FilmWelt: Don’t Breathe

Zu erblinden ist wohl eine der schlimmsten Vorstellungen vieler Menschen. Und doch kann es jedem passieren – wie man aber damit umgehen würde, ist eine Frage, auf die man vorher keine Antwort hat. Unumstritten ist jedenfalls, dass die übrigen Sinne geschärft werden, wenn beispielsweise das Augenlicht abhanden kommt. Das kann wiederum ein Vorteil sein – und genau auf diese für sehende Menschen eher diffuse Vorstellung, baut „Don’t Breathe“ aus dem Jahr 2016.

Gesamteindruck: 5/7


Wer ist hier das Opfer?

Die Prämisse von „Don’t Breathe“ ist so simpel wie effektiv: Ein alter, blinder Mann steht völlig allein gegen drei junge, körperlich fitte Einbrecher. Eigentlich sollte das Ergebnis klar sein – doch was passiert, wenn das vermeintliche Opfer es schafft, die Bedingungen zu seinen Gunsten zu ändern? Genau das passiert in diesem Film und macht den Namen zum Programm: Jeder Atemzug, den einer der jungen Kriminellen tut, jede noch so kleine Bewegung, könnte gehört werden und damit die letzte Handlung sein.

Worum geht’s?
Die Teenager Alex, Rocky und Money sehen in Einbrüchen und kleineren Diebstählen die einzige Möglichkeit, jemals aus dem tristen und verarmten Detroit zu entkommen. Als sie eines Tages den Tipp erhalten, dass im Haus eines Kriegsveteranen, der in einer mittlerweile menschenleeren Gegend der Stadt wohnt, eine stattliche Summe Bargeld zu holen ist, überlegen sich nicht lang. Doch bald müssen sie feststellen, dass der alte Mann alles andere als ein wehrloses Opfer ist…

Regisseur Federico „Fede“ Alvarez hat – so heißt es jedenfalls – „Don’t Breathe“ bewusst als Gegensatz zu seinem 2013er-Remake des Horror-Klassikers „The Evil Dead“ (1981, deutsch: „Tanz der Teufel“) konzipiert: Während „Evil Dead“ durch massiven Einsatz von Filmblut und grausigen Effekten Reaktionen beim Zuschauer auslösen soll, ist vorliegendes Werk vor allem auf eine düstere und spannende Atmosphäre ausgelegt. Dass das dem urugayanischen Filmemacher so gut gelingen würde, hätte ich allerdings nicht unbedingt erwartet.

Eine starke Kombination.

Die Geschichte, die der Alvarez und Drehbuchautor Rodo Sayages erzählen, ist eigentlich ein doppelter Alptraum: Ein Einbruch während man selbst im Haus ist, ist schon für sich genommen eine schreckliche Vorstellung. Dass das Opfer dann auch noch blind und – vermeintlich – alt und gebrechlich ist, steht sinnbildlich für die Hilflosigkeit, mit der die meisten von uns einer solchen Situation gegenüberstehen würden. Damit legt die Handlung von „Don’t Breathe“ die perfekte Basis, um die Spannung (fast) über die gesamte Laufzeit auf hohem Niveau zu halten. Im Endeffekt ist es allerdings die Kombination aus einer um diverse Twists angereicherten Story, starke Technik, einem soliden Drehbuch und einem glaubwürdigen Cast, die den Reiz dieses überraschend starken Films ausmacht.

Zunächst ein Wort zur Technik: Dass das Budget mit rund 10 Millionen US-Dollar vergleichsweise niedrig war, ist an keiner Stelle zu merken. Im Gegenteil, speziell die Optik hat mich schwer beeindruckt – und das bereits bevor ich um die Produktionskosten wusste. Heißt: „Don’t Breathe“ sieht schicker aus als viele zeitgenössische Produktionen. Heutzutage fast noch wichtiger ist aber, dass man nie das Gefühl hat, dass mit den Special Effects übertrieben wurde. Unabhängig davon wissen auch Ausstattung und Drehort zu überzeugen. Die wenigen Außenaufnahmen lassen US-amerikanische Großstadt-Tristesse aufkommen – und das, obwohl vor allem in Ungarn (!) gefilmt wurde und nur vereinzelt in Detroit). Das innere des Hauses, in dem sich fast der gesamte Film abspielt, ist hingegen von unheimlicher Düsterkeit geprägt. An dieser Stelle habe ich allerdings auch einen ersten Kritikpunkt anzubringen: Das Heim des Einbruchsopfers ist nicht ganz stimmig, einerseits fragt man sich, wozu relativ viele Lampen vor sich hin glimmen, andererseits ist der Kellerbereich für mein Dafürhalten unverhältnismäßig und unnötig weitläufig gestaltet worden. Dennoch: „Don’t Breathe“ weiß optisch sehr gut zu gefallen. Und auch die Akustik ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Films: Selten war absolute Stille so bedrohlich; selten hat sie so in den Ohren geschmerzt, wie in Situationen, in denen die Charaktere verzweifelt versuchen, nicht das geringste Geräusch zu machen. Das geht soweit, dass man auch als Zuschauer immer wieder den Atem anhält, weil man das Gefühl hat, man steckt in der Haut der Einbrecher und darf um keine Preis Aufmerksamkeit auf sich lenken.

Dass dem so ist, ist den Darstellern zu verdanken, die ihre Rollen mit viel Hingabe und Glaubwürdigkeit spielen. Wobei ich nicht verhehlen möchte, dass die Charaktere an sich nicht unbedingt eine Stärke von „Don’t Breathe“ sind: Letzten Endes verfügt der Film über keine wirklich sympathische oder anderweitig essenzielle Figur. Die gute Leistung der Schauspieler bezieht sich folgerichtig also vor allem auf die Darstellung von Emotionen, die ihnen allerdings – wie angedeutet – ausgezeichnet gelingt. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass „Don’t Breathe“ seine Spannung zwar durchgängig hoch hält, das aber großteils aus seiner Machart heraus, nicht, weil er Charaktere bietet, mit denen man sich identifizieren kann. Unumstrittener Star des Films ist übrigens Stephen Lang, der den blinden Kriegsveteran ausgesprochen furchteinflößend spielt.

Etwas zu viel des Guten.

Die Hochspannung, die „Don’t Breathe“ auszeichnet, speist sich auch aus einigen überraschenden Wendungen – denn natürlich ist unser blinder Kriegsveteran auch kein Heiliger. Überhaupt ist das Drehbuch überaus stark, wenn es darum geht, immer wieder noch einen drauf zu setzen, wie man so schön sagt. Das geht auch lange Zeit gut, nur ganz zum Ende hin hat man das Gefühl des „overbookings“, wie man es in der Wrestlingsprache nennt. Ein Wort, zu dem es leider keine Übersetzung gibt, die die Bedeutung wirklich umfasst. Es passt allerdings sehr gut, denn „Don’t Breathe“ übertreibt es auf der Zielgeraden mit seiner Schlagzahl: Was im Finale an Wendungen und Action auf den Zuschauer einprasselt, ist dann doch etwas zu viel des Guten. Ja, es ist ein Klischee – und doch passt es wie die Faust aufs Auge: Weniger wäre hier schlicht und einfach mehr gewesen.

Im Endeffekt ist das aber Kritik auf recht hohem Niveaus. Denn trotz der genannten Schwachpunkte, die ohnehin eher mit der Lupe zu suchen sind, ist und bleibt „Don’t Breathe“ definitiv einen Blick wert. Wir haben es hier mit einem der stärkeren Horrorfilme (ich finde übrigens eher, dass es ein Thriller ist) seiner Zeit zu tun – und das ist doch auch etwas, oder?

Gesamteindruck: 5/7


Originaltitel: Don’t Breathe.
Regie:
Fede Alvarez
Drehbuch: Fede Alvarez, Rodo Sayagues
Jahr: 2016
Land: USA
Laufzeit: ca. 90 Minuten
Besetzung (Auswahl): Jane Levy, Dylan Minnette, Stephen Lang, Daniel Zovatto, Franciska Töröcsik



FilmWelt: Split

Der unlängst von mir hier auf WeltenDing behandelte Horrorfilm „The Visit“ (2015) war vielen Kritikern zufolge die Rückkehr von Regisseur M. Night Shyalaman (u. a. „The Sixth Sense“, „Unbreakable“) zu alter Stärke. Ganz so großartig fand ich jenen Film zwar nicht, aber er war zumindest solide. Ähnliches würde ich auch dem ein Jahr später erschienen „Split“ attestieren.

Gesamteindruck: 4/7


Wir sind viele.

Wie bei den meisten seiner Filme zeichnet der US-Regisseur mit indischen Wurzeln auch bei „Split“ sowohl für Regie als auch Drehbuch verantwortlich. Der geneigte Kenner Shyalaman’scher Filmkunst weiß also ungefähr, was ihn erwartet: Ein Thriller mit düsterer Grundstimmung, ein paar Horror-Elementen und dem einen oder anderen Twist, der für offene Münder sorgt.

Worum geht’s?
Nach einer Geburtstagsparty werden drei Teenager von einem Mann betäubt und entführt. Sie kommen in einem Kellerraum zu sich und stellen bald fest, dass ihr Entführer unter einer dissoziativen Identitätsstörung leidet: Sie haben es also nicht mit einer, sondern einer ganzen Reihe von Persönlichkeiten zu tun. Was ihnen zunächst Angst einjagt, entpuppt sich schließlich als Chance, zu entkommen – denn nicht alle Identitäten sind ihnen feindlich gesinnt

Wie so oft bei Shyalaman ist „Split“ eine Genre-technisch Achterbahnfahrt: Der Film täuscht zunächst eine Mischung aus Teenie-Slasher und Torture Porn an, geht dann in Richtung Psychodrama, nur um gegen Ende mit übernatürlichen Elementen aufzuwarten, die den bis dahin sehr realistisch wirkenden Aufbau ad absurdum führen. Diesen Balance-Akt meistert der Regisseur recht gut, sodass sich Fans seiner Filme mit Sicherheit gut von ihm bedient fühlt. Ich selbst bin nicht ganz so überzeugt, wobei ich vorausschicken möchte, dass „Split“ alles andere als ein schwaches Werk ist.

Die Idee, die dem Film zugrunde liegt, ist gut – wobei man auch klar sagen muss, dass die dissoziative Identitätsstörung (DIS), an der der Protagonist leidet, auch schon in anderen Werken thematisiert wurde (noch häufiger übrigens die ähnlich gelagerte Schizophrenie). Ein wenig Bauchweh hat man bei solchen Dingen natürlich immer, stellen die entsprechenden Filme doch Menschen, die an derartigen Störungen leiden, gerne mal als Verbrecher dar, was die Realität nicht widerspiegelt. Diese Diskussion könnte man freilich über viele filmisch verarbeitete Themen führen, was ich aber hier und jetzt definitiv nicht tun möchte. Klar erwähnt sei jedenfalls, dass „Split“ vor allem am Ende deutlich macht, dass es ein Werk der Fiktion ist und nur am Rande mit der realen DIS zu tun hat.

Ein starker Darsteller.

Den Großteil seiner Faszination zieht „Split“ meiner Ansicht nach aus der starken Leistung von Hauptdarsteller James McAvoy. Den Schotten kennt ein breites Publikum wohl vor allem als die junge Version des eigentlich von Sir Patrick Stewart gespielten Professor X aus diversen X-Men“-Filmen. McAvoy gelingt es sehr gut, die verschiedenen Persönlichkeiten, die sich seiner Figur bemächtigt haben, zu verkörpern – jede davon, die im Film zu sehen ist, hat ihre eigene, sehr spezielle Note, was neben dem Drehbuch vor allem der Leistung des Schauspielers zu verdanken ist. Im Vergleich dazu bleiben die Nebenrollen leider relativ blass. Am besten gefallen hat mir die Rolle der Therapeutin, die sich von ihrem Patienten so weit einlullen lässt, dass sie jede Vorsicht vergisst (gespielt von der eher selten in Hollywood-Produktionen zu sehende Betty Buckley), der Rest des Ensembles (bzw. der von ihnen gespielten Charaktere) fällt eher unter „ferner liefen“. Vor allem die drei gefangenen Mädels habe ich als reinstes Klischee empfunden (ja, alle drei!).

Dass der Film vor allem von seiner Hauptfigur lebt, bedeutet in diesem Fall leider nichts Gutes für Drehbuch und Handlung. Ganz so schlimm, wie das im ersten Moment klingt, ist es natürlich nicht – ein besseres Prädikat als „solide“ würde ich „Split“ jedoch nicht verpassen wollen. Dabei sehe ich, wie so oft, nicht den einen, großen Fehler, sondern es ist eher die Summe an Kleinigkeiten, die den Gesamteindruck nach unten ziehen. Ein Beispiel sind die Dialoge, die zwischen gut (wenn der Protagonistin von seiner Therapeutin befragt wird oder wenn sein kindliches Ich mit einer seiner Gefangenen verhandelt) und belanglos schwanken. Ähnlich ist es mit dem Drehbuch: Man hat das Gefühl, dass der Regisseur sich nicht entscheiden konnte, welches Tempo er seinem Film verpassen wollte. Die Diskrepanz zwischen ruhigem Aufbau und der unvermittelt schnellen Action im letzten Abschnitt hat mich jedenfalls etwas ratlos zurückgelassen.

Verlässt sich sehr auf den letzten Twist.

Was die Handlung betrifft, kann ich die ganz großen Lobeshymnen ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ab und an kommt schon Spannung auf, weil man aber relativ früh im Film erfährt, worunter die Hauptfigur leidet, ist zumindest in dieser Hinsicht kein Aufreger dabei. Meist geht es also um die Versuche seiner drei Opfer sich zu befreien – entweder selbst oder indem sie sich seiner Persönlichkeiten bedienen, die ihnen zum Teil gewogen sind. Ersteres ist, mit Verlaub, ziemlich langweiliges Standardprogramm. Die Verhandlungen mit den anderen Identitäten sind hingegen ganz gut gelungen – so richtig befriedigend empfand ich sie aber nicht, hatte eher das Gefühl, dass in dieser Hinsicht deutlich mehr möglich gewesen wäre. Schade eigentlich: Im Allgemeinen hat man bei „Split“ fast durchgehend den Eindruck, dass der Film nicht mit ganzer Konsequenz zu Ende gedacht wird. Alles wirkt so, als hätten gute Ideen etwas mehr Zeit zum Reifen benötigt.

Letzten Endes haben mir zwei Szenen so gut gefallen, dass „Split“ bei mir trotz allem noch eine passable Wertung bekommt: Einmal findet eines der Mädchen eine Aufzeichnung, in der sich verschiedene Persönlichkeiten des Protagonisten zu Wort melden – das ist spannend und zeigt, dass das Potenzial deutlich höher gewesen wäre. Der zweite Wohlfühlfaktor ist natürlich der finale Twist, auf den sich der ganze Film sehr stark zu verlassen scheint. Und ja, es stimmt, der allerletzte Take schlägt wirklich ein wie eine Bombe (zumindest bei denen, die einen bestimmten, älteren Film von M. Night Shyalaman kennen). Zwar meine ich, irgendwo im Hinterkopf eine kleine Stimme gehört zu haben, die mir weismachen wollte, dass bewusste Szene ein wenig aufgesetzt wirkt (als hätte man gewusst, dass der Film ohne sie vielleicht nicht so lang in Erinnerung bleiben würde), aber dieses Stimmchen kann man auch gut ignorieren.

Fazit: Vier Punkte für einen Film, der gut und solide ist, sein Potenzial für mein Gefühl aber zu keinem Zeitpunkt so richtig abrufen kann. Die Fantasy-Elemente im letzten Drittel muss man erst einmal verdauen, aber in Anbetracht des letzten Twists machen sie schon Sinn. Ohne den wären sie hingegen vollkommen fehl am Platze gewesen, was mir als Zuseher übrigens die ganze Zeit im Kopf herumgespukt ist und vielleicht auch minimalen Einfluss auf die Gesamtwertung hat.

Gesamteindruck: 4/7


Originaltitel: Split.
Regie:
M. Night Shyamalan
Drehbuch: M. Night Shyamalan
Jahr: 2016
Land: USA
Laufzeit: ca. 120 Minuten
Besetzung (Auswahl): James McAvoy, Anya Taylor-Joy, Betty Buckley, Haley Lu Richardson, Jessica Sula, Bruce Willis



FilmWelt: Das Werwolfspiel

Manche Rezensenten scheinen mit einer falschen Vorstellung an diesen Film heranzugehen: Das titelgebende Werwolfspiel existiert wirklich – dabei handelt es sich, genau wie im Film dargestellt, um ein Rollen-/Gesellschaftsspiel, in dem Mitspieler identifiziert werden müssen, die die Rolle eines Werwolfs zugelost bekommen haben. Es gibt also keinen Grund, enttäuscht zu sein, wenn in „Das Werwolfspiel“ niemandem bei Vollmond Haare und lange Zähne wachsen.

Gesamteindruck: 2/7


Die Werwölfe vom Wienerwald.

Wenn man noch nie etwas von vorliegendem Streifen gehört hat, ist das nicht verwunderlich. „Das Werwolfspiel“ ist eine Low Budget-Produktion aus Österreich, für Regie und Drehbuch zeichnet Johanna Rieger verantwortlich, die auch eine der Hauptrollen spielt. Dass ich selbst – durchaus mit einer Affinität zu Indie-Kram ausgestattet – überhaupt darauf aufmerksam geworden bin, hat vor allem mit dem eingangs erwähnten Spiel zu tun: Ich bin gelegentlicher Teilnehmer bei einer Online-Variante, habe auf der Suche nach neuen Spielerrunden gegoogelt und irgendwo in den Untiefen der Suchmaschinenergebnisse war vorliegender Film vertreten. Anders hätte ich ihn wohl nie entdeckt – er ist zum Zeitpunkt dieser Rezension im Prime-Abo von Amazon enthalten, dort aber so gut versteckt, dass wohl nicht allzu viele User zufällig darüber stolpern dürften.

Worum geht’s?
In einem abgelegenen Haus im Wald treffen sich einige ehemalige Schulkameraden erstmals nach vielen Jahren wieder. Geplant ist eine Partie des Rollenspiels „Die Werwölfe von Düsterwald“. Schon nach wenigen Minuten reißen alte Gräben wieder auf – und Realität und Spiel beginnen sich zusehends zu vermischen…

Wer „Das Werwolfspiel“ allen Widrigkeiten zum Trotz findet, sieht einen Film, der sehr speziell ist, so viel kann man zumindest festhalten. Zunächst das Positive: Die Idee, ein eigentlich harmloses Gesellschaftsspiel in eine Art Slasher zu verwandeln, in dem die Beteiligten nach und nach auch in der Realität dezimiert werden, ist gut. Vielleicht sogar einzigartig – zumindest fällt mir aus dem Stegreif kein Film ein, der dieses Thema hat. Dass dahinter eine Art Rache-Geschichte steckt, ist zwar vorhersehbar, aber durchaus legitim und damit keineswegs negativ. Ein zweiter Pluspunkt ist die musikalische Untermalung, die ausgezeichnet zu Idee und Schauplatz passt (letzterer ist übrigens ebenfalls gut gewählt und für den Film adaptiert).

Mehr kann ich aber leider nicht im Haben verbuchen. Im Gegenteil, „Das Werwolfspiel“ hat mit grundlegenden Schwierigkeiten zu kämpfen. Am leichtesten ist noch über die Tonprobleme hinwegzusehen, die speziell am Anfang des Filmes verhindern, dass man die eröffnenden Dialoge versteht. Interessanterweise macht sich diese Problematik, die ich auf das angespannte Budget zurückführe, nur beim Ton, nicht aber in der Optik bemerkbar. Gravierender und für den schwachen Gesamteindruck ausschlaggebend sind aber ohnehin andere Probleme – die aus meiner Sicht gröbsten betreffen Handlung und Drehbuch, Charaktere sowie die Darsteller.

Grundsätzliche Schwierigkeiten.

Beginnen wir vielleicht mit den Darstellern. Mir ist natürlich klar, dass ein Film wie „Das Werwolfspiel“ gewisse Grenzen hat, was die Besetzung betrifft. Ich möchte den Schauspielern (von denen mir übrigens kein einziger bekannt vorher bekannt war) auch überhaupt nicht zu nahe treten, aber das, was hier geboten wird, tut dem Film wahrlich keinen Gefallen. Das beginnt bei unbeholfen wirkenden Bewegungsabläufen und findet in der über weite Strecken unnatürlichen Sprechweise seinen Höhepunkt. Die Darsteller scheinen immer wieder zu vergessen, dass sie vor einer Fernsehkamera stehen – und nicht auf einer Theaterbühne. Nicht alle, wohlgemerkt, aber im Großen und Ganzen ist „Das Werwolfspiel“ völlig übertrieben gespielt und intoniert, was den Film unfreiwillig komisch macht. Beides ist bei deutschsprachigen (also nicht synchronisierten) Serien der jüngeren Vergangenheit übrigens immer mal wieder ein Kritikpunkt (jüngst z. B. bei „Tribes of Europa“), aber so eklatant ist es mir noch nie untergekommen. Zur Ehrenrettung der Mimen sei gesagt, dass ich vermute, dass sie auch mit den eher angerissenen als ausführlich gezeichneten Charakteren zu kämpfen hatten. Die Figuren sind so angelegt, dass man als Zuschauer schon eine gewisse Tiefe hineininterpretieren könnte – ein Vergnügen ist das in diesem Falle aber nicht, wenn ich ganz ehrlich sein soll. Zu vieles bleibt angedeutet und zweideutig, allerdings nicht auf eine gute Art.

Leider können Handlung und Drehbuch diese Probleme nicht kaschieren. Im Gegenteil – „Das Werwolfspiel“ wirkt, als hätte die Regisseurin nicht gewusst, was sie mit ihrer guten Idee machen soll – eine Geschichte ist höchstens in Andeutungen vorhanden. Und selbst die sind verwirrend und in sich nicht schlüssig, sodass der Film zu keinem Zeitpunkt richtig in flow kommt. Ich habe mir jedenfalls sehr schwer getan, die Hintergründe zu durchschauen. Nun kann man sagen, dass das auch in großen Produktionen ab und an so ist, oft auch mit Absicht, weil der Weg sozusagen das Ziel ist. Wenn das hier die Absicht gewesen sein sollte, ist das leider völlig misslungen und der Film wirkt zerfahren bzw. nicht zu Ende gedacht. Ein bisschen mag das sogar mit dem dilettantisch anmutenden Schnitt zu tun haben, der eine Abgrenzung gewisser Szenen nicht sauber hinbekommt. Und: Wie der „Werwolf“ es letztlich schafft, seine Morde zu begehen, bleibt ein ebenso großes Rätsel wie das Wieso. Die Puzzleteile fügen sich am Ende einfach nicht befriedigend zusammen.

Gerade letzteres ist meines Erachtens das größte Manko von „Das Werwolfspiel„. Ich habe ja mehrfach das schmale Budget angesprochen – die Einschränkungen und Abstriche, die das mit sich bringt, sind mir zwar nicht im Detail bekannt, mir ist aber klar, dass daraus mannigfaltige Schwierigkeiten entstehen. Dennoch gibt es – auch für Zuseher, die grundsätzlich zu schätzen wissen, dass es Filme wie diesen gibt – eine gewisse Grenze für die Qualität (die ist gerade im Independent-Bereich übrigens meist inhaltlicher und kaum jemals technischer Natur). „Das Werwolfspiel“ hangelt sich an diesem Bereich (eigentlich ist es ja keine scharfe Grenze) entlang, hat neben der Idee durchaus seine Momente und ist zwischendurch immer mal wieder spannend. Leider fehlt am Schluss der so wichtige Moment der Erkenntnis, der alle anderen Probleme, die ich genannt habe, vergessen machen würde. Weil der letzte Twist nicht (oder nicht gut) kommt, summieren sich die großen und kleinen Mängel soweit, dass ich beim besten Willen nicht mehr als 2 von 7 Punkten geben kann.

Wer jeden österreichischen Film gesehen haben muss, kann natürlich einen Blick riskieren – alle anderen, egal ob Fans der „Werwölfe von Düsterwald“ oder nicht, sollten es sich zweimal überlegen, bevor sie hier 1 1/2 Stunden ihres Lebens investieren.

Gesamteindruck: 2/7


Originaltitel: Das Werwolfspiel.
Regie:
Johanna Rieger
Drehbuch: Johanna Rieger
Jahr: 2013
Land: Österreich
Laufzeit: ca. 95 Minuten
Besetzung (Auswahl): Johanna Rieger, Anton Frisch, Markus Zett, Stefanie Frischeis, Rita Hatzmann



FilmWelt: The Visit

Schon merkwürdig: Wenn man den Wikipedia-Eintrag und die eine oder andere Rezension zu „The Visit“ (2015) liest, könnte man meinen, dass man es hier mit einem kleinen Meisterwerk zu tun hat. Und nicht nur das, es ist auch immer wieder vom Humor des Films die Rede, teilweise wird das Genre neben „Horror“ gar mit „Komödie“ angegeben. Mich lassen diese Zuschreibungen ehrlich gesagt etwas ratlos zurück.

Gesamteindruck: 4/7


Besuch (bei) der alten Dame.

„The Visit“ ist das Baby von M. Night Shyalaman, der nicht nur für Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnet, sondern das Budget (angeblich um die 5 Millionen Dollar) aus eigener Tasche finanziert hat. Der Film gilt gemeinhin als eine Art Comeback des US-Regisseurs, der 1999 mit „The Sixth Sense“ einen Überraschungserfolg gefeiert hatte, an den er in den folgenden Jahren nicht mehr anknüpfen konnte.

Worum geht’s?
Die 15-jährige Rebecca und ihr 13-jähriger Bruder Tyler kennen ihre Großeltern nicht. Ihre alleinerziehende Mutter hatte den Kontakt noch vor der Geburt der Geschwister abgebrochen. Doch nun wollen die beiden eine Woche mit ihren Großeltern verbringen, um der Mutter ein wenig Zweisamkeit mit ihrem neuen Freund zu gönnen. Zwei Kameras sind im Gepäck, um dieses wichtige Ereignis dokumentarisch festzuhalten. Zunächst geht auch alles glatt – doch bald stellen die Kinder fest, dass die Großeltern offenbar dunkle Geheimnisse verbergen

Dass ich in der Inhaltsangabe die Kameras erwähnt habe, kommt nicht von ungefähr: „The Visit“ ist durchgehend im Mockumentary-Stil gedreht, der Zuschauer verfolgt das Geschehen also aus der Perspektive der Protagonisten. An dieser Stelle bekommt der gelernte „Blair Witch Project“-Fan häufig Bauchschmerzen, zu gekünstelt wirkt diese Erzählform häufig. Glücklicherweise verstehen es Regisseur und Darsteller in diesem Fall, die Kameras wie einen normalen Teil der Kulisse wirken zu lassen. Dabei wird glücklicherweise nicht so getan, als wären die Kameras nicht da (eine Falle in die der eine oder andere Found Footage-Film schon mal tappt); sie sind vielmehr Mittel zum Zweck und dienen, eben durch ihre auffällig-unauffällige Präsenz auf ganz spezielle Weise der Charakterisierung einzelner Figuren. Unglaubwürdige „Ausreden“ für das ständige Filmen werden in „The Visit“ jedenfalls nicht gesucht, was ich dem Regisseur hoch anrechne. Im Übrigen hat mich der Stil tatsächlich überrascht, im Trailer war das gar nicht so offensichtlich zu erkennen. Zum Glück ist die Umsetzung gut geworden, das hätte auch leicht nach hinten losgehen können.

Noch ein Wort zu den Darstellern: Die mir persönlich völlig unbekannten Mimen machen ihre Sache gut – was im Rahmen einer Mockumentary nicht selbstverständlich ist, zu sehr unterscheidet sich das Agieren in einem solchen Film von dem, was auf Schauspielschulen gelehrt wird. Die Figuren in „The Visit“ wirken jedenfalls wie normale Menschen, die etwas unbeholfen vor einer Kamera agieren – und nicht wie Schauspieler, die eben solche Normalos spielen. Speziell Olivia DeJonge (Rebecca) möchte ich hier hervorheben. Mir gefällt es ausgezeichnet, wie die junge Darstellerin ihrer Figur Leben und Tiefe verleiht. Interessanterweise nervt es auch nicht, dass die zwei Helden sehr jung sind. Das hat man definitiv schon anders erlebt – lediglich mit den Rap-Ambitionen von Tyler (insgesamt stark gespielt von Ed Oxenboluld) bin ich überhaupt nicht warm geworden.

Vermurkstes Finale.

Nach so viel Lob fragt man sich zurecht, was ich überhaupt an „The Visit“ auszusetzen habe – immerhin ist der Film handwerklich gut gemacht und stark gespielt. Leider gleicht das andere Schwächen, die sich Shyalaman erlaubt, nicht aus. So bleibt die Spannung zwar fast die gesamte Laufzeit über auf zumindest akzeptablen Niveau und sogar der Aha-Moment kurz vor Schluss geht in Ordnung. Im eigentlichen Finale ist aus meiner Sicht die Luft dann jedoch so sehr raus, dass damit das Potenzial, das „The Visit“ die ganze Zeit über andeutet, verpufft. Überhaupt ist die Story, die der Regisseur und Drehbuchautor erzählt, relativ konventionell. Sie lebt vor allem von der speziellen Perspektive und dem einen oder anderen Jumpscare Hat man sich daran sattgesehen, muss man konstatieren, dass sich „The Visit“ zeitenweise ganz schön hinzieht.

Was ich, wie eingangs erwähnt, nicht nachvollziehen kann, sind Aussagen, die „The Visit“ einen deutlichen (!) Hang zur Komödie bescheinigen. Ich musste ehrlich gesagt zu keinem Zeitpunkt richtig loslachen. Es gibt ein paar Szenen, in denen man ein wenig schmunzelt, aber das reicht mir persönlich nicht, um den Film in die Schublade „Horrorkomödie“ zu stecken. Oder verstehe ich den Humor einfach nicht bzw. habe ich alles, was ich gesehen habe, zu ernst genommen? Aber selbst wenn dem so ist, zeigt das meiner Ansicht nach nur, dass „The Visit“ als Komödie nicht funktioniert, falls der Film überhaupt jemals als solche gedacht war; daher sage ich es nochmal in aller Deutlichkeit: Für mich ist vorliegender Streifen ein ganz klassischer Horrorfilm, der definitiv unterhält, jedoch auf keinen Fall eine Komödie ist.

Fazit: Wie in der Einleitung dieser Rezension angedeutet, verstehe ich nicht so richtig, wieso einige zeitgenössische Kritiker dermaßen überschwänglich auf „The Visit“ reagiert haben. Kann es sein, dass man dafür die Filmografie und/oder den persönlichen Werdegang von Shyalaman besser kennen muss, als ich es tue? Wenn dem so ist: Schade, aber ich bin der Meinung, dass ein guter Film auch ohne die Biografie seines Regisseurs für den Zuschauer funktionieren muss. Womit ich nicht sagen will, dass „The Visit“ nicht funktioniert; meiner Ansicht haben wir es hier jedoch „nur“ mit einem sehr soliden, aber keineswegs überragenden Horrorfilm zu tun.

Gesamteindruck: 4/7


Originaltitel: The Visit.
Regie:
M. Night Shyamalan
Drehbuch: M. Night Shyamalan
Jahr: 2015
Land: USA
Laufzeit: ca. 95 Minuten
Besetzung (Auswahl): Olivia DeJonge, Ed Oxenbould, Kathryn Hahn, Deanna Dunagan, Peter McRobbie



FilmWelt: Atmen

„Atmen“ ist das Regie-Debüt von Karl Markovics, der auch das Drehbuch geschrieben hat. Einem breiteren Publikum dürfte der Wiener eher als Schauspieler ein Begriff sein – so spielte er z. B. von 1993 bis 1997 in zwei Staffeln „Kommissar Rex“ eine Hauptrolle, trat aber auch in ernsthaften Produktionen wie „Die Fälscher“ (2007) auf. Vorliegender Film zeigt hingegen, dass Markovics auch hinter der Kamera richtig gute Arbeit abliefern kann – nicht umsonst war „Atmen“ von der österreichischen Filmakademie 2011 sogar für den Auslands-Oscar vorgeschlagen, schaffte es allerdings nicht auf die Shortlist.

Gesamteindruck: 7/7


Knast und Tod.

Für einen der begehrten Academy Awards reichte es nicht, dennoch erfuhr „Atmen“ sowohl im deutschsprachigen Raum als auch international einiges an Beachtung und konnte den einen oder anderen Preis einheimsen, u. a. bei den Filmfestspielen in Cannes. Das alles aber nur am Rande, ich persönlich würde „Atmen“ jedem empfehlen, der ein typisch-österreichisches Drama sehen möchte. Und ja, der Stoff funktioniert nicht nur „auf österreichisch“, beinhaltet aber ein gewisses Lokalkolorit, das in der Synchronisation mit Sicherheit verloren geht. Wobei eigentlich sogar das zu kurz gegriffen ist, es ist ja nicht nur die Sprache, die „Atmen“ so österreichisch macht.

Worum geht’s?
Der 19-jährige Roman Kogler, der eine Haftstrafe im Jugendgefängnis verbüßt, steht kurz vor seiner frühzeitigen Entlassung. Damit die durchgeht, braucht er allerdings einen Job. Fündig wird er bei der Bestattung Wien, wo er sich während seines Freigangs schwierigen Kollegen, der Abscheu vor Leichen und mal mehr, mal weniger verzweifelten Angehörigen stellen muss- bis er schließlich doch seinen Platz findet und sich gleichzeitig auf die Suche nach seiner Mutter, die ihn als Kind weggegeben hat, macht…

„Atmen“ ist keine locker-flockige Sonntagsunterhaltung sondern ein trost- und humorloser Film, der aber gerade deshalb fast schon bedrückend realistisch und ehrlich wirkt. Tatsächlich sind das Eigenschaften, die mittlerweile typisch für den zeitgenössischen Film aus Österreich geworden sind (wobei ein Großteil der Produktionen zumindest ab und an Szenen bitterbösen Humors zu bieten hat). Wer sich darauf einlässt, sollte jedenfalls damit rechnen, sich nach dem Ansehen eher nachdenklich, vielleicht auch ein wenig niedergeschlagen zu fühlen – und auch ein kleines bisschen Hoffnung zu empfinden, denn ganz und gar ohne winzigen Silberstreif am Horizont mochte Markovics sein Publikum dann wohl doch nicht entlassen. Ich persönlich finde die Mischung ausgesprochen gelungen, ein Film für jedermann ist „Atmen“ aber definitiv nicht.

Keine Moralpredigt.

Grundsätzlich versucht sich der Regisseur an einer Art Coming-of-Age-Geschichte, wobei das wohl nicht ganz die richtige Zuschreibung ist. Eigentlich geht es eher um…. ja, was eigentlich? Die Wiedereingliederung eines straffällig gewordenen Jugendlichen in die Gesellschaft? Auch nicht so wirklich, wobei das natürlich schon auch Thema ist. Ich denke, „Atmen“ ist am ehesten so etwas wie eine Sozial- und Milieu-Studie; Markovics hinterfragt, be- und verurteilt nicht, er stellt einfach nur dar. Beispielsweise hat die Hauptfigur als Freigänger gelegentlich mit gewissen Vorurteilen zu kämpfen – eine echte Lösung für dieses durchaus reale Problem wird allerdings nicht präsentiert. Diese fatalistische Grundhaltung mag manche abstoßen, ich finde aber eher, dass sie einen Film wie diesen auszeichnet: Er zeigt die Dinge wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. Der Rest wird dem Zuschauer überlassen.

Abgesehen von wenigen heftigen aber sehr kurzen Ausbrüchen ist „Atmen“ im Übrigen ein sehr ruhiger Film. Die Dialoge sind knapp und beschränken sich auf das Notwendigste, was den Zuschauer geradezu zwingt, sich mit der verschlossenen und wortkargen Hauptperson zu identifizieren. Roman Kogler kann und will nicht viel sagen, was in manchen Filmen ein Ärgernis sein könnte – hier ist es so, dass man ihn als Zuseher verstehen kann und mit ihm gemeinsam „Lasst’s mich doch einfach in Ruh‘!“ denkt. Durchaus bemerkenswert, wie gut es Markovics gelungen ist, mit sparsamen Mitteln eine derartig hypnotische Atmosphäre zu erzeugen.

Durchgehend spannend.

Die Spannung bleibt trotz der trostlosen und unterkühlten Art keineswegs auf der Strecke, was für ein Drama eigentlich eher ungewöhnlich ist, zumindest in diesem Ausmaß. Ich lehne mich jetzt vielleicht weit aus dem Fenster, aber ich bin der Meinung, dass Karl Markovics hier eines der besten Drehbücher überhaupt gelungen ist – nicht nur was den österreichischen Film betrifft. Ich denke vielmehr, dass „Atmen“ in seinem Genre sogar international einer der besten Filme der vergangenen Jahrzehnte sein dürfte.

Dazu tragen aus meiner Sicht neben dem starken Drehbuch vor allem zwei Faktoren bei. Erstens ist „Atmen“ – auch das scheint mir typisch für einen österreichischen Spielfilm – voller Details, die von Kamera und Mikrofon eingefangen werden, z. B. die typischen Abfahrtsgeräusche der S-Bahn, die Wohnungen, die nicht auf Hochglanz getrimmt sind und daher ungewohnt realistisch wirken, die zusammengeflickten Straßen usw. Vieles davon ist auch noch symbolisch aufgeladen, was beim ersten Ansehen gar nicht zur Gänze erfasst werden kann. Der zweite Faktor sind – natürlich – die Charaktere. Nun könnte man sagen, dass „Atmen“ ja nur auf eine einzige Hauptfigur setzt. Stimmt, und diese Rolle ist mit Thomas Schubert auch sehr gut besetzt. Allerdings ist auch der unterstützende Cast, allen voran Georg Friedrich als griesgrämiger Kollege, dermaßen gut gewählt (und vor allem auch geschrieben), dass ich nur staunen konnte. Dass eine ordentliche Dosis Wiener Lokalkolorit (und was könnte wienerischer sein als ein Bestattungsunternehmen…) am Start ist, freut den gelernten Österreicher natürlich.

Letztlich habe ich nur ein Haar in der Suppe gefunden: Die Annäherung des jungen Anti-Helden an seine Mutter ist im Gesamtkontext des Films ein wenig unbefriedigend. Mag auch an der Darstellung durch Karin Lischka liegen, das wage ich nicht zu beurteilen. Jedenfalls wirkt dieser Handlungsstrang nicht ganz stimmig, was dem guten Gesamteindruck aber keinen Abbruch tut. Fazit: Ein unerwartet starker Film und definitiv eines der besten derzeit verfügbaren Dramen im deutschsprachigen Raum. Volle Punktzahl, ich wüsste auf Anhieb nicht viel, das man hier besser machen könnte.

Gesamteindruck: 7/7


Originaltitel: Atmen.
Regie:
Karl Markovics
Drehbuch: Karl Markovics
Jahr: 2011
Land: Österreich
Laufzeit: ca. 90 Minuten
Besetzung (Auswahl): Thomas Schubert, Georg Friedrich, Karin Lischka, Gerhard Liebmann, Stefan Matousch



FilmWelt: Pet

Nein, es geht hier nicht um die allseits unbeliebten Flaschen aus Plastik. „Pet“ ist Englisch und steht für „Haustier“. Ein solches kommt im Film allerdings nur am Rande vor, eigentlich geht es um ganz andere, sehr ernste Dinge.

Gesamteindruck: 3/7


(K)eine Liebesgeschichte.

Krankhafte Obsession und Stalking sind keine Phänomene, die erst mit unserer modernen Gesellschaft entstanden sind – allerdings haben derartige Verhaltensweisen dank Sozialer Medien, Smartphone & Co in jüngerer Zeit beängstigend an Dynamik gewonnen. Psychoterror und körperliche Übergriffe sind keine Seltenheit, sondern kommen in den Nachrichten leider fast schon täglich vor; nach der Dunkelziffer fragt man besser erst gar nicht. Dieser brisanten Thematik widmet sich „Pet“, ein Film des spanischen Regisseurs Carles Torrens.

Worum geht’s?
Der introvertierte Seth hätte zu gerne, dass sich die hübsche Holly für ihn interessiert. Als das auf normalem Wege nicht klappt, beginnt Seth, seine Traumfrau in den sozialen Medien und im wirklichen Leben zu stalken, um so vielleicht Zugang zu ihr zu finden. Als auch das nicht funktioniert und er sogar von Hollys Ex-Freund verprügelt wird, beschließt Seth, die blonde Schönheit zu ihrem Glück zu zwingen…

Falls es jemandem wie mir geht und er krampfhaft überlegt, wieso ihm der Schauspieler, der den Seth spielt, so bekannt vorkommt: Ja, es ist tatsächlich Dominic Monaghan, dem breiten Publikum vor allem als Merry aus der „Der Herr der Ringe“-Trilogie (2001 bis 2003) ein Begriff. Dessen Mimik ist ausgesprochen markant, dennoch musste ich erst einmal seine Filmografie nachschlagen, um Klarheit zu bekommen. Dass ich das getan habe, kommt nicht von ungefähr: „Pet“ fängt überaus stark an und punktet mit einer spannenden Story nebst ausgezeichneten Leistungen sowohl von Monaghan als auch seiner Kollegin Ksenia Solo. Letztendlich ist es aber tatsächlich britische Schauspieler, der hier voll und ganz überzeugt und die Grätsche zwischen sensiblem Tierpfleger und obsessivem Stalker geradezu perfekt schafft. Ich sage es rundheraus: Man kann es mit der Angst zu tun bekommen, wenn man beobachtet, wie methodisch Seth agiert und wie lebendig Monaghan diese Rolle spielt.

Fragwürdiger Twist.

Ich glaube, ich verrate nicht zu viel (und ein Blick auf das Filmposter macht es ohnehin klar): Letztlich landet das Stalking-Opfer in einem Käfig, wird also zu einer Art Haustier. Leider verflacht die anfangs so interessante und spannende Handlung ab diesem Zeitpunkt zusehends. Die Dialoge, die sich um Liebe, um Besitz und Besessenheit drehen, sind anstrengend, bemüht philosophisch – und führen letztlich nirgendwohin. Im Nachhinein hatte ich das Gefühl, dass der Regisseur gar nicht so viel zu sagen hatte, wie das Thema eigentlich hergeben würde. Mein Eindruck war eher, dass er einen Rahmen für einen Twist zur Mitte und einen kleineren am Ende konstruieren musste – was so gesehen ein einigermaßen vernichtendes Urteil ist.

Auf den genannten Plot-Twist möchte ich noch etwas genauer eingehen: In Sachen Spannung hat mich der Regisseur an dieser Stellt zumindest kurzfristig wieder an Bord geholt – so richtig kann „Pet“ dieses neu gewonnene Momentum allerdings nicht ausnutzen. Zumindest fragwürdig ist aber ein anderer Aspekt dieser Schlüsselstelle: Sie ist einerseits zwar eine unerwartete und damit auch spannende Idee – andererseits torpediert sie die Intention, die dramatischen Folgen des oft immer noch als Kavaliersdelikt behandelten Stalkings zu thematisieren. Ich sage es rund heraus: Aus dramaturgischer Sicht mag es sinnvoll sein, das Opfer zu einem Täter zu machen, der Sache tut man damit aber keinen Gefallen, ganz im Gegenteil: Alles, was vorher an Mitgefühl für die ohne eigene Schuld in eine beängstigende und missliche Lage geratene Holly aufgebaut wurde, geht schlagartig verloren und wird durch ein Gefühl ersetzt, das verdächtig in Richtung „geschieht ihr recht“ geht. Mir persönlich gefällt das überhaupt nicht; habe ich vielleicht etwas zu viel in den Anfang des Films interpretiert und der Regisseur hatte gar nie die Intention, den Finger in eine offene Wunde unserer Gesellschaft zu legen? Ich weiß es nicht.

Handwerklich nicht immer top.

Vergleichsweise unbedeutend machen sich da ein paar handwerkliche Schwächen aus, die wohl aus dem ambivalenten Erzähltempo resultieren: Während der, ich nenne es mal so, „1. Akt“ von kühler, berechnender Methodik lebt, hat man im weiteren Verlauf das Gefühl, dass es entweder an Ideen oder der Ausarbeitung derselben gefehlt hat. Dadurch wirkt alles überhastet, oder, noch schlimmer: Unrealistisch und weit hergeholt. So fragt man sich z. B. ständig, wieso der Übeltäter nicht erwischt wird, wieso es keine Hausdurchsuchung gibt, wenn der Sicherheitsmann das Gebäude offenbar nie verlassen hat usw. Schade ist in dieser Hinsicht auch, dass die Polizeiermittlungen, die ein bisschen an „American Psycho“ (2000) erinnern, nur angerissen werden. Das war mir viel zu wenig und lässt im Vergleich zur ersten Hälfte des Films eindeutig an Realitätsnähe vermissen, ebenso die im Verlauf der Handlung zunehmend irrationalen Verhaltensweisen aller Figuren. Einige Gore-Effekte wirken fast, als hätte man dadurch versucht, mangelnden Inhalt zu kaschieren. Merkwürdig und unrealistisch, wenn auch nicht sonderlich überraschend, ist übrigens das Ende; nicht, dass das dann noch viel ausmachen würde.

Fazit: Anfangs durchaus unterhaltsam und hochspannend, verliert „Pet“ mit zunehmender Dauer massiv an Tiefe und zieht sich auf höchst fragwürdige Art aus der Affäre, um ein reales Problem unserer Gesellschaft nicht erschöpfend thematisieren zu müssen. Sehr schade, die schauspielerischen Leistungen und die Grundatmosphäre des Films wären ausgezeichnet gewesen – nur sie sorgen im Endeffekt für ganz knappe und mit ordentlich Bauchweh vergebene 3 Punkte.

Gesamteindruck: 3/7


Originaltitel: Pet.
Regie:
Carles Torrens
Drehbuch: Jeremy Slater
Jahr: 2016
Land: USA, Spanien
Laufzeit: ca. 95 Minuten
Besetzung (Auswahl): Essie Davis, Noah Wiseman, Hayley McElhinney, Barbara West, Daniel Hanshalt



FilmWelt: Der Babadook

Der „Schwarze Mann“ hat ja verschiedenste Gestalten und Gesichter und wurde auf ebenso vielfältige Weise in dutzenden, wahrscheinlich sogar hunderten Filmen verarbeitet. Als ich gelesen habe, worum es in „Der Babadook“ geht bzw. den Trailer gesehen habe, dachte ich zunächst an einen typischen Horrorfilm, der sich auf mehr oder weniger kreative Art diesem Schreckgespenst widmet. Stimmt auch, irgendwie – und doch ist der australischen Regisseurin Jennifer Kent, die auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, eine ziemlich eigenständige Variation des Themas gelungen.

Gesamteindruck: 6/7


Die Angst vorm Schwarzen Mann.

Mein Interesse war jedenfalls geweckt – einerseits, weil der Film eben nicht aus Hollywood kommt, sondern aus Australien, also einem Land, das hierzulande nicht unbedingt für klassischen Horror bekannt ist. Andererseits wird in „Der Babadook“ nicht eine Bande kreischender Teenies über die Leinwand gejagt, wie es beispielsweise im von mir unlängst kommentierten „Slender Man“-Debakel der Fall ist. Im Gegenteil, vorliegender Film portraitiert eine Mutter-Kind-Beziehung, in der das titelgebende Monster zum Nebendarsteller wird. Weniger unheimlich ist der Streifen deshalb aber mitnichten.

Worum geht’s?
Amelia Vanek ist verzweifelt: Die alleinerziehende Mutter ist mit ihrem hyperaktiven Sohn Samuel, der zu allem Überfluss unter ständigen Alpträumen und Angstzuständen leidet, überfordert. Entsprechend schwierig gestaltet sich das Zusammenleben der kleinen Familie. Eines Abends liest sie ihrem Sprössling aus einem Buch vor, das sie noch nie in ihrer Wohnung gesehen hat und in dem es um eine schaurige Gestalt namens Mister Babadook geht. Bald müssen Mutter und Sohn feststellen, dass der Schwarze Mann keine Erfindung ist…

Wie eingangs erwähnt: Hübsche Teenager werden in „Der Babadook“ nicht über den Bildschirm gehetzt. Das ändert allerdings wenig am Kreisch-Faktor, denn es geht vor allem anfangs darum, die Probleme, die die Mutter (grandios gespielt von Essie Davis) mit ihrem physisch und psychisch nicht sehr pflegeleichten Sohn (Noah Wiseman) hat, glaubhaft darzustellen. Heißt: Der Film tut alles dafür, die Nerven des Publikums ähnlich zu strapazieren, wie es die Figuren im Film erleben müssen. Als kinderloser Zuseher musste ich das erstmal verdauen; tatsächlich dachte ich zu Beginn noch an eine typisch-nervige Kinderrolle, die leider immer wieder ohne Sinn und Verstand in Filme eingebaut wird. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase musste ich allerdings zugeben, dass die Regisseurin es ausgezeichnet verstanden hat, eine problembehaftete Beziehung darzustellen: Man ist als Zuschauer hin- und hergerissen zwischen Gereiztheit, Wut und Mitleid mit dem launischen Sohnemann – und fühlt zwischendurch immer wieder sehr deutlich, wie sehr die Mutter ihren Jungen trotz allem liebt. Die ganze Bandbreite ist da und wird von Jennifer Kents Drehbuch und ihren beiden Hauptdarstellern bemerkenswert gut auf die Leinwand gebracht.

Hebt sich vom üblichen Horror ab.

Aber auch davon abgesehen ist „Der Babadook“ recht unkonventionell. Der Aufbau ist auffallend langsam und bedächtig. Dadurch, dass es nur zwei Hauptpersonen gibt, entfällt das altbekannte Schema, eine Figur nach der anderen zu eliminierten – zum Glück, denn zu diesem Thema ist ohnehin längst alles gesagt. Vorliegender Film ermöglicht hingegen eine tatsächliche Identifikation mit den Charakteren, man hat das Gefühl, sie und ihre Lebensumstände sehr gut kennenzulernen. Da spielt natürlich hinein, was ich weiter oben bereits zu den Figuren ausgeführt habe, das eher gemächliche Tempo tut sein übriges dazu. Genau habe ich es nicht gestoppt – aber gefühlsmäßig beginnt der Film eigentlich erst zur Halbzeit, tatsächlich unheimlich (im Sinne von „übersinnlich“) zu werden. Alles, was davor kommt, dient dem Aufbau von Charakteren und Atmosphäre.

Eine Sache, die ich auch nicht unerwähnt lassen möchte: Im Gegensatz zu den meisten anderen Horrorfilmen bekommt die Titelfigur hier keinen so großen Raum, wie man meinen möchte. Klar, wenn der Babadook sein Unwesen treibt, geht das nicht ganz ohne Jump-Scares ab. Dennoch ist der Schrecken, den dieser Film vermittelt, eher subkutan. Am Ende stellt man sich die Frage, ob der Babadook überhaupt ein Monster wie der Slender Man oder von mir aus auch Freddy Krueger ist. Plausibler scheint mir, dass die im Film kaum einmal zur Gänze sichtbare Figur ein Sinnbild für den sich rapide verschlechternden Geisteszustand der Protagonisten (vor allem natürlich der Mutter) ist. Das mag auch der Grund sein, wieso im Film nicht einmal ansatzweise erklärt wird, was der Babadook eigentlich ist; ähnlich gelagerte Streifen berufen sich dafür meist auf Legenden, erfinden diese oft auch selbst. Wo der Babadook herkommt, ist hingegen völlig unklar, was den Eindruck, er ist ein düsteres Symbolbild, verstärkt.

Nur kleine Abzüge.

Wirklich auszusetzen habe ich wenig. Nicht verhehlen möchte ich aber, dass ich mit dem Finale nicht ganz einverstanden bin – die allerletzte Szene führt meine Interpretation des Gesehenen ein wenig ad absurdum, suggeriert sie doch, es gäbe den Babadook tatsächlich in unserer realen Welt. Diesen Twist hätte ich nicht gebraucht, weil er dem Film am Ende ein wenig von seiner Botschaft zu rauben scheint. Zumindest habe ich diese Erzählung als eine Art Warnung interpretiert, was passieren kann, wenn allein erziehende Mütter von der Gesellschaft vollkommen im Stich gelassen werden. Ist das nicht der Fall und „Der Babadook“ war schlicht und einfach als Horrorfilm gedacht, kann man – so denke ich – über die etwas merkwürdige Auflösung eher hinweg sehen.

So oder so handelt es sich meiner Ansicht nach um einen guten Film, der spannend ist und sich erfrischend vom Horror-Einheitsbrei abhebt. Surreal ist „Der Babadook“, gleichzeitig ein einfühlsames und emotionales Portrait mit sehr interessanten Effekten und – das sei auch noch erwähnt – einer Technik und Kameraführung, die ihn deutlich von Hollywood-Produktionen unterscheidet. Mir hat’s jedenfalls gefallen.

Gesamteindruck: 6/7


Originaltitel: The Babadook.
Regie:
Jennifer Kent
Drehbuch: Jennifer Kent
Jahr: 2014
Land: Australien
Laufzeit: ca. 95 Minuten
Besetzung (Auswahl): Essie Davis, Noah Wiseman, Hayley McElhinney, Barbara West, Daniel Hanshalt



FilmWelt: The Autopsy of Jane Doe

„The Autopsy of Jane Doe“ ist das englischsprachige Debüt des Norwegers André Øvredal, dessen „Trollhunter“ (2010) mir als gute Arbeit im Gedächtnis geblieben ist. Mit jener Hommage an die skandinavische Folklore hat vorliegender Film freilich nichts zu tun, vielmehr bekommt man nicht mehr und nicht weniger als einen klassischen Gruselfilm.

Gesamteindruck: 5/7


Geheimnisse einer Toten.

Der moderne Horrorfilm ist häufig geprägt von zugegebenermaßen guten Effekten, die den Zuseher ordentlich erschrecken. Jump Scares werden mal mehr, mal weniger gut platziert, die Charakterentwicklung bleibt hingegen meist völlig auf der Strecke und die Handlung ist oft genug ein einziges Klischee. Den Tiefpunkt dieser Entwicklung stellt das nicht totzukriegende Sub-Genre der Teenie-Slasher dar, aus dem sich auch Spuk- und Geisterfilme gerne mal bedienen (siehe z. B. „Slender Man“). „The Autopsy of Jane Doe“ aus dem Jahr 2016 steht glücklicherweise aber für eine andere Herangehensweise als viele zeitgenössische Produktionen.

Worum geht’s?
Gemeinsam mit seinem Sohn Austin arbeitet Tommy Tilden als Leichenbeschauer in einer amerikanischen Kleinstadt. Eines Abends bringt ihnen der Sheriff eine unbekannte Tote, die halb vergraben im Keller eines Hauses gefunden wurde, in dem drei Menschen brutal ermordet worden waren. Bei der Obduktion der wie üblich „Jane Doe“ genannten jungen Frau zeigen sich schnell die ersten Merkwürdigkeiten – und bald darauf wird es für Vater und Sohn richtig gefährlich

„The Autopsy of Jane Doe“ verfügt über einen bedächtigen, vor allem aber gut durchdachten und sinnvollen Aufbau: Die zwei Hauptprotagonisten werden mit einem plausiblen Hintergrund eingeführt, eine Prise Tragik und ein Quäntchen Humor sind auch dabei. Klar, wirklich tiefgründig geht anders, im Vergleich zu vielen Genre-Genossen ist die hier präsentierte Form des Einstiegs jedoch definitiv eine wohltuende Abwechslung. Letzten Endes haben wir es hier aber immer noch mit einem Horrorfilm und keinem Drama zu tun – und für einen solchen wurde mit der angedeuteten Charaktertiefe genau die richtige Tonalität getroffen.

Hilfreich dabei ist aber auch und vor allem die ausgezeichnete Chemie zwischen den Hauptdarstellern (dem erfahrenen Brian Cox und dem jungen Emile Hirsch), die für sich genommen schon Glaubwürdigkeit schafft. Apropos Darsteller: Nicht viel weniger Screen-Time als ihre männlichen Kollegen hat Olwen Catherine Kelly, die die Jane Doe spielt. Ihre Rolle beschränkt sich freilich darauf, nackt auf dem Seziertisch zu liegen, die Obduktion über sich ergehen zu lassen und dabei ganz und gar tot auszusehen. Klingt nach wenig, ich könnte mir aber vorstellen, dass das ein ziemlich hartes Stück Arbeit war. Abgesehen davon gibt es im Film übrigens nur zwei etwas größere Rollen und eine Handvoll Statisten.

(Fast) ein Kammerspiel.

Entsprechend wichtig ist –  neben dem Zusammenspiel der Darsteller – dass es dem Regisseur gelungen ist, passende Kulissen zu wählen, die diese Form des Films möglichst gut unterstützen. Auch an dieser Stelle kann man dem Norweger keinen Vorwurf machen: Den Ort der Handlung in den Keller des Hauses zu verlegen, in dem Vater und Sohn auch wohnen, war eine gute Idee. Zwar habe ich das Gefühl, dass der Schauplatz etwas zu weitläufig inszeniert wurde, insgesamt haben mir die Kulissen aber dennoch sehr gut gefallen. Gleiches gilt für Ausstattung und Effekte, die durchgehend auf hohem Niveau sind. Zu den Effekten sei noch angemerkt, dass der Film sich gut eine Stunde lang wissenschaftlich plausibel, aber auch entsprechend explizit, vor allem mit dem Ablauf der Obduktion an sich beschäftigt. Für Zartbesaitete ist das naturgemäß nichts.

Erst im letzten Drittel wird „The Autopsy of Jane Doe“ tatsächlich übernatürlich (vorher kommt der Film eher mit Andeutungen aus). Zunächst passt der zunehmende Horror auch gut zum sich im Laufe der Autopsie stetig steigernden, mulmigen Gefühl. Die Art und Weise, wie die Pathologen Stück für Stück herausfinden, was mit Jane Doe passiert sein könnte und nach der Reihe unheimliche und wissenschaftlich nicht erklärbare Details zu Tage fördern, hat fast etwas von einem Roman von H. P. Lovecraft oder Edgar Allan Poe. Natürlich gibt es ab und an einen eher plakativen Schockmoment, im Wesentlichen wird die düstere Stimmung aber bis zum Schluss hin aufrecht erhalten. Leider – und das verwehrt dem Film eine noch bessere Wertung – ist das Ende überhastet und wirkt nicht mehr ganz fertig gedacht, teils sogar etwas unlogisch. Schade, der durchgehend gute Aufbau ließ für das Finale mehr erwarten.

Der letzte Twist ist dann aber wieder sehr gut und versöhnt einigermaßen mit der kurz vorher Gebotenen, sodass ich 5 von 7 Punkten mit Tendenz nach oben vergebe.

Gesamteindruck: 5/7


Originaltitel: The Autopsy of Jane Doe.
Regie:
André Øvredal
Drehbuch: Ian B. Goldberg, Richard Naing
Jahr: 2016
Land: USA
Laufzeit: ca. 90 Minuten
Besetzung (Auswahl): Emile Hirsch, Brian Cox, Olwen Catherine Kelly, Ophelia Lovibond, Michael McElhatton



BuchWelt: Japantown

Barry Lancet


Dass es in vielen amerikanischen Städten chinesische Viertel, genannt Chinatown, gibt, gehört zur Allgemeinbildung. Weniger bekannt ist hingegen – zumindest hierzulande – dass es u. a. in San Francisco und Los Angeles auch Japantowns gibt. Ich glaube, mir ist der Begriff tatsächlich erstmals untergekommen, als ich Ende 2020 vorliegendes Buch gelesen habe. Übrigens einmal mehr ein Zufallsfund in einem offenen Bücherschrank hier in Wien.

Gesamteindruck: 4/7


Die düstere Seite Japans.

Der Ferne Osten ist in meiner „Karriere“ als Bücherwurm bisher ein weißer Fleck gewesen, sieht von Kenzaburô Ôe ab, von dem ich das eine oder andere Werk gelesen habe. „Japantown“ ist im Gegensatz dazu allerdings Werk eines asiatischen Autors, sondern wurde von einem US-Amerikaner geschrieben. Barry Lancet lebt jedoch seit Jahrzehnten in Japan und hat sich im Laufe der Zeit vor allem als profunder Kenner hiesiger Kunst, Kultur und Bräuche einen Namen gemacht. Mit „Japantown“ legte er 2013 seinen ersten Roman vor.

Inhalt in Kurzfassung
Jim Brodie ist Antiquitätenhändler in San Francisco und gleichzeitig Teilhaber einer Detektei in Tokio. Als anerkannter Experte für japanische Kunst und Kultur wird er von der Polizei in San Francisco gelegentlich als Berater engagiert – so auch in einem Mordfall im Stadtviertel Japantown. Seine Aufgabe: Herausfinden, was es mit dem merkwürdigen japanischen Schriftzeichen auf sich hat, das bei den Leichen gefunden wurde. Es dauert nicht lange, bis Brodie selbst ins Visier einer geheimnisvollen Organisation gerät…

Vom Lesegefühl her ist „Japantown“ ein typischer US-Thriller: Von geradliniger Brutalität, schnell zu lesen und eher simpel gehalten – und durchaus spannend. Nimmt man nur diese Aspekte, würde ich das Buch aufgrund gewisser schriftstellerischer Schwächen eher im unteren Durchschnitt verorten (wieso das so ist, erkläre ich etwas weiter unten). Was „Japantown“ dann aber doch aus der Masse hervorhebt, ist das Setting: Barry Lancet beschäftigt sich sehr stark mit den Eigenheiten der japanischen Kultur, die den meisten Europäern und Amerikanern nach wie vor ein Rätsel ist und wohl auch immer sein wird. Der Autor schafft es dabei, einige dunklere Aspekte seiner Wahlheimat hervorzuheben und dem Außenstehenden verständlich zu machen. Freilich nicht so genuin, wie es ein Japaner könnte; aber vielleicht ist es gerade das, was an „Japantown“ fasziniert: Der gebürtige Amerikaner, der seit Ewigkeiten in Japan lebt, steht sozusagen zwischen den Kulturen und hat darum eine ganze eigene Sichtweise auf die Dinge.

Eine weitere Besonderheit an „Japantown“ ist, dass Autor Barry Lancet seiner Hauptfigur Jim Brodie offenbar stark autobiografische Züge verpasst hat. Zumindest teilen die beiden ihren Status als Wanderer zwischen zwei Welten. Und wie sein Schöpfer hat sich auch Jim Brodie breites Wissen über alle möglichen Bereiche der fernöstlichen Kultur angeeignet. Inwieweit sich die beiden von der Art her ähneln, wage ich nicht zu beurteilen, für mich sieht es aber fast so aus, als hätte Lancet mit seinem heldenhaften Multitalent Brodie eine idealisierte Version (vielleicht sogar sowas wie eine Kindheitsvorstellung) seiner selbst erschaffen.

Brodie nimmt es mit allen auf.

Und damit kommen wir auch schon zum größten Kritikpunkt an „Japantown“: Jim Brodie ist ungefähr so, wie man als Kind oder Jugendlicher selbst gern gewesen wäre, egal wie unrealistisch das sein mag. Ein Hansdampf in allen Gassen, unkaputtbarer Experte in verschiedenen Kampfsportarten, gleichzeitig aber feinsinnig, intellektuell und höchst bewandert in einer uns völlig fremden Kultur. Der Autor nimmt seinem Helden zwar nicht jegliche Menschlichkeit und lässt dem Leser durchaus die eine oder andere Identifikationsmöglichkeit, letztlich wird es im Laufe der Lektüre aber immer unglaubwürdiger, wie sich der Antiquitätenhändler/Detektiv aus scheinbar ausweglosen Situationen befreien kann. Von seiner messerscharfen Kombinationsgabe ganz abgesehen. Auch all das scheint mir das typisch-amerikanische Heldenklischee zu sein. Freilich freut man sich beim Lesen, dass der Gute dermaßen erfolgreich ist, andererseits wäre es vielleicht noch wirkungsvoller gewesen, wenn Jim Brodie auch die eine oder andere Schwäche zeigen würde.

Ein bisschen steht sich der Autor auch selbst im Weg: Er schafft mit den Soga, einer Geheimgesellschaft, die außerhalb der Gesetze operiert, einen übermächtigen (und durchaus interessanten) Gegenspieler. Die Antagonisten sind fast genauso unfehlbar wie der Held, verfügen über praktisch unbegrenzte finanzielle Mittel, sind in der Überzahl – und existieren seit Jahrhunderten, ohne aufgedeckt worden zu sein. Und was macht Lancet? Er lässt diese höchst verschwiegene Truppe, deren Mitglieder auf eine Art und Weise ausgebildet werden, die die US-Marines vor Neid erblassen lassen würde, durch ein paar japanische Detektive und einen amerikanischen Antiquitätenhändler vorführen… das erschien mir im Nachgang, so spannend das Buch über weite Strecken auch war, arg unglaubwürdig.

Wozu der Perspektivenwechsel?

Einen Punkt muss ich, bevor ich zum Schluss komme, noch erwähnen: Mehrmals im Buch gibt es einen Wechsel aus der Ich-Perspektive hin zu einem allwissenden Erzähler. Das empfand ich als sehr störend, weil es einerseits den Lesefluss immer ein wenig unterbrochen, andererseits die Identifikation erschwert hat. Zumindest ging es mir so – anfangs ist man als Leser mittendrin, man ist Jim Brodie, der Stück für Stück ermittelt, was in Japantown eigentlich passiert ist. Das ist höchst spannend – wird aber zwischendurch immer wieder aufgebrochen, weil man beobachten „darf“, was die Bösewichte so treiben und besprechen. Vielleicht ist das ein Stilmittel, das ich nicht verstehe, vielleicht ist es auch der Unerfahrenheit geschuldet, die Barry Lancet bei seinem Roman-Debüt hatte – ich weiß es nicht, kann nur sagen, dass es mir nicht gefallen hat.

Abgesehen davon und vom oben genannten Ein-Mann-Armee-Klischee, das man ja aus vielen Thrillern so oder so ähnlich kennt, kann ich die Lektüre von „Japantown“ aber empfehlen. Für mich war es höchst aufschlussreich und interessant, einmal in Thriller-Form an das Land der aufgehenden Sonne herangeführt zu werden. Schnell gelesen ist das Buch ohnehin, sodass ich trotz teils relativ grober Schwächen 4 von 7 Punkten vergebe.

Gesamteindruck: 4/7


Autor: Barry Lancet
Originaltitel: Japantown.
Erstveröffentlichung: 2013
Umfang: ca. 590 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch

FilmWelt: Kadaver

Dieser Film hat mich am Ende mit zwei Fragen hinterlassen: Hat Regisseur und Drehbuchautor Jarand Herdal jemals „Fallout: New Vegas“ (2010) gespielt? Und warum fühlt sich der Film trotz guter Ansätze so enttäuschend an? Über ersteres erlaube ich mir mangels Wissen kein Urteil, die zweite Frage versuche ich in folgender Rezension zu beantworten.

Gesamteindruck: 3/7


Postapokalyptisches Theater.

Die Frage, was man als Überlebender der Apokalypse so machen würde, stellt sich – zumindest mir – immer mal wieder. Vermutlich gar nichts, weil man eher zu den Leichen am Straßenrand gehören würde, aber ich schweife ab. In der skandinavischen Netflix-Produktion „Kadaver“ (2020) versuchen Normalos, mit den neuen Verhältnissen klarzukommen – und treffen naturgemäß ein paar ganz schlechte Entscheidungen.

Inhalt in Kurzfassung
Nach einer nuklearen Katastrophe kämpfen Überlebende, darunter auch eine dreiköpfige Familie, täglich gegen den Hunger und die Unbilden der norwegischen Natur. Die Verzweiflung ist groß bis eines Tages der Besitzer eines luxuriösen Hotels die Menschen zu einer Theateraufführung inklusive warmer Mahlzeit einlädt. Inmitten all des Elends eine willkommene Abwechslung – die sich allerdings bald als neuer Alptraum entpuppt…

Damit sollte Kennern klar sein, wie ich in der Einleitung auf „New Vegas“ gekommen bin. Einerseits kämpfen sowohl im Spiel als auch im Film die Menschen nach einem nuklearen Zwischenfall um ihr Überleben. Andererseits erinnert das Konzept mit dem post-apokalyptischen Nobelhotel und seinen merkwürdigen Bewohnern frappant an die „Feinschmecker-Gesellschaft“ (im Original „White Glove Society“) aus dem Bethesda-Klassiker. Ob das wirklich nur Zufall ist? Wie gesagt: Ich wage es nicht zu beurteilen.

Abgesehen davon hat mich „Kadaver“ an einen Film, den ich vor gar nicht allzu langer Zeit gesehen habe, denken lassen: „Performaniax“ aus dem Jahr 2017. Der wird aufgrund seiner Unbekanntheit wohl keine Inspiration für den Norweger Jarand Herdal gewesen sein, fußt aber auf einer ähnlichen Prämisse: Ein Theaterstück, in dem es (fast) keine Grenzen zwischen Publikum und Schauspielern, zwischen Realität und Performance, zu geben scheint.

Gute Ansätze.

Nun aber genug der Vergleiche, kommen wir zu vorliegendem Film. „Kadaver“ beginnt vielversprechend und zeigt die Postapokalypse in einer trostlosen, nass-kalten und schmutzigen Stadt in Norwegen. Die Bilder sind sehr stark und machen das Elend der Überlebenden geradezu greifbar – man bekommt schnell das Gefühl, dass man Derartiges im verregneten Skandinavien noch weniger erleben möchte als anderswo auf der Welt. Die übliche Vorstellung der Protagonisten und die Einleitung der eigentlichen Handlung gehen einigermaßen reibungslos vonstatten, man wird als Zuseher definitiv neugierig, was es mit dem merkwürdigen Hotel auf sich hat. Dort angekommen gibt es dann den letzten ganz großen Pluspunkt des Films zu bestaunen: Der Kontrast zwischen der düsteren, tristen Außenwelt und dem leuchtenden, luxuriösen Interieur hat auf mich geradezu schmerzhaft gewirkt und ist tatsächlich aller Ehren wert.

Abwärtsspirale.

An dieser Stelle wird auch der Antagonist eingeführt. Dessen Darsteller Thorbjørn Harr macht seine Sache allerdings fast schon zu gut – und leitet damit die Abwärtsspirale des Films ein. Gut, das war jetzt wegen der Überleitung passend, in Wirklichkeit beginnen die Problem von „Kadaver“ schon früher. Ich habe oben ja geschrieben, dass die Hauptpersonen reibungslos eingeführt werden. Das ist aber nicht zwangsläufig ein gutes Zeichen, ist es in diesem Falle doch so, dass die von Gitte Witt, Thomas Gullestad und Tuva Olivia Remman gespielte Familie relativ konturlos bleibt. Außer, dass die Mutter Schauspielerin ist, kann ich mich an keinerlei Besonderheiten erinnern. Das ist zwar kein Beinbruch, plastische Charaktere sehen jedoch definitiv anders aus. Vor allem wird in der Vorstellung der Fokus relativ stark auf die Tochter gelegt, die im restlichen Film allerdings komplett zur Nebensache wird. Letztlich führen genau diese sehr flachen Helden zum meiner Ansicht nach „zu gut“ gespielten Bösewicht. Der ist im Endeffekt die interessanteste Figur, wirkt aber von Anfang an alles andere als vertrauenerweckend. Das wirft sofort die Frage auf, warum die Gäste des Hotels nicht spätestens an dieser Stelle merken, das etwas ganz und gar nicht stimmt – der allgemein herrschende Hunger hätte als Erklärung gereicht, spielt im Aufbau aber keine so große Rolle, dass er das Vertrauen der, ich sage es, wie es ist: Opfer, rechtfertigen würde.

Andererseits ist das fast schon egal, wenn man sieht, wie mal wieder munter jedes Horror-Klischee erfüllt wird. Man trennt sich, man verliert sich nach Sekunden aus den Augen – und was am Schlimmsten ist: Man lässt die Tochter sofort wieder entwischen, nachdem man sie gerade erst panisch gesucht und wiedergefunden hat. Dass solche Momente im Genre Usus sind, ist mir schon klar – „Kadaver“ übertreibt es damit aber wie schon lange kein Film mehr. Kurioserweise liegt das Problem auch hier in den guten Bildern: Regisseur Herdal weiß, wie man mit langen Hotelgängen ein mulmiges Gefühl beim Zuseher erzeugen kann. Es ist aber völlig unglaubwürdig, dass seine Charaktere das nicht auch spüren und sich wie Idioten verhalten.

Über all das könnte man eventuell hinwegsehen, weil das Setting von „Kadaver“ gut und die schauspielerische Leistung zumindest ordentlich ist. Leider macht die Handlung (und damit die Spannung) relativ bald schlapp, heißt: Man weiß als Zuseher viel zu früh, was gespielt wird. Und damit meine ich: Man weiß es wirklich, es gibt zum Schluss keinen Twist, der alles rausreißen würde. Das letzte Drittel von „Kadaver“ ist, so deutlich muss ich es leider sagen, völlig unspektakulär, das Ende eingeschlossen. Dabei hätte sich in diesem Theater-Setting ein Finale, in dem sich herausstellt, dass nichts so ist, wie es scheint, geradezu angeboten. Dafür dürften dann aber doch die Ideen – oder der Mut? – gefehlt haben. Dass im Übrigen viele offene Fragen ungeklärt bleiben (Wieso hat das Hotel beispielsweise als einziges Gebäude in der Stadt Strom?), setzt dem „Spaß“ die Krone auf.

Schade, aber so gibt es nur drei Punkte – und die auch nur, weil mir die Bildkomposition ganz außerordentlich gut gefallen hat und weil man sich den Film problemlos und schmerzfrei ansehen kann, wenn man mal Zeit hat. Viel sollte man sich aber nicht erwarten.

Gesamteindruck: 3/7


Originaltitel: Kadaver.
Regie:
Jarand Herdal
Drehbuch: Jarand Herdal
Jahr: 2020
Land: Norwegen
Laufzeit: ca. 90 Minuten
Besetzung (Auswahl): Gitte Witt, Thomas Gullestad, Thorbjørn Harr, Tuva Olivia Remman, Kingsford Siayor