FestivalWelt: Wacken:Open:Air 2016

Datum: 4. bis 6. August 2016
Location: Wacken, Schleswig-Holstein
Festival: Wacken:Open:Air 2016
Bands: ca. 180, national & international
Publikum: 75.000
Ticketpreis: 190 Euro (inkl. VVK-Gebühren, keine Abendkasse bzw. Tagespässe)


(Holy Wacken) Land unter.

Vorgeschichte

Man wollte eigentlich nicht mehr hin. Nach Wacken – dorthin, wo sie alle einmal gewesen sein müssen und auch die Jungen unbedingt einmal hin wollen, einfach, um dabei gewesen zu sein, einfach um mitreden zu können. Für mich waren zwei Mal eigentlich genug. Hatte ich gedacht. Aber eigentlich… hmmm… war es dann ja doch ganz lustig, bei den ersten zwei Besuchen. Und so kam im August 2015 eines zum anderen: Ein Kumpel, der bisher noch nie da war, wollte unbedingt hin (siehe oben!), die Erinnerung an den Spaßfaktor von 2010 und 2014 war immer noch da – also setzten wir uns wieder um Mitternacht vor den Rechner, um schnell noch eines der begehrten Tickets für das Wacken:Open:Air 2016 zu ergattern. Ich wiederhole: Anfang August 2015 war das. Vor über einem Jahr! Man kennt es ja mittlerweile. Ganz so schnell ging der Ausverkauf aber nicht von Statten, sodass wir relativ problemlos an unsere 7 Tickets kamen und die Nacht-und-Nebel-Aktion eigentlich für den berühmten „Hugo“ war.

Und dann begann wieder das lange Warten auf vernünftige Bands.

Tag 1 (Donnerstag, 4. August 2016)

Die Anreise war wie immer sehr ermüdend – Abflug in Wien um 07:15 Uhr, heißt, man ist gegen Mittag am Festival. Es geht also mit ordentlich Schlafdefizit los, aber da muss man halt durch. Abgesehen davon ist diese Art der Anreise (Flugzeug – Bus – Mietzelt) offenbar weniger mühsam, als mit dem eigenen Auto zu kommen, wenn man so liest, was bezüglich Wartezeiten, bis man auf den Platz darf, so auf Facebook stand. Der Zugang zum Campground vom Busterminal aus (bei A) war bei unserer Ankunft sogar noch Sneaker-tauglich, der Weg zur Zelt-Rezeption dann eher nicht mehr so, aber immer noch im Rahmen. An dieser Stelle war dann aber auch schon zu merken (bzw. zu riechen), dass das Festival wohl nicht ohne schweres Schuhwerk zu überstehen sein würde – es sei denn, es würde wirklich trocken und heiß werden.

Egal – in der Zeltrezeption eingechecked, Zelt eingerichtet und ab zur Wristband-Ausgabe. Alles reibungslos, schnell und bestens organisiert. Nur zu dumm, dass man die Metal-Bags nicht mit aufs Gelände nehmen durfte (ja, war vorher bekannt – gut war es trotzdem nicht gelöst). Der Weg zurück zum Zelt war nämlich ziemlich weit. Auf dem Weg vom und zum Wristband-Office wurde auch schnell klar, welche Bodenbeschaffenheit tatsächlich zu erwarten war. In den Senken und vor allem in der Nähe der Duschen war es wirklich katastrophal. Dass man das nach wie vor nicht in den Griff bekommt, ist mir einfach unverständlich.

Nachdem die Pflicht erledigt war, kam die Kür. Im Wackinger-Village schnell was zu essen abgegriffen (da gibt’s mE wirklich gute Sachen), dann ein nettes Plätzchen in der „Euterbar“ gefunden und erstmal diverese Biere geleert, während auf einer der großen Bühnen bereits SKYLINE und SAXON auftraten. Erstere waren ok, letztere hatten, zumindest kam es dort hinten so an, mit erheblichen Soundproblemen zu kämpfen. Dann nochmal kurz zum Zelt, nicht ohne diverse Zwischenstopps für Bier, dort ein wenig gerastet und – man glaubt es kaum – Bier getrunken, bis es dann Zeit für den Gang ins Infield war. Dort wartete bereits am späten Nachmittag ziemlich viel Matsch. Die Shows von FOREIGNER und vor allem WHITESNAKE waren trotzdem sehr gut. Kurz vor dem Headliner IRON MAIDEN gab es dann einen kleineren Regenschauer und der Boden wurde langsam aber sicher immer tiefer. Bei MAIDEN fing es dann so richtig zu schütten an und es bildeten sich diverse Seen, dadurch wurde das Gedränge auf den wenigen halbwegs trockenen/festen Stellen extrem ungangenehm. Zur Hälfte des Sets war es dann nicht mehr auszuhalten und wir gingen zurück, wo der Boden besser und weniger Leute waren. Bei diesen paar Schritten war schon zu merken, was für ein Spießrutenlauf die nächsten Abende warten würde, wenn der Boden so blieb. Schlammseen, dazwischen ein wenig härterer Boden, wo kaum ein Durchkommen war und immer wieder gefährlich tiefe Löcher, in die man einsank. Die Show von MAIDEN war gut, glaube ich, denn so langsam tat das viele Bier dann seinen Wirkung und macht die Erinnerung ein wenig dumpf. Beim Zelt war – im Gegensatz zu mir selbst – alles in Ordnung und trocken, immerhin etwas.

Tag 2 (Freitag, 5. August 2016)

Als ich mich gegen 07:30 Uhr fast komplett unverkatert aus dem Zelt gekämpft habe, hätte mir mein gefühlt recht guter Zustand gleich verdächtig vorkommen müssen. Aber erstmal freute ich mich, dass es mir vermeintlich gut ging und machte mich gemeinsam mit einem Kumpel auf den Weg zum Duschcamp und zum Frühstückszelt. Das Duschen verging mir fast, als ich den Zustand des Platzes vor der Dusche und dann auch den Zustand des Duschzeltes selbst sah. Pfui Teufel – vor allem der Gestank, den man kaum beschreiben kann. Waren die Duschen nicht mal größer mit mehr Ablagemöglichkeiten? Egal, ging trotzdem alles gut, Wasser war warm, lang warten musste man auch nicht, früher Uhrzeit sei Dank. Was dann jedoch passierte war weniger schön.

Im Kaffeezelt war schon eine lange Schlange, trotzdem stellte man sich an. Das nächste, was ich weiß, ist, dass ich plötzlich auf einer Bierbank saß, neben einigen Typen, die aussahen, als wären sie vom Vortag übrig geblieben. Kumpel hatte mich dort hingesetzt und sagte mir, dass ich plötzlich wie ein nasser Sack zusammengefallen wäre. Klassischer Schwächeanfall. Wenigstens war im Frühstückszelt der Boden nicht so schlammig… Ein kurzer Besuch im SaniZelt war die Folge, wo ich sehr gut und kompetent behandelt wurde. Zum Camp zurück ging es schon wieder zu Fuß (irgendwie merkwürdig, dass sie einen da nicht wieder hin bringen, sind ja doch die meisten nicht so gut beisammen, wenn sie mal zu den Sanis müssen und die Wege waren weit und matschig). Dort angekommen war der Tag erstmal gelaufen – im dem Sinne, dass ich erstmal nur Wasser/Cola trank, während die anderen gerade die erste Dose Becks öffneten (war ja doch schon halb 10 durch). Irgendwann ging es dann ins Dorf zum Metal Place, wo ordentlich gesoffen wurde (ich habe mich allerdings komplett rausgehalten). War recht amüsant, den Niedergang der Bande zu beobachten, jedoch fiel mir in meinem nüchternen Zustand umso mehr auf, dass die Playlist im Metal Place wohl maximal 30 Songs umfasst. Verstehe ich überhaupt nicht.

Ans erste Bier wagte ich mich dann am frühen Nachmittag bei einem Spaziergang durchs Dorf. War gar nicht mal so gut, insgesamt sollte ich mir an diesem Abend nur 4 oder 5 Biere gönnen, mehr war in meinem Zustand einfach nicht drin. Nach dem Metal Place ging es irgendwann zurück zum Zelt, wo weitergetrunken wurde und ich mir das Rumgesabbere und -getorkel meiner Mitcamper ansehen durfte. So sehen wir also für Außenstehende aus… Irgendwann bequemten wir uns dann doch noch ins Infield, weil einer aus der Truppe unbedingt BULLET FOR MY VALENTINE sehen wollte. Wie er die anderen Besoffskis dazu gebracht hat, weiß ich nicht. War aber eine gute Idee, ich hatte die Band irgendwann mal als „nicht tauglich“ abgetan und seither nie mehr gehört. War dann aber doch sehr geil, alles in allem. Danach versuchten wir die Party Stage zu erreichen – gar nicht so leicht, auf diesem Gelände. Besagte Stage war im Übrigen fast komplett abgesoffen, zumindest auf der linken Seite (Blickrichtung Bühne) war der Boden ein einziger See aus Matsch, teilweise knietief. HANSEN & FRIENDS haben wir uns trotzdem angesehen, war recht cool, vor allem die alten HELLOWEEN-Gassenhauer „Ride The Sky“, „Murderer“ und „Victim Of Fate“. Ganz verstand ich den Sinn der Sache zwar nicht, hat mir aber trotzdem sehr gut gefallen. Nur, dass der Sound von der Black Stage, wo gerade TARJA auftrat, empfindlich überlagert wurde, hat mich sehr gestört. Von besagter ex-NIGHTWISH-Sängerin haben wir uns dann auch noch die eine oder andere Nummer angeschaut, immerhin wollte man sich rechtzeitig für BLIND GUARDIAN eine halbwegs trockene Position suchen. Sehen muss ich die Opernsängern jedoch nicht mehr unbedingt.

Anders die Haudegen aus Krefeld. Hansi Kürsch war ausgezeichnet bei Stimme, die Setlist war gut – allerdings kannte ich das Ganze ohnehin schon vom MetalDays-Festival eine Woche vorher. War trotzdem nett, fertig angesehen haben wir uns den Gig aber nicht, das Gedränge war einfach zu groß und dass der Weg zurück gleichzeitig mit der Masse zu anstrengend werden würde, war auch absehbar. „The Bard’s Song“ verfolgten wir noch von außerhalb des Infields, dann ging es in die Heia. Der Weg zurück war wiederum katastrophal, vor allem im Bereich der Merchandise/Fressstände sowie am Ausgang war die Situation nicht viel besser als im verschlammten Infield.

Tag 3 (Samstag, 6. August 2016)

Neuer Tag, neues Glück? Ja, diesmal ging bei mir alles gut, keinerlei Verschleißerscheinungen feststellbar. Kaffee und Frühstück holen: Check! Gerade als wir gegen 10 (oder war es 11?) das erste Bier öffneten, öffnete gleichzeitig auch der Himmel seine Schleusen. Morgens war es noch schön gewesen, nun wurde es plötzlich zappenduster, so etwas habe ich noch nie gesehen. Es half nichts, man musste ins Zelt – die Durchsage über die Lautsprecher war in dem Prasselregen kaum zu verstehen, aber ich meinte zu vernehmen, dass die Leute in ihre Fahrzeuge geschickt wurden. Pech für uns – wir hatten natürlich keine. War aber dann doch nicht so schlimm und bald vorbei. Allerdings war das auch ein Vorbote, was uns an Bodenbeschaffenheit erwarten würde – sogar zwischen unseren Zelten und unter dem TARP stand einiges an Wasser, der Weg vom Busterminal zum Platz war ebenfalls sehr, sehr nass und der Graben neben unserem Zelt bedenklich voll.

Auf diesen Schock ging es nach den ersten zwei Dosen Becks erneut zum Metal Place, um sich halbwegs zu erholen. Wieder floss das Bier in Strömen (zwischendurch auch der Regen) – für mich, bis im Zelt MYRKUR aufspielten, eine Truppe, die meine Freundin unbedingt sehen wollte. War gut, sowohl Bier als auch Konzert (letzteres war sogar sehr gut besucht). Außerdem konnte ich feststellen, dass es in Wacken doch noch trockene Plätze gab. Das Zelt war ein Genuss – vor allem nach dem Weg dorthin – sowas wie zuerst beim Merch, dann im Wackinger Village (dort war es wirklich grausam!) habe ich noch nie gesehen. Nach MYRKUR sahen wir uns noch BORKNAGAR auf der Black Stage an, dann ging es zurück zum Metal Place, wo die anderen in einem teils erbärmlichen Zustand waren. Einer schlief am Boden, einer verabschiedete sich mit fahlem Gesicht Richtung Camp und zwei tanzten und gröhlten auf der Bühne (der, der zum Zelt ging, hat an diesem Tag übrigens keine Band mehr gesehen, dafür in unmöglicher Stellung am Campingstuhl geschlafen und dazwischen mal „ein bisschen“ gekotzt).

Auch ich stieg wieder gut ein, so gut, dass ich TRIPTYKON, die ich eigentlich sehen wollte, „vergaß“. STEAK NUMBER EIGHT waren dann im Zelt auf der Headbanger’s Stage die überraschende erste Band des Abends. Allerdings kamen wir eher spät, 2 Nummern wurden noch gespielt, die waren ganz ok, wenn ich mich recht erinnere. Anschließend gab es DAGOBA auf der benachbarten W.E.T. Stage – eine positive Überraschung, haben mir wirklich gut gefallen, die Franzmänner.

Wieder aus dem Zelt draußen hatte sich die Situation mit dem Matsch ein wenig verbessert, was aber relativ zu betrachten ist. Wir gingen dennoch zurück zu den großen Bühnen, weil dort TWISTED SISTER auftraten. Ein kurzer Blick von den Fressbuden in Richtung Infield sagte uns dann aber, dass wir dort auf keinen Fall mehr rein wollten – das sah gefährlich voll aus und zwischen den Leuten konnte man diverse Seen glitzern sehen. Nein, danke! Ein paar Songs sahen wir uns von hinten an, dann war aber bald Schicht im Schacht, der harte Wacken-Alltag hatte uns geschafft.


Fazit

Auch wenn sich das jetzt vielleicht anders gelesen hat: Wacken 2016 war lustig, Wacken 2016 war in Ordnung. Ich habe einmal mehr nicht sooo viele Bands gesehen, was meine eigene Schuld ist. Macht nix. Wobei ich allerdings schon bereue, dass ich mich nicht näher mit der Running Order der Zeltbühnen beschäftigt habe – da war einiges dabei, was mir gefallen hätte – auf trockenem Grund wohlgemerkt. Das ärgert mich tatsächlich, ist aber natürlich auch meine eigene Schuld. Vor allem hätte ich unbedingt BLIND GUARDIAN gegen 1349 tauschen sollen.

Wieder kommen werde ich auf absehbare Zeit nicht mehr – vielleicht war es sogar mein allerletztes Mal. Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Erstens ist mir der ganze Spaß einfach zu teuer. Ich habe schon vor 2 Jahren (als ich letztmals in Wacken war) angemerkt, dass mir das Preis-Leistuns-Verhältnis nicht passt – dieser Eindruck hat sich für mich noch verstärkt. Das betrifft natürlich nicht nur das Festival, sondern auch die teure Anreise. A pro pos Anreise: Das ist der zweite Grund. Mir ist das einfach zu mühsam und anstrengend geworden. Simple as that. Früh aufstehen, hin fliegen, Bus fahren, Zelt halbwegs in Ordnung halten, weil man sonst nix mehr findet, wieder früh aufstehen, Bus erwischen, Flieger erwischen, heimkommen – alles sehr, sehr kraftraubend und nicht notwendig, wenn man eh Festivals in der Nähe hat. Ich gönne es allen, die noch Freude daran haben – bei mir ist die Euphorie vor Ort dann auch groß, aber nicht anders, als auf anderen Festivals. Auch wenn ich geneigt bin, das im Alkohol- und Freudenrausch zu vergessen.


Wacken 2016: Kritikpunkte und Lobeshymnen

– Matsch: Wacken ist doch 2015 komplett im Morast versunken – ich war zwar nicht da, könnte aber, nachdem was man an Fotos gesehen und von Augenzeugen gehört hat, nicht sagen, dass da irgendwas besser geworden wäre. Es war meiner Ansicht nach einfach ganz, ganz viel Glück, dass es diesmal nicht sooo viel geregnet hat. Dass es nicht/nur schwer möglich ist, das Infield in Ordnung zu halten, ist irgendwo sogar verständlich, auch wenn es doch mal geheißen hat, dort wären irgendwelche Drainagen verbaut. Wie auch immer: Hackschnitzel/Stroh o. ä. wurde nicht gestreut, oder? Das Infield war nämlich ein unglaublicher Sumpf, vor allem vor der Party Stage. Oder ist es nur dort aufgefallen, weil weniger Leute dort sanden? Wirklich unverständlich auch, dass es nach wie vor so gut wie keine (!) befestigten Wege gibt. Weder am Campingplatz, noch vor den Einlässen, noch beim Merchandise, noch vor dem Infield – überall nur Matsch, Matsch, Matsch. Am schlimmsten (nach dem Infield) bei den Duschzelten, wo sich teilweise richtige Bäche bildeten – wieso bekommt man das nicht unter Kontrolle? Verstehe ich einfach nicht. Das Wackinger Village war ebenfalls eine einzige Zumutung, diverse Stände waren trockenen Fußes überhaupt nicht zu erreichen.
– Hygiene: Es gibt doch jedes Jahr Diskussionen über die Toilettensituation. Da sehe ich in den 3x, die ich in Wacken war, nicht die geringste Verbesserung. Wieder gab es in unserer Ecke für 3 Campingplätze nur 8 Dixies. Wie kann das sein? Der einzige „Pisswürfel“ (oder wie man die Dinger nennt) lief ständig über und stand entsprechend in einem See – kein Wunder, dass die Männer von Tag zu Tag mehr dazu übergingen, den „Graben“ zu benutzen. Auch die Zahl der (Bezahl-)Spülklos auf dem Campingplatz war wieder viel zu gering bemessen. Lange Schlangen waren die Folge. Aber noch schlimmer war es im Infield – da waren die Schlangen so lang, dass man gut und gerne ein halbes Konzert verpasste, wenn man mal hin musste. Fürs kleine Geschäft als Mann war es ja noch ok, auch wenn der Aufgang zu den Pissrinnen eine gefährliche Rutschpartie war. Aber für Frauen? Absolut unzumutbar!
– Preise: Ich fand und finde den Ticketpreis sowieso schon grenzwertig hoch. Natürlich muss man nicht hin – aber trotzdem kann man mal anmerken, dass man das nicht mehr „fanfreundlich“ findet. Bands gibt es keine, die man nicht sowieso dauernd irgendwo bekommt. Verbesserungen am Gelände/der Hygiene-Situation sind eigentlich nicht zu sehen. Der Sound wird nicht besser. Essen und Getränke sind teuer. Dafür wird das Drumherum gefühlt immer größer. Sorry, dafür bin ich nicht bereit, nochmal so viel zu zahlen. Die aktuelle Preispolitik (Ticket 2017: 220 Euro!) macht es mir auch leichter, „Adieu, Wacken!“ zu sagen. Das empfinde ich als Frechheit – klar ist es für die günstiger, die Duschen und Spülklos wollen und schon montags anreisen. Aber was haben ich und viele tausend andere damit zu tun? Hier hätten die Organisatoren locker einen Kompromiss finden können – indem man denjenigen, die früher anreisen und/oder schwere Fahrzeuge/Hausrat mitbringen wollen, extra etwas verrechnet – wie es bisher eigentlich auch war. Und die Spülklos sind nun im Preis integriert? Fein, dann bilden sich dort noch längere Schlangen und der Putztrupp kommt nicht mehr hinterher. Noch besser für Frauen, oder wie? Oder glaubt jemand daran, dass sie dann mehr davon aufstellen? So wie mit den Dixies, wo jeder sieht, dass es zu wenige sind? Wie man sich das schönreden kann, verstehe ich einfach nicht!

+/- Spielzeiten/Billing: TESTAMENT wollten also tatsächlich um 2 Uhr früh spielen? So behauptet man es zumindest von Orga-Seite… Und das sind nicht die einzigen mