FilmWelt: CAM

Die Identität in Zeiten von Social Media ist das zentrale Element von „CAM“. Was bedeutet es für einen Menschen, eine Art virtuelles Doppelleben zu führen – tagsüber als brave Tochter mit einem erfundenen „Job im IT-Bereich“ und nachts als verruchtes Webcamgirl mit sehr realem Einkommen? Der Thriller mit Horror-Elementen ist trotz bunter Farben ein düsteres Spiegelbild unserer Zeit, in der viele Menschen ihren Wert einzig und allein über „Likes“ und „Follower“ definieren. Und das betrifft nicht nur emotionale Werte, sondern hat durchaus auch monetäre Aspekte. Doch was passiert, wenn jemandem, der in jeder Hinsicht davon abhängig ist, seine Online-Identität gestohlen wird?

Gesamteindruck: 4/7


Black Mirror als Film.

Der 2018 von Netflix auf den Markt gebrachte Film „CAM“ orientiert sich für mein Dafürhalten sehr stark an der britischen Anthology-Serie „Black Mirror“. Auch in deren Folgen wird immer wieder vor den katastrophalen Entwicklungen, die unser Technik- und Social Media-Wahn für ganze Gesellschaften aber auch für den Einzelnen haben kann, gewarnt. So auch in „CAM“, wobei es hier eher um ein Einzelschicksal geht.

Inhalt in Kurzfassung
Alice Ackerman alias „Lola_Lola“ bestreitet ihren Lebensunterhalt als Webcamgirl. Mit immer ausgefalleneren Methoden versucht sie, ihre zahlreichen Konkurrentinnen in der Rangliste des einschlägigen Portals zu überholen. Gleichzeitig ringt die junge Frau mit der Entscheidung, ihre Mutter über ihren außergewöhnlichen Job zu informieren. Das alles wird hinfällig, als sich Alice plötzlich nicht mehr in ihren Account einloggen kann und fassungslos mit ansehen muss, dass „Lola_Lola“ weiterhin sendet. Live, mit ihrem Gesicht und ihrer Stimme. 

Der Plot gliedert sich in vier Teile: Zunächst werden Haupt- und Nebenfiguren vorgestellt, dann berichtet der Film über die Verzweiflung der Protagonistin, als sie sich nicht mehr in ihren Account einloggen kann. Als nächstes bestimmen die Versuche, das Geschehene aufzuklären die Handlung, bis es schließlich zur finalen Auseinandersetzung mit der vermeintlichen Identitätsdiebin kommt. Die ersten gut drei Viertel der Laufzeit beschäftigen sich auf durchaus spannende Weise mit aktuellen Fragen. Wenn die Protagonistin beispielsweise plötzlich aus ihrem eigenen Account ausgesperrt ist, alle Klärungsversuche beim gesichtslosen Betreiber des Portals scheitern und die Polizei weder versteht, um was es geht, noch gewillt ist, zu helfen, hat das etwas beunruhigend Realistisches. Das liegt vorwiegend an der guten Darstellung durch Madeline Brewer, die die Diskrepanz zwischen echten Gefühlen im wirklichen Leben und der Plastik-Welt als Webcamgirl sehr stark umsetzt. Dadurch schafft es der Film hier tatsächlich, aufklärend zu wirken und die Schattenseiten der schönen neuen Medienwelt vor den Vorhang zu zerren.

Überhaupt muss man der Hauptdarstellerin gratulieren, die den zwei  Facetten ihrer Rolle Leben einhaucht. Einerseits ist da das Webcamgirl Lola_Lola, das nicht mehr als ein Geschäftsmodell ist. Das Lächeln wirkt aufgesetzt, die Quasi-Dialoge mit den Typen im Chatroom, die die Cam-Show verfolgen, künstlich und gestellt, aber genau in der Sprache, die man aus allen möglichen Social Media-Kontexten kennt. Etwas realer wirkt Lola_Lola nur beim Privatchat mit besonders zahlungswilligen Kunden. Die andere Seite ihrer Persönlichkeit ist die junge Frau Alice Ackerman, die tatsächlich reale Gefühle hat und zeigt. Daher: Lob an die Schauspielerin, die scheinbar mühelos zwischen diesen beiden Rollen wechselt. Übrigens helfen Ton- und Bildkomposition sehr gut, all das glaubhaft zu machen – denn auch hier gibt es, vor allem in Sachen Optik – den starken Kontrast zwischen virtuellem und realem Leben.

Merkwürdiger Schluss.

Leider, und damit kommen wir zum letzten Viertel des Films, wird der zu Beginn aufgebaute Realismus nicht konsequent bis zum Schluss beibehalten. Scheinbar waren sich die Verantwortlichen nicht sicher, wie sie „CAM“ vernünftig zu Ende bringen können – denn fast bis zum Finale haben wir es mit einem reinrassigen, technoiden Thriller zu tun, der so oder so ähnlich tatsächlich in unserer Welt passieren könnte; und das vermutlich sogar tagtäglich tut. Dann tauchen aber plötzlich Horror-Elemente auf, die meines Erachtens nicht notwendig gewesen wären und den Gesamteindruck stören. Die „Schuld“ für die Ereignisse, speziell den vermeintlichen Identitätsdiebstahl, wird auf ein übernatürliches Phänomen geschoben, was nicht zum bis dahin sehr realitätsnahen Geschehen passen will. Noch dazu gibt es keinerlei weiterführende Erklärungen dazu, was das Ganze noch einmal merkwürdiger macht.

Das ist doppelt schade – einerseits, weil es eben einen Teil der Beklemmung, den „CAM“ durch seinen Realismus bis dahin ausgelöst hat, direkt raus nimmt. Andererseits kann der Film dadurch in letzter Konsequenz nicht als ernstgemeinte Warnung vor den Auswüchsen unseres Internet-Zeitalters durchgehen. Gerade letzteres hätte ich bis zum Finale jedoch sehr wohl als Intention des Films verstanden. Damit nimmt sich „CAM“ selbst einen Gutteil seiner Bedeutung.

Für die Gesamtwertung bedeutet das, dass „CAM“ auf den letzten Metern einiges von seinem Potenzial liegen lässt. Das stimmt mich ein bisschen traurig, weil der Film seine Geschichte sehr gut aufbaut und die Darsteller einwandfreie Arbeit leisten (an dieser Stelle seien neben der Hauptdarstellerin vor allem zwei ihrer „Kunden“ genannt, die etwas längere Auftrittehaben). Letztlich bleibt durch das vermurkste Finale aber der Eindruck, nicht mehr als eine durchschnittliche Black Mirror-Folge gesehen zu haben.

Gesamteindruck: 4/7


Originaltitel: CAM.
Regie: Daniel Goldhaber
Jahr: 2018
Land: USA
Laufzeit: 95 Minuten
Besetzung (Auswahl): Madeline Brewer, Patch Darragh, Melora Walters, Devin Druid, Imani Hakim, Michael Dempsey



 

FilmWelt: Jurassic Park III

Man kann hier exakt das Gleiche schreiben, wie schon bei der Rezension zu „Vergessene Welt“. Auf den Punkt gebracht: Auch Teil 3 des Jurassic Park-Franchise scheitert an Erwartungen und Umsetzung. Daran kann auch der riesige Spinosaurus nichts ändern. Leider.

Gesamteindruck: 2/7


Nahezu völlig misslungen.

Gut ansehen kann man sich diesen Streifen, wenn man sich gerne Dinosaurier ansieht. Diese sind nämlich auch im dritten Teil der „Jurassic Park“-Reihe exzellent gelungen – das hat man aber auch nicht anders erwartet. Vor allem die neu dazugekommenen Flugsaurier, die wirklich bösartig wirken, wurden sehr gut umgesetzt. Schwierigkeiten habe ich mit dem zweiten „Neuling“, dem Spinosaurus. Das liegt weder an seiner schieren Größe (war wohl tatsächlich so riesig), noch daran, dass er den T-Rex als mächtigsten Bewohner der Isla Sorna ablöst. Vielmehr ist es verwunderlich, dass die Menschen bereits in „Vergessene Welt“ soviel Zeit auf dieser Insel verbringen und nichts von diesem Riesen bemerken… Insgesamt sehnt man aber den ganzen Film über seine Auftritte herbei, wenngleich diese manchmal doch sehr unfreiwillig (?) komisch wirken (Stichwort: „Satellitentelefon-Szene“).

Nun gehören Logikfehler seit jeher zu Filmen im Allgemeinen und zu Jurassic Park im Speziellen, jedoch verwunderte es schon bei „Vergessene Welt“, wie sehr eine solche Geschichte an den Haaren herbei gezogen werden kann. Teil 3 macht es leider nicht besser. Allein schon die Eröffnungssequenz mit dem Gleitschirm, der von einem Boot gezogen wird, wirkt völlig aus der Luft gegriffen. Da fährt das Boot durch eine aus dem Nichts auftauchende, unecht wirkende Nebelbank, es ruckelt ein wenig am Schirm und plötzlich ist der Steuermann verschwunden – wohin erfährt man nicht. Das ist ähnlich unsinnig wie der T-Rex in Teil 2, der irgendwie alle Menschen auf dem Frachtschiff tötet und danach trotzdem wieder in seinem Gefängnis ist. Ein anderes Beispiel ist der hartnäckige Spinosaurus, der nach einem Kampf gegen den T-Rex (beste Szene im Film, leider viel zu kurz) lieber die kleinen, zweibeinigen Häppchen um die ganze Insel jagt, anstatt sich an seinem gefallenen Gegner zu laben. Wir wissen heute zwar nicht wirklich viel über das Verhalten von Dinosauriern, aber das wirkt doch sehr unglaubwürdig und nur als Ausrede, um den heimlichen Star des Filmes öfters im Bild zu haben.

Die Story ist diesmal eine Rettungsmission, natürlich wieder von einer völlig unzureichend ausgerüsteten Expedition durchgeführt, die gleich zu Beginn drastisch reduziert wird. Ein Kind, das schlauer ist, als alle Erwachsenen ist konsequenterweise ebenfalls wieder mit von der Partie – verständlich, da ja die junge Zielgruppe bedient werden will. Anstelle von Jeff Goldblum darf diesmal Sam Neill alias Dr. Alan Grant die Hauptrolle spielen, was exakt den gleichen Effekt wie in „Vergessene Welt“ hat: einer ohne den anderen funktioniert in Jurassic Park offensichtlich nicht. Diesmal sind allerdings die übrigen Schauspieler nicht ganz so farblos wie in Teil 2, jedoch trotzdem allesamt weit entfernt von einer oscarverdächtigen Leistung. Die Dialoge wirken großteils aufgesetzt und unausgegoren, um nicht zu sagen dümmlich.

Auch der Schluss schafft es wieder nicht, die goldene Mitte zu treffen, obwohl das bei einem derart misslungenen Film kaum noch eine Rolle spielt. War das Ende von Teil 2 noch viel zu langatmig, wird hier nach knapp über 90 Minuten umso überhasteter und unrealistischer abgebrochen, was dem Ganzen Trauerspiel zumindest die passende Glaubwürdigkeitskrone aufsetzt und den Zuschauer damals sinnierend hinterließ, ob der geplante vierte Teil diese Leistung noch einmal unterbieten wird. Doch das ist eine andere Geschichte.

Gesamteindruck: 2/7


Originaltitel: Jurassic Park III
Regie: Joe Johnston
Jahr: 2001
Land: USA
Laufzeit: 92 Minuten
Besetzung (Auswahl): Sam Neill, William H. Macy, Alessandro Nivola, Laura Dern


Filmvorschau (Deutsch)


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BuchWelt: Vergessene Welt

Michael Crichton


Eigentlich traurig, wenn sich das Klischee bestätigt, dass eine Fortsetzung selten (manche sagen gar „nie“, dem schließe ich mich aber keinesfalls an) besser als das Original ist. Bei „Vergessene Welt“ trifft dieses Vorurteil leider voll und ganz zu.

Gesamteindruck: 2/7


Unnötige Fortsetzung.

Mit „DinoPark“ (1990) erschuf der von mir sehr geschätzte Michael Crichton († 2008) eine eigene Welt, die den Leser sofort gefangen nahm und bis zum Schluss nicht mehr losließ. Am Ende war die Geschichte abgeschlossen, man hatte nicht das Gefühl, dass das Werk als Fortsetzungsroman gedacht war. Es gab zwar hier und da Hinweise, die ein Sequel hätte aufnehmen können, aber im Großen und Ganzen schien die Geschichte doch beendet zu sein. Dass in „Vergessene Welt“ keiner der wenigen ungeklärten Handlungsfäden aus Teil 1 aufgenommen wurde, ist gleich der Anfang vom Ende der Fortsetzung. Eher geschieht hier das Gegenteil – plötzlich ist Dr. Malcolm wieder da, was wohl eindeutig der filmischen Fortsetzung geschuldet sein dürfte. Für das Buch wäre das in keiner Weise notwenig gewesen, da hätte der Autor wohl eher Dr. Grant nehmen sollen, damit wäre der Einstieg schon mal deutlich glaubwürdiger gewesen.

Dieser – gelinde gesagt – gewöhnungsbedürftige Anfang ließe sich ja noch verschmerzen, wenn die restliche Story nicht derart verkrampft und uninspiriert wirken würde. Logisch, dass zwei Wunderkinder (viel penetranter und nerviger als im ersten Teil) dabei sein müssen, natürlich gibt es wieder Bösewichte, die aus den Dinos Kapital schlagen wollen und wenig überraschend wohnt dem System wieder inhärentes Chaos inne (frei nach Dr. Malcolm). In Teil 1 haben all diese Komponenten sehr gut miteinander harmoniert und hatten perfekte Hochspannung zum Ergebnis. In der „Vergessenen Welt“ wirkt durchgehend alles aufgesetzt – selbst das, was Michael Crichton normalerweise so gut beherrscht, das Einweben von wissenschaftlichen Thesen in die Romanhandlung, will einfach nicht fesseln. Dazu kommt, dass die Charaktere nicht nur jeden Tiefgang vermissen lassen, sie verhalten sich auch noch durchwegs unglaubwürdig, ihre Umsetzung wirkt überhastet und unfertig. Ähnliches gilt für den gesamten Rahmen, der einfach nicht das berühmte „Bild im Kopf“ entstehen lässt. Dabei ist die grundsätzliche Idee mit der „Anlage B“ alles andere als schlecht – sie ist nur schlecht umgesetzt und lieblos gestaltet worden. Dass der zugehörige Kinofilm eine komplett andere Geschichte erzählt, scheint somit nicht von ungefähr zu kommen – da er jedoch ebenfalls nicht überzeugen kann, spielt das keine große Rolle.

Der Vorgänger-Roman war ein zu Recht hochgelobter, extrem spannender Techno-Thriller, der vor allem durch die Verfilmung unter dem Titel „Jurassic Park“ zu hoher Bekanntheit gelangte. Nun ist es durchaus legitim, aus einem solchen Erfolg Kapital schlagen zu wollen, jedoch gelingt es weder dem nachfolgenden Buch noch dem Film auch nur annähernd, die Klasse der jeweiligen Vorgänger zu erreichen. Dem Kapital des mittlerweile verstorbenen Autors bzw. Regisseurs dürfte das – der Werbekampagne sei dank – nicht geschadet haben, eher im Gegenteil. Gemessen am Vorgänger (und daran muss ein solches Sequel hauptsächlich gemessen werden) reicht es damit leider nur zu knappen zwei Punkten, was für Crichton-Verhältnisse natürlich mehr als katastrophal ist.

Gesamteindruck: 2/7


Autor: Michael Crichton
Originaltitel: The Lost World
Erstveröffentlichung: 1995
Umfang: 479 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch


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BuchWelt: DinoPark

Michael Crichton


„DinoPark“ ist meiner Ansicht nach das Opus Magnum von Michael Crichton. In diesem Buch schafft der im November 2008 verstorbene Autor die perfekte Symbiose aus Science, Fiction und Thriller zu einem wahren Meisterwerk. Das alles liest sich nicht nur fantastisch – es hat dazu beigetragen, die Fantasie einer ganzen Generation anzuregen. Die allerdings die Warnung, die dem Buch zugrunde liegt, kaum zur Kenntnis genommen hat, sondern – im Gegenteil – sogar die Hoffnung hatte (und wohl nach wie vor hat), dass das, was Crichton hier geschrieben hat, keine reine Fantasie ist.

Gesamteindruck: 7/7


Ein Buch über die Grenzen der Wissenschaft.

Dieses – durch die Verfilmung unter dem Titel „Jurassic Park“ – wohl bekannteste Buch von Michael Crichton († 2008) bietet im Prinzip zwei Handlungsebenen und sollte auch unbedingt so gelesen werden, um sein volles Potential zu entfalten. Die vordergründige Story ist ein spannender Thriller, in dem sich alles um das mögliche Klonen von Dinosauriern dreht, und wie versucht wird, daraus über einen Vergnügungspark auf einer Insel Kapital zu schlagen. Dass das nicht so einfach wird, wie geplant, liegt auf der Hand. Crichton schafft es trotzdem, diese Geschichte fesselnd und dramatisch zu gestalten. Die Charaktere haben Tiefe und das Spiel mit wissenschaftlichen „Einblendungen“ inmitten der Geschichte beherrscht der Autor sowieso perfekt. Insgesamt ergibt das einen hochspannenden Plot, in dem die technisch-akademischen Feinheiten so eingearbeitet wurden, dass sie absolut nicht als Fremdkörper wirken. Wie bei Crichton schon öfters gesehen, gibt es Diagramme, schematische Darstellungen und Computerausdrucke, die sich perfekt in die Geschichte integrieren und ein ganz eigenes Flair schaffen.

Noch interessanter als die (alles andere als langweilige) „Dinosaurier-Handlung“ ist jedoch, was mehr oder weniger zwischen den Zeilen steht. Crichton schafft mit der Figur des Ian Malcolm einen Kultcharakter, dem es gelingt, auch akademisch eher unbeleckten Lesern ein Hauptproblem der (Natur-)Wissenschaft näher zu bringen. Es geht um die inhärente Unkontrollierbarkeit, die künstlich geschaffenen Systemen innewohnt. Wie schon Friedrich Dürrenmatt in „Die Physiker“ zeichnet der Autor ein düsteres Bild von den möglichen Konsequenzen der zunächst so erfolgreichen Naturwissenschaften, deren Akteure einfach alles machen, was machbar ist, ohne zu hinterfragen, ob es gemacht werden sollte. Dass der Autor dabei nicht zimperlich vorgeht ist sicher beabsichtigt und nur ein weiterer Grund, das Werk weiterzuempfehlen. Gehör hat sich Crichton mit diesem Buch auf jeden Fall verschafft, dass der Film ihm noch größere Aufmerksamkeit zuteil werden ließ ist nicht nur legitim, sondern aus meiner Sicht auch durchaus wünschenswert.

Übrigens: Bis 1998 wurde das Buch im deutschsprachigen Raum unter dem Titel „DinoPark“ veröffentlicht und gehandelt. Seither heißt das Buch auch in der deutschen Übersetzung „Jurassic Park“, wurde also an die gleichnamigen Filme angeglichen.

Gesamteindruck: 7/7


Autor: Michael Crichton
Originaltitel: Jurassic Park
Erstveröffentlichung: 1990
Umfang: 533 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch


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FilmWelt: Vergessene Welt: Jurassic Park 2

Man sollte nicht dem Vorurteil erliegen, dass Fortsetzungen per se etwas Schlechtes sein müssen – es gibt durchaus Ausnahmen. Die „Vergessene Welt“ gehört leider nicht dazu. Nach „Jurassic Park“, einem meiner Meinung nach ein sehr gelungenem Film, scheitert das Sequel nicht nur an den hohen Erwartungen, sondern vor allem an der Umsetzung.

Gesamteindruck: 3/7


Vom alten Glanz ist wenig übrig geblieben.

Zunächst ist es natürlich lobenswert, Jeff Goldblum wieder an Bord zu holen. Allerdings wirkt der, ohne seine „alten“ Kollegen Sam Neill und Laura Dern reichlich verloren und kann somit an der Mittelmäßigkeit des Filmes nichts ändern. Der Rest der Schauspielerriege bleibt dermaßen farblos, dass (ganz im Gegensatz zu Teil 1) überhaupt keine Identifikationsfiguren, weder sympathische, noch unsympathische, geschaffen werden. Wenn man beispielsweise krampfhaft versucht, der eigentlich etablierten Figur des Dr. Malcolm durch eine Tochter und irgendwie angedeutete familiäre Probleme mehr Tiefe zu verleihen, wirkt das doch sehr aufgesetzt.

Das größte Problem am Film ist jedoch die Handlung, die zum Großteil haarsträubend absurd und unlogisch wirkt. Zum Beispiel muss ein Mann während der Expedition durch den Dschungel, von dem man schon längst weiß, wie gefährlich er ist, mal kurz austreten und entfernt sich dabei dermaßen weit von der Gruppe, dass er sich verirrt und außer Rufweite gerät – das wirkt unrealistischer als in jedem Horrorfilm, wo sich eine Gruppe trennt. Eine andere an den Haaren herbeigezogene Szene: der gefährliche T-Rex wird gefangengenommen – wie das passiert, vor allem nachdem vorher alle dem Raubtier völlig hilflos ausgeliefert waren und immer nur flüchten können, wird verschwiegen. Nachdem die Gruppe nahezu komplett dezimiert wurde gelingt dieses Kunststück und man sieht plötzlich den Tyrannosaurus unter einem Käfig am Boden liegen. Es wäre wohl besser gewesen, wenn der Film kurz vor dieser Szene zu Ende gewesen wäre, denn was danach noch mit dem T-Rex passiert, setzt dem ganzen Film leider die (negative) Krone auf, soll an dieser Stelle aber trotzdem nicht verraten werden (kennt eigentlich noch irgendjemand den Film nicht?). Es erinnert jedenfalls irgendwie an King Kong. Leider ist der Film von Anfang bis Ende mit derartigen Stellen durchsetzt, sodass ein weiteres Aufzählen von Beispielen müßig wäre.

Nun bin ich bei weitem nicht der Ansicht, dass in einem solchen Blockbuster immer alles logisch sein muss (war ja auch in Teil 1 nicht so…), aber einen derartig an den Haaren herbeigezogenen, unausgegoren und verkrampft wirkenden Plot habe ich selten gesehen. Wenn dann auch noch die Schauspieler blass bleiben, können auch die exzellenten Special Effects den Streifen nicht mehr retten – lediglich eine noch niedrigere Wertung bleibt ihm dadurch erspart.

Die Romanvorlage lieferte Michael Crichton († 2008) – viel vom Buch ist im Film jedoch nicht enthalten. Auch bei Teil 1 gab es – wie immer bei einer Adaption – einige Änderungen, aber die „Vergessene Welt“ erzählt eigentlich eine völlig andere Geschichte. Nicht, dass es einen großen Unterschied macht, auch das Buch ist im Vergleich zu seinem Vorgänger gründlich misslungen.

Gesamteindruck: 3/7


Originaltitel: The Lost World: Jurassic Park
Regie: Steven Spielberg
Jahr: 1997
Land: USA
Laufzeit: 129 Minuten
Besetzung (Auswahl): Jeff Goldblum, Julianne Moore, Pete Postlethwaite, Vince Vaughn, Richard Attenbourough


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FilmWelt: Jurassic Park

Dass der Film dem Buch – wie eigentlich üblich – nicht ganz gerecht wir, sei gleich vorweg gesagt. Aber man muss auch sehen, dass Michael Crichton († 2008) mit „DinoPark“ einen Techno-Thriller der Extraklasse geschaffen hat, der wohl nicht so leicht umzusetzen war. Nichtsdestotrotz hat Steven Spielberg (in Kooperation mit Crichton) hervorragende Arbeit geleistet.

Gesamteindruck: 6/7


Sehr gute Romanumsetzung.

Ein regelrechtes “Dino-Fieber” bricht ja immer wieder mal aus. Als 1993 aber “Jurassic Park” in die Kinos kam, erreichte der Hype um die Urzeitreptilien geradezu gigantische Ausmaße. Erstmals wurde hier einer breiten Öffentlichkeit eine realistisch erscheinende Möglichkeit vorgestellt, Dinosaurier tatsächlich zum Leben zu erwecken. Dass dadurch tatsächlich “die Fantasie des ganzen Planeten angeregt” wurde (um ein Zitat aus dem Film zu prägen), ist auch heute noch evident. Dabei war die Intention von Film und Buch ursprünglich eine andere – nämlich eine Warnung vor den Gefahren, die das blinde Vertrauen in die Wissenschaft mit sich bringt. Das hielt das Publikum natürlich nicht von Spekulationen ab, ob es tatsächlich möglich wäre, Dinosaurier auf die in Film und Buch beschriebene Art zu klonen.

In Bezug auf den Film stechen zuallererst natürlich die Special Effects heraus, die aus heutiger Sicht zwar Standard sind, im Erscheinungsjahr jedoch für ungläubiges Staunen sorgten. Aber auch ohne die Effekte gelingt es dem Regisseur, eine spannende Geschichte zu erzählen. Großen Anteil daran haben die Schauspieler, vor allem Sam Neill und Jeff Goldblum (als Dr. Grant bzw. Dr. Malcolm) bieten eine exzellente Leistung. Dass der Film zum Teil mit den beiden steht und fällt, wird in den beiden Sequels klar, in denen man sie jeweils ohne den anderen agieren lässt (zwar nicht das einzige Problem in den Fortsetzungen, aber das ist eine andere Geschichte…). Dazu kommen sehr gute Nebendarsteller (besonders Richard Attenborough glänzt als kindlich-naiver Milliardär). Sehr stimmungsvoll ist auch das ganze Drumherum – angefangen von der Musik über die sehr schönen Landschaftsaufnahmen bis zu den Gebäuden – es ist alles sehr stimmig und zieht den Zuschauer sehr schnell in den Bann.

Die Handlung selbst ist relativ actionorientiert und lässt etwas die Tiefe, die man aus dem Buch kennt, vermissen. Trotzdem gelingt es ausgezeichnet, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten, allerdings muss man im Nachhinein sagen, dass einige Änderungen zur Handlung des Buches doch recht störend wirken – vor allem weil man (wenn man das Buch schon kennt) ziemlich deutlich merkt, dass hier einiges auf eine Fortsetzung ausgelegt ist. Nichtsdestotrotz ein hervorragender, und irgendwo auch wegweisender Film – im Rückblick auch deshalb, weil in dieser Richtung nicht mehr viel nachkam. Die Sequels waren jedenfalls keine würdigen Nachfolger. Wenn man sich beispielsweise “Die Vergessene Welt” ansieht, findet man plötzlich auch die durchaus vorhandenen Logikfehler in “Jurassic Park” nicht mehr so schlimm.

Gesamteindruck: 6/7


Originaltitel: Jurassic Park
Regie: Steven Spielberg
Jahr: 1993
Land: USA
Laufzeit: 123 Minuten
Besetzung (Auswahl): Richard Attenborough, Sam Neill, Jeff Goldblum, Laura Dern


Filmvorschau


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