrorgeschichte „Blood Hunger Doctrine“ und der von Tempowechseln geprägte Rausschmeißer „Heavenly Perverse“, bei dem sich Abbath ein zweites Stelldichein gibt. Dazwischen gibt es einiges an Füllmaterial – und damit sind wir auch schon wieder bei dem, was ich eingangs angedeutet habe: Ich weiß zwar ungefähr, dass es von Dimmu Borgir Songs wie „Lepers Among Us“ und „Unorthodox Manifesto“ gibt. Mit Mühe und Not kann ich sie vielleicht noch „Death Cult Armageddon“ zuordnen und würde sie eventuell sogar wiedererkennen, wenn ich sie irgendwo höre. Aber ein Stück wie z.B. „Eradication Instincts Defined“? Keine Ahnung, noch nie davon gehört. Der Hund liegt im Songwriting begraben, das wahlweise zerfahren und nichtssagend ist oder – genauso schlimm – sich an eigenen, bereits mehrfach verbratenen Ideen oder sogar der Konkurrenz orientiert. Beides macht mir das konzentrierte Hören des Albums streckenweise sehr schwer.

Bessere Produktion? Ja, tatsächlich.

Einen Vorteil gegenüber seinen beiden Vorgängern hat das „Death Cult Armageddon“ allerdings: Die Orchesterparts sind deutlich besser in die Songs integriert, der neo-klassizistische Overkill, der ein herber Kritikpunkt an „Puritanical Euphoric Misanthropia“ war, bleibt aus. Überhaupt ist die Produktion meiner Ansicht nach auf der Habenseite zu verbuchen. Nein, ich bin nicht verrückt geworden – auch wenn einem in unzähligen Reviews versucht wird, einzureden, dass ein Album nicht so produziert sein „darf“, stehe ich zu meiner Meinung. Ich glaube, Dimmu Borgir wollten die maschinelle Kälte, die diese futuristische Vision vom Ende der Welt mit sich bringt, auch im Klang des Albums umgesetzt haben. Das ist meines Erachtens gelungen – organisch-warm klingt hier gar nichts, alles ist kalt und steril. Das fügt sich für mein Dafürhalten perfekt in das Gesamtkonzept inklusive Albumcover ein. Am Rande sei noch angemerkt, dass der Mix ebenfalls passt und allen Instrumenten ihren gleichberechtigten Part lässt. Das gilt auch für den Gesang, zu dem noch zu sagen ist, dass man durch Gastvokalist Abbath deutlich merkt, wer das Vorbild von Shagrath in dieser Hinsicht ist, fällt es doch bei „Progenies of the Great Apocalypse“ schwer, überhaupt zu unterscheiden, wer von den beiden gerade ins Mikro krächzt. Wie dem auch sei – die Stimmlage von Shagrath, die mittlerweile nicht mehr viel mit klassichem Black Metal-Gekeife zu tun hat, passt ebenfalls perfekt zum Thema des Albums.

Fazit: Auch wenn ich letztlich diverse positive Aspekte an „Death Cult Armageddon“ gefunden habe, muss ich konstatieren, dass der Gesamteindruck nicht so gut ist, wie er sein könnte. Das Songmaterial ist – abgesehen von ein paar Ausreißern – dem auf „Puritanical Euphoric Misanthropia“ nicht gewachsen. Und wenn dieser Punkt nicht stimmt, nutzen die genannten Verbesserungen (vor allem in punkto orchestraler Integration) nicht viel. Damit müssen 4 von 7 Punkten reichen. Das klingt erstmal nicht so gut – aber das Armageddon ist dieses Album für die Norweger (noch) nicht. Leider sollte es noch viel, viel schlimmer kommen. Doch das ist eine andere Geschichte für andere Rezensionen.


Track – Titel – Länge – Wertung

metal-archives.com

  1. Allegiance – 5:50 – 5/7
  2. Progenies of the Great Apocalypse – 5:17 – 6/7
  3. Lepers Among Us – 4:44 – 4/7
  4. Vredesbyrd – 4:44 – 6/7
  5. For the World to Dictate Our Death – 4:46 – 4/7
  6. Blood Hunger Doctrine – 4:39 – 5/7
  7. Allehelgens død i Helveds rike – 5:35 – 5/7
  8. Cataclysm Children – 5:15 – 4/7
  9. Eradication Instincts Defined – 7:12 – 3/7
  10. Unorthodox Manifesto – 8:50 – 4/7
  11. Heavenly Perverse – 6:32 – 5/7

Gesamteindruck: 4/7 


Dimmu Borgir auf “Death Cult Armageddon” (2003):

  • Shagrath – Vocals
  • Silenoz – Rhythm Guitars
  • Galder – Lead Guitars
  • ICS Vortex – Bass, Vocals
  • Nicholas Barker – Drums, Percussion
  • Mustis – Keyboards, Piano

Anspieltipp: Vredesbyrd

 

MusikWelt: Puritanical Euphoric Misanthropia

Dimmu Borgir


Stilistisch unterscheidet sich Album Nummer fünf recht stark von der bisherigen Dimmu Borgir-Diskografie. Einerseits liegt das an einigen neuen Elementen, die dem Sound hier und da einen starken Industrial-Einschlag verleihen. Andererseits wurde für „Puritanical Euphoric Misanthropia“ erstmals ein richtiges Orchester engagiert, anstatt die symphonischen Parts rein über das Keyboard zu generieren. Beides zusammen sorgt für ein deutlich anderes Hörerlebnis, was aber nicht heißen soll, dass man nicht sofort weiß, mit wem man es hier zu tun hat. Dafür sorgen die typische Melodieführung und die durchaus markanten Stimmen von Shagrath und Vortex.

Gesamteindruck: 5/7


Industrial chic.

Nein, es ist insgesamt kein schlechtes Album, das die Osloer mit „Puritanical Euphoric Misanthropia“ 2001 vorgelegt haben (zumindest für all jene, die kein grundsätzliches Problem mit Dimmu Borgir haben). Allerdings leidet die Platte meines Erachtens an einem ähnlichen Problem, wie es mir schon beim Vorgänger „Spiritual Black Dimensions“ (1999) aufgefallen ist: Es gibt eine handvoll gute Nummern, die überdecken, dass wir es hier nicht mit jenem Meisterwerk zu tun haben, das mir meine Erinnerung suggeriert hat – und zu dem auch die zeitgenössischen Reviews die Platte hochstilisiert haben. Dabei ist man im ersten Moment durchaus beeindruckt von der progressiv anmutenden Vertracktheit mancher Kompositionen. Bei genauerem Hinhören sind Songs wie vor allem „IndoctriNation“ oder „The Maelstrom Mephisto“ jedoch nicht komplex, sondern gnadenlos überladen und führen letztlich nirgendwo hin. Das Problem ist bekannt: Durch den überbordenden Orchester- und Keyboard-Bombast hat man stellenweise Schwierigkeiten, die teils sehr guten Riffs überhaupt vernünftig zu hören.

Für die Aufnahmen wurde das Göterborgs Operans Orkester engagiert. Allein das macht die ganze Chose nochmal bombastischer macht, als es allein mit Keyboard-Arrangements gelungen wäre. Die Idee wäre grundsätzlich vielleicht gar nicht so schlecht gewesen, aber für mein Gefühl gibt es einfach zu viele Spuren und man kann dem Gehörten kaum folgen, was keinesfalls ein gutes Zeichen ist. Ich sogar bin versucht zu sagen, dass Teile von „Puritanical Euphoric Misanthropia“ in diesem Zusammenhang einem ähnlichen Schicksal erliegt wie „S&M“ (1998) von Metallica. Hier wie dort versucht man meiner Meinung nach, viel zu viel in Songs zu packen, die nicht dafür ausgelegt sind. Diese Gratwanderung sollten Dimmu Borgir auf späteren Alben aber zumindest rein technisch besser hinbekommen.

Klargesang als Rettungsanker?

Vor der Veröffentlichung von „Puritanical Euphoric Misanthropia“ hat sich das Besetzungskarusell bei Dimmu Borgir erneut gedreht. Gründungsmitglied Tjodalv räumte den Platz an der Schießbude, sein Ersatz kommt aus England: Nicholas Barker, der bis dahin bei Cradle of Filth die Felle gegerbt hatte. Weiters verabschiedeten sich Astennu (g) und Nagash (b) in Richtung ihrer Hauptband The Kovenant. Als Lead Gitarrist kommt Old Man’s Child-Mastermind Thomas Runde „Galder“ Andersen zu den Osloern. Der schnauzbärtige Glatzkopf bildet gemeinsam mit Shagrath und Silenoz übrigens bis heute das Kernteam von Dimmu Borgir. Neuer Mann am Viersaiter und wie bereits auf „Spritual Black Dimensions“ zuständig für den Klargesang ist Borknagar– und Arcturus-Fronter Simen „Vortex“ Hestnæs.

Mit letzerer Personalie verstärken Dimmu Borgir ein Element ihrer Musik, über das man trefflich streiten kann: Den Einsatz von Klargesang. Auf „Puritanical Euphoric Misanthropia“ ist die Stimme von Vortex häufiger und deutlich akzentuierter eingebaut, als es auf dem Vorgänger der Fall war. Damit kann man – je nach Geschmack – per se ein Problem haben, immerhin bedient sich der Rotschopf einer sehr speziellen, ziemlich melodramatischen Gesangsform. Dass das nicht jeder mag, ist klar; ich eigentlich schon, gleichzeitig komme ich aber nicht umhin, zuzugeben, dass sich Dimmu Borgir viel zu sehr darauf zu verlassen scheinen. Will sagen: Auf „Enthrone Darkness Triumphant“ (1997) brauchte man keinen Klargesang, um grandiose Nummern vorzulegen. Bereits auf dem folgenden „Spiritual Black Dimensions“ waren die Songs, bei denen Vortex am Start war, dem Rest des Materials überlegen (man höre vor allem „The Insight and the Catharsis“). Und genau so verhält es sich auch auf vorliegendem Album über weite Strecken. Man sehnt Vortex‘ Auftritte regelrecht herbei – und er schafft es meines Erachtens tatsächlich, die eine oder andere Nummer hörbar zu veredeln. Die Kehrseite der Medaille: Die Stücke, in denen unser Mann nicht zu hören ist, sind meistens… naja… bestenfalls mittelmäßig. Offenbar ist Dimmu Borgir irgendwo auf dem Weg zu „Puritanical Euphoric Misanthropia“ die Möglichkeit verloren gegangen, auch ohne die jubilierenden Gesangspassagen herausragende Nummern zu schreiben. Und das ist tatsächlich sehr schade.

Erste Albumhälfte deutlich stärker.

Wie erwähnt gibt es zwei weitere Auffälligkeiten auf „Puritanical Euphoric Misanthropia„, die man mögen kann oder auch nicht. Einerseits wäre da die Verwendung von allerlei Effekten und teilweise auch Songstrukturen, die man nicht im Black Metal sondern im Industrial verorten würde. Ohrenfälligstes (aber nicht einziges) Beispiel ist „Puritania“, das sich im gesamten Backkatalog von Dimmu Borgir wie ein absoluter Fremdkörper ausnimmt – und das bis heute. Einfach hier mal reinhören und vor allem auf das abgehackte Drumming, die elektronischen Spielereien und den merkwürdigen Aufbau achten. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass mir der Song gefällt und dass er nach wie vor einer der besten auf dem Album ist, gemeinsam mit dem ebenfalls recht industriell anmutenden“Kings of the Carnival Creation“. Freilich nur, wenn man sich überhaupt an derartiges Songwriting, ausgerechnet von dieser Band, gewöhnen kann.

Abgesehen davon ist meines Erachtens die erste Albumhälfte deutlich stärker. Hier haben wir nach dem Soundtrack-mäßigen Intro „Fear and Wonder“, das es gut versteht, die Spannung aufzubauen, gleich fünf Songs, die mir gefallen. Die erwähnten „Kings of the Carnival Creation“ und „Puritania“, dann noch das rasante (vielleicht sogar schnellste Stück der Band überhaupt?) „Blessings Upon the Throne of Tyranny“, das eher an ältere Dimmu Borgir erinnernde „Hybrid Stigmata – The Apostasy“ und das mit galoppierenden Thrash-Riffs und Cradle of Filth-mäßigem Horror-Feeling ausgestattete „Architecture of a Genodical Nature“. Und ja, auch diese Songs sind teilweise sehr überladen, es passiert viel. Genaues Zuhören ist also notwendig, wenn es dann aber einmal Klick macht, unterhalten die genannten Stücke jedoch sehr gut.

Der Rest vom Schützenfest ist zwar nicht unterirdisch, kann aber mit genanntem Material nicht mithalten (sieht man vom positiven Ausreißer „Sympozium“ ab, der die gesamte zweite Albumhälfte „rettet“). Das Problem ist meines Erachtens, dass Dimmu Borgir ihr Pulver bereits vorher verschossen haben. Und das meine ich durchaus wörtlich – die drei Nummern „IndoctriNation“, „The Maelstrom Mephisto“ und „Absolute Sole Right“ klingen ein bisschen wie Ideen, die von den guten Songs auf dem Album sozusagen übrig geblieben sind und auch noch verwertet werden mussten, um die volle Spielzeit zu erreichen.

Abschließend noch ein Wort zur viel gescholtenen Produktion: Den Wechsel von einem Schweden zum anderen (von Peter Tägtgren hin zu Fredrik Nordström) hört man sehr deutlich. „Puritanical Euphoric Misanthropia“ klingt nicht nur im songwriterischen Sinne industriell; die Produktion wirkt auf mich kalt und maschinell, was recht gut zur futuristischen Ausrichtung passt. Ich denke tatsächlich, dass das die richtige Entscheidung war, denn „Spiritual Black Dimensions“ hatte aus meiner Sicht tatsächlich mit einem zu warmen Klang zu kämpfen. Der altmodische Black Metaller stört sich natürlich an der allzu cleanen Produktion, meiner Ansicht nach hätte es aber keine andere Möglichkeit gegeben, diesen Bombast-Overkill überhaupt hörbar zu machen. Von daher: Daumen hoch für die Fredman-Studios, das passt schon so.


Track – Titel – Länge – Wertung

metal-archives.com

  1. Fear and Wonder – 2:48 – 6/7
  2. Blessings Upon the Throne of Tyranny – 5:19 – 5/7
  3. Kings of the Carnival Creation – 7:45 – 7/7
  4. Hybrid Stigmata – The Apostasy – 6:57 – 5/7
  5. Architecture of a Genocidal Nature – 6:08 – 5/7
  6. Puritania – 3:01 – 6/7
  7. IndoctriNation – 5:57 – 3/7
  8. The Maelstrom Mephisto – 4:41 – 4/7
  9. Absolute Sole Right – 6:24 – 4/7
  10. Sympozium – 5:12 – 6/7
  11. Perfection or Vanity – 3:27 – 5/7

Gesamteindruck: 5/7 


Dimmu Borgir auf “Puritanical Euphoric Misanthropia” (2001):

  • Shagrath – Vocals
  • Silenoz – Rhythm Guitars
  • Galder – Lead Guitars
  • Vortex – Bass, Vocals
  • Nicholas Barker – Drums, Percussion
  • Mustis – Keyboards, Piano

Anspieltipp: Kings of the Carnival Creation

 

MusikWelt: Spiritual Black Dimensions

Dimmu Borgir


„Spiritual Black Dimensions“ ist der vierte Longplayer der Osloer Formation Dimmu Borgir – und gleichzeitig Album Nummer 1 nach dem internationalen Durchbruch „Enthrone Darkness Triumphant“ (1997). Das Ziel war also klar: Die Qualität des Vorgängers mindestens zu halten, um zu beweisen, dass der Erfolg weder Zufall noch eine Eintagsfliege war. Um das zu schaffen, setzen die Norweger auf ihr bewährtes Rezept, erweitern es aber um die eine oder andere Nuance.

Gesamteindruck: 5/7


Überzeugt nicht voll.

Wenn ich an „Spiritual Black Dimensions“ denke, fallen mir auf Anhieb drei definierende Songs ein: Der Opener „Reptile“, dann „Dreamside Dominions“ und – als mein Highlight des Albums – „The Insight and the Catharsis“. Diese Nummern stehen meines Erachtens für alles, was man bereits vorher an Dimmu Borgir zu schätzen wusste (bzw. wofür viele die Band spätestens ab „Enthrone Darkness Triumphant“ zu verachten begannen). Ausufernde, mal unheimliche, mal verträumte Keyboardharmonien treffen auf harschen Gesang und (teils) schwarzmetallisches Riffing. Soweit, so bekannt und gut. Erweitert wird dieses Konzept hier um den fast als „opernhaft“ zu bezeichnenden Gesang von Borknagar-Frontmann Simen „Vortex“ Hestnæs, der bald nach Veröffentlichung des Albums als Vollzeit-Mitglied (Bass und Klargesang) bei Dimmu Borgir einsteigen sollte.

Abgesehen von dieser Neuerung hätten vor allem die relativ geradlinigen und sehr zugänglichen „Reptile“ und „Dreamside Dominions“ aber auch auf „Enthrone Darkness Triumphant“ eine gute Figur gemacht. „The Insight and the Catharsis“ verfolgt hingegen einen etwas komplexeren Ansatz und kann durchaus als Fingerzeig in Richtung Zukunft von Dimmu Borgir gedeutet werden. In diesen Song sind verhältnismäßig viele Ideen gepackt, was schnell nach hinten losgehen kann. Im Falle von „The Insight and the Catharsis“ gelingt den Norwegern allerdings das Kunststück, aus vielen Zutaten eine dramatische und spannende Nummer zu konstruieren – man höre allein den Übergang bei ca. 5:30 Minuten, der meines Erachtens mit zu den besten Beispielen für grandioses Songwriting der sonst in dieser Hinsicht eher einfach gestrickten Dimmu Borgir gehört.

An dieser Stelle sei auf zwei Änderungen im Bandgefüge hingewiesen, die durchaus Einfluss auf das Hörerlebnis haben: Shagrath legt die Klampfe mit „Spiritual Black Dimensions“ endgültig aus der Hand und konzentriert sich voll auf den Gesang – die Lead Gitarre übernimmt der Australier (!) Jamie „Astennu“ Stinson, der gemeinsam mit Bassist Nagash bei den damals noch unter Covenant firmierenden The Kovenant tätig war. Dieser Wechsel führt dazu, dass es nun tatsächlich das eine oder andere gelungene und memorable Solo zu hören gibt (z.B. ab ca. 4:05 Minuten in „The Insight and the Catharsis“), während Shagrath seine bis dato beste und variablste Gesangsleistung abliefert. Mindestens ebenso auffällig ist der Wechsel am Keyboard: Stian Aarstad, der zu „Stormblåst“-Zeiten als Plagiator entlarvte Tastenmann, musste für Øyvind „Mustis“ Mustaparta Platz machen. Abgesehen vom optischen Aspekt (Aarstad ging gerne mal mit Umhang, Zylinder und wenig Corpsepaint auf die Bühne, was so gar nicht zum bemüht bösen Image der Band passen wollte) scheint mir, dass Mustis seine eigenen Instrumente mitgebracht hat. Zumindest klingen die Keyboards in meinen Ohren deutlich symphonischer und orchestraler, als das bisher im Hause Dimmu Borgir der Fall gewesen war. Nicht falsch verstehen: Das Gefühl, hier wäre ein echtes Orchester am Werk, schafft Mustis nicht. Aber sein Spiel und seine Effekte gehen in eine noch neo-klassizistischere Richtung als die seines Vorgängers.

Stellenweise überladen.

Die veränderte Personalsituation scheint mir auch erwähnenswert, weil damit zu tun haben könnte, dass „Spiritual Black Dimensions“ insgesamt etwas an fehlender Kohärenz leidet. Will sagen: Die Keyboard-Harmonien, die sich auf „Enthrone Darkness Triumphant“ noch nahezu perfekt in das Gesamtbild eingefügt haben, fühlen sich hier stellenweise etwas …hmmm… entrückt von der metallischen Basis an. Bei den oben genannten Songs fällt das nicht so sehr auf, weil das einfach gut geschriebene Nummern sind, in denen das Tasteninstrument entweder ganz klar die Führung übernimmt oder die Atmosphäre verdichtet. Beim Rest des Albums verhält es sich ein wenig anders. Über weite Strecken fühlt sich „Spiritual Black Dimensions“ an, als würden ausladende, nein, überladene Keyboard-Arrangements gegen ziemlich straighte, wenig originelle Metal-Riffs kämpfen, statt eine Symbiose mit ihnen einzugehen oder sich gegenseitig zu veredeln. Besonders ohrenfällig ist das für mein Dafürhalten in „The Promised Future Aeons“ und dem Rausschmeißer „Arcane Lifeforce Mysteria“ zu vernehmen. Beide Nummern scheinen mir extrem überfrachtet, verwirrend und ziellos. „United in Unhallowed Grace“ kann zumindest mit seinen thrashigen Riffs und einer vergleichsweise unauffälligen Pianobegleitung punkten, was eine nette Abwechslung auf diesem Album ist.

Abgesehen davon gibt es noch die wenig auffälligen „Behind the Curtains of Night – Phantasmagoria“ und „The Blazing Monoliths of Defiance“ zu hören, die beide am ehesten als klassische Black Metal-Nummern durchgehen können, dabei aber einmal mehr offen legen, dass das nicht der Weg ist, den Dimmu Borgir kompositorisch glaubwürdig zu gehen vermögen. Wie schon bei „Relinquishment of Spirit and Flesh“ (auf „Enthrone Darkness Triumphant“) wäre vor allem zweiterer Song per se gar nicht so schlecht, ist aber nicht zwingend das, was man von dieser Band hören will; um vielleicht trotzdem zu begeistern, soll es ja auch geben, ist dieses Material leider einfach nicht gut genug. Und was schließlich „Grotesquery Conceiled (With Measureless Magic)“ betrifft: Ein netter Cradle of Filth Rip-off. Genau so schreiben die Engländer ihre Songs, ihre Riffs und setzen das Keyboard ein. Ja, macht schon Spaß, der Track, aber eigentlich passt sowas dann doch wesentlich besser zu den Vampiren um Dani Filth.

Merkwürdige Produktion.

Dass „Spiritual Black Dimensions“ gegenüber seinem großartigen Vorgänger das Nachsehen hat, lässt sich letztlich auf zwei Bereiche zurückführen: Einerseits wären da die Keyboards, die ich keineswegs per se verdammen möchte. Aber so, wie sie auf diesem Album eingesetzt werden, hat man teilweise Probleme, die Songs dahinter überhaupt zu erkennen. Das liegt – andererseits – zu einem Gutteil an der Produktion, der die scharfen Kanten von „Enthrone Darkness Triumphant“ vollkommen fehlen. Unverständlich, saß doch hier wie dort Peter Tägtgren, eigentlich ein Könner seines Faches, hinter den Reglern. Wieso der Hypocrisy– und Pain-Chef die Keyboards mit ihren gefühlt 1.000 Spuren hier dermaßen in den Vordergrund gestellt hat, ist mir ein Rätsel. Die Riffs von Dimmu Borgir mögen einfach sein, aber so, wie sie hier zugedeckt werden, hat man stellenweise keine Chance, das überhaupt zu erkennen. Generell ist die gesamte Produktion viel zu verschwommen ausgefallen, was das Gefühl eines wabernden Keyboard-Teppichs, der alles überdeckt, noch verstärkt. All das macht „Spiritual Black Dimensions“ trotz eigentlich eingängiger Melodien insgesamt unerwartet schwer am Stück hörbar. Konfus und verworren, so präsentiert sich die Platte bei den ersten Durchgängen; ein Eindruck, der sich bei manchen Songs auch nach zig Hörversuchen nicht bessern will.

All das heißt nun nicht, dass „Spiritual Black Dimensions“ eine miese Platte ist. Aber, und damit schließt sich der Kreis zum ersten Absatz dieser Rezension: Mein Gedächtnis hat mich nicht getäuscht, es gibt tatsächlich nur drei uneingeschränkte Highlights auf dem Album. Das ebenfalls recht starke „United in Unhallowed Grace“ hatte ich hingegen – aus welchen Gründen auch immer – verdrängt. Diese Nummern sind meines Erachtens so stark, dass sie den Gesamteindruck, den ich nach wie vor von „Spiritual Black Dimensions“ habe, deutlich nach oben korrigieren würden, wenn ich nicht aufpasse. Zu Unrecht, wenn ich ganz ehrlich und halbwegs objektiv sein soll – daher müssen wohlwollende 5 Punkte reichen, auch wenn 4 vermutlich noch angemessener gewesen wären.


Track – Titel – Länge – Wertung

metal-archives.com

  1. Reptile – 5:17 – 6/7
  2. Behind the Curtains of Night – Phantasmagoria – 3:20 – 3/7
  3. Dreamside Dominions – 5:13 – 7/7
  4. United in Unhallowed Grace – 4:22 – 5/7
  5. The Promised Future Aeons – 6:51 – 3/7
  6. The Blazing Monoliths of Defiance – 4:37 – 4/7
  7. The Insight and the Catharsis – 7:17 – 7/7
  8. Grotesquery Conceiled (With Measureless Magic) – 5:10 – 4/7
  9. Arcane Lifeforce Mysteria – 7:03 – 3/7

Gesamteindruck: 5/7 


Dimmu Borgir auf “Spiritual Black Dimensions” (1999):

  • Shagrath – Vocals
  • Silenoz – Rhythm Guitars
  • Astennu – Lead Guitars
  • Nagash – Bass, Backing Vocals
  • Tjodalv – Drums, Percussion
  • Mustis – Keyboards
  • Vortex [Guest] – Vocals

Anspieltipp: The Insight and the Catharsis

 

MusikWelt: Enthrone Darkness Triumphant

Dimmu Borgir


Wir schreiben das Jahr 1997. Es ist ein gutes Metal-Jahr, das die Debüts von HammerFall, Children of Bodom und Nightwish sieht, außerdem großartige Alben von Emperor, Immortal, In Flames, Stratovarius und Rammstein. Und auch der dritte Longplayer von Dimmu Borgir, „Enthrone Darkness Triumphant“, wird auf die Menschheit losgelassen – und verändert die öffentliche Wahrnehmung des Black Metal für immer.

Gesamteindruck: 7/7


Der Durchbruch.

„Enthrone Darkness Triumphant“ war für Dimmu Borgir in vielerlei Hinsicht eine Zäsur. Dabei unterscheidet sich das Album musikalisch gar nicht so sehr von seinen Vorgängern, wie man vielleicht meinen könnte – es dominieren regelrecht verträumt wirkende Keyboard-Harmonien, die über mal mehr, mal weniger harsche Black Metal-Riffs gestülpt sind. Insgesamt ist Album Nummer 3 sogar härter und schneller als „Stormblåst“. Und auch das Bandgefüge hat sich nur an einer Position (der neue Mann am Bass hört auf den Namen Nagash) verändert. Und dennoch – 1997 ist plötzlich alles ganz anders. Das beginnt beim Bandlogo, das nicht mehr klassisch-unlesbar ist, setzt sich bei Album- und Songtiteln fort (bis zu diesem Zeitpunkt spielte sich im Hause Dimmu Borgir alles auf norwegisch ab), reicht über die professionelle Peter Tägtgren-Produktion und endet bei der modifizierten Atmosphäre.

In der Retrospektive scheint jede einzelne dieser Veränderungen, die Basis für die Anfeindungen durch die trve Black Metal-Szene sind, auf den Wechsel des Labels zurückzuführen zu sein. Denn es begab sich just zu jener Zeit, dass Dimmu Borgir, gestartet beim zweifelhaften No Colours Records, dann schnell gesigned vom recht undergroundigen Cacophonous Records (dort standen u.a. Cradle of Filth unter Vertrag), bei Nuclear Blast landeten. Das deutsche Label war damals gerade im Aufstieg begriffen, hatte u. a. mit HammerFall, Hypocrisy, Therion und Amorphis diverse heiße Eisen im Feuer. Mit Dimmu Borgir bewiesen die Verantwortlichen ebenfalls den richtigen Riecher. Auch weil es – im Gegensatz zu heute – überhaupt nicht üblich war, Black Metal aus Norwegen im Portfolio zu haben. Zu lebhaft war damals noch die Erinnerung an die brennenden Stabkirchen, an Mord und Gewalt. Eine lange Vorgeschichte, ich weiß. Aber die halte ich für essenziell, weil sie letztlich nicht nur Dimmu Borgir betrifft, sondern das Tor für eine breitere Wahrnehmung des wohl extremsten aller Musikgenres in der Öffentlichkeit aufstieß – mit allen positiven und negativen Konsequenzen.

Punktet auf allen Ebenen.

Nun kommen aber endlich zur Musik auf „Enthrone Darkness Triumphant“. Wie erwähnt unterscheidet sich dieses Album vom Songwriting her nicht so sehr von seinen Vorgängern, wie man meinen könnte, wenn man verschiedene Reviews liest. Ja, insgesamt ist die Platte etwas härter, aber die Unterschiede zu „Stormblåst“ scheinen mir im Großen und Ganzen dann doch eher der guten (zu guten?) Produktion geschuldet zu sein. Außerdem von Beginn an auffällig: Shagrath tritt hier erstmals als hauptamtlicher Sänger auf. Seine Stimmlage unterscheidet sich tatsächlich stark vom klassisch-schwarzen Gekrächze, das er selbst und Kumpel Silenoz auf früheren Platten zum Besten gegeben haben. Auch das ist ein Faktor, der „Enthrone Darkness Triumphant“ zugänglicher macht, obwohl man hier den Klargesang späterer Alben vergeblich sucht.

„Enthrone Darkness Triumphant“ startet mit drei Songs, die direkt zu Klassikern auf der Setlist der Norweger avancieren sollten. Vor allem der Opener „Mourning Palace“ ist hier zu nennen, nicht, weil er meines Erachtens der beste Song des Albums ist (allerdings ist er nah dran), sondern weil er einfach zum Soundtrack des Jahre 1997 gehört. Bei den ersten Keyboard-Klängen fühlt sich hier auch der Fan der esten beiden Alben der Osloer noch recht heimisch, wenn es dann aber mit den Gitarren los geht, reibt man sich im ersten Moment verwundert die Ohren. Denn so heavy wie hier klangen Dimmu Borgir in den alten Tagen keineswegs. Hier gibt es Heavy Metal-Riffing vom Feinsten, clever arrangiertes Keyboard-Spiel und ausgefeiltes Songwriting. Ähnliches gilt für „Spellbound (By the Devil)“ und meinen persönlichen Favoriten „In Death’s Embrace“. Letztere Nummer ist mit dem zwischen Shagrath und Nagash aufgeteilten Gesang und stark verzerrten Gitarren zum Teil tatsächlich sehr Black Metal-affin. Was mich hier aber wirklich begeistert, ist die Art, wie das Keyboard eingesetzt wird, einerseits in der Melodieführung während der Strophen, andererseits im instrumentalen Mittelteil. Ich denke, diese Nummer steht für alles, was ihre Fans an Dimmu Borgir schätzen. Und das in völlig unverbrauchter und frischer Form.

Nach solchen Lobeshymnen folgt oft ein Satz wie „naturgemäß fällt der Rest des Songmaterials im Vergleich dazu etwas ab“. Im Falle dieses Albums gibt es allerdings mit „Tormentor of Christian Souls“, „Entrance“, „Master of Disharmony“ und dem finalen, fast schon romantisch-verträumten „A Succubus in Rapture“ vier weitere Hits, die jeder, der zumindest ein bisschen was mit der melodischen Seite des Black Metal anfangen kann, zu schätzen wissen müsste. Wobei speziell zu „Tormentor of Christian Souls“ gesagt sei, dass derartige Texte bei Dimmu Borgir immer schon höchst irritierend waren. Denn das Image der bösen Satanisten hat dem Quintett tatsächlich von Anfang an niemand abgenommen – und dass die Lyrics auf diesem Album in weiten Teilen in diese Kerbe hauen, war der Credibility auch nicht unbedingt zuträglich.

Zu erwähnen sind noch die übrigen drei Songs, die immer ein bisschen vergessen werden, wenn man über „Enthrone Darkness Triumphant“ spricht. Im Fall von „Prudence’s Fall“ zu Unrecht, diesen Track finde ich schon sehr stark. „Relinquishment of Spirit and Flesh“ ist hingegen eine Art Opfer des Dimmu Borgir’schen Songwritings: Eigentlich wäre das ein Song, der jeder Black Metal-Band gut zu Gesicht stehen könnte. Bei der speziellen Form von Black Metal, die Dimmu Borgir spielen, wirkt die Nummer aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Eingängigkeit hingegen wie ein Fremdkörper. Mir gefällt der Song eigentlich gar nicht so schlecht, aber von dieser Band und auf diesem Album ist er irgendwie fehl am Platze. Und schließlich gibt es noch „The Night Masquerade“, ein Lied, an das man sich nur wegen der kurzen weiblichen Stimmeinlage gegen Ende erinnert. Ausfälle sind das alles keine, aber richtig gut geht halt auch anders.

Fazit: Das Songmaterial gehört meiner Ansicht nach zum Besten, das Dimmu Borgir jemals veröffentlicht haben. Das liegt vornehmlich daran, dass die Norweger hier tatsächlich die perfekte Balance zwischen melodiöser Zugänglichkeit und schroffer Härte schaffen. Klar muss man dafür als Hörer eine grundsätzliche Affinität für neoklassizistisch-symphonische Klänge mitbringen – die sollte theoretisch aber bei jedem Metalhead, der ein etwas breiteres Spektrum zu schätzen weiß, vorhanden sein. Auch logisch, dass dem Anhänger des ursprünglichen Black Metal der 2. Generation selbst Nummern wie „Tormentor of Christian Souls“ oder „Spellbound (By the Devil“, die ja vom Titel her genau ins Beuteschema fallen müssten, höchstens ein müdes Lächeln abringen. Ich persönlich verstehe das gut, bin aber deshalb nicht bereit, Dimmu Borgir zu verdammen. Selbstverständlich klingen sie nicht wie Darkthrone, ich halte das aber keinesfalls für ein Qualitätskriterium – das anders handzuhaben bleibt natürlich jedem unbenommen.

Nuclear Blast und die Folgen.

Eine Schlussbemerkung zum Deal mit Nuclear Blast sei mir gestattet – freilich, ohne genaue Hintergründe zu kennen. Fakt ist, dass das Label schon immer ein Händchen bei der Auswahl seiner Talente hatte. Inwiefern die unter Vertrag genommenen Bands musikalisch, aber auch hinsichtlich Auftreten, Ideologie etc. geformt werden, entzieht sich zwar meiner Kenntnis. Fakt ist jedoch auch, dass Dimmu Borgir nach dem Wechsel zu Nuclear Blast in fast allen Bereichen herzeigbarer und leichter konsumierbar wurden. Es war weder ihr Schaden, noch der des Labels, muss man konstatieren. Für die um Kredibilität bemühte Black Metal-Szene muss es hingegen eine Art Weckruf gewesen sein, schien es doch plötzlich möglich, mit vermeintlich geringen Anpassungen auch mit dieser Musik Geld zu machen.

Ich weiß es tatsächlich nicht, glaube aber, hierin DIE Ursache einer bis heute dauernden Diskussion und Spaltung der Szene erkennen zu können. Und auch wenn Dimmu Borgir vom Start weg sowohl musikalisch als auch ideologisch weit weniger radikal als viele ihrer Landsleute zu Werke gingen, ist die Zusammenarbeit mit Nuclear Blast definitiv eine Erwähnung wert, weil sie letztlich zur Initialzündung für eine breitere öffentliche Wahrnehmung der schwarzen Tonkunst wurde. Freilich mit dem Nachteil, dass Außenstehende tatsächlich glaubten, Black Metal klinge immer wie bei Dimmu Borgir und sich mit Grausen von traditionelleren Klängen der 2. Generation (Darkthrone, anyone?) abwandten. Vermutlich, weil deren Musik allein, also ohne das richtige Feeling dafür, kaum konsumierbar ist, ganz im Gegenteil zu dem, was Dimmu Borgir machten und machen. Dieser Verwirrung fielen im Endeffekt auch die zwei Vorgängerwerke der Osloer zum Opfer, die bei vielen, die sie mit „Enthrone Darkness Triumphant“ kennengelernt hatten, so gar nicht punkten konnten. So jedenfalls meine, vermutlich sehr eingeschränkte und freie Interpretation der Ereignisse.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Mourning Palace – 5:12 – 7/7

    metal-archives.com

  2. Spellbound (By the Devil) – 4:07 – 6/7
  3. In Death’s Embrace – 5:41 – 7/7
  4. Relinquishment of Spirit and Flesh – 5:31 – 5/7
  5. The Night Masquerade – 4:23 – 4/7
  6. Tormentor of Christian Souls – 5:38 – 6/7
  7. Entrance – 4:46 – 6/7
  8. Master of Disharmony – 4:14 – 5/7
  9. Prudence’s Fall – 5:54 – 6/7
  10. A Succubus in Rapture – 5:57 – 6/7

Gesamteindruck: 7/7 


Dimmu Borgir auf “Enthrone Darkness Triumphant” (1997):

  • Shagrath – Vocals, Lead Guitars
  • Erkekjetter Silenoz – Rhythm Guitars
  • Nagash – Bass, Backing Vocals
  • Tjodalv – Drums, Percussion
  • Stian Aarstad – Keyboards, Piano

Anspieltipp: In Death’s Embrace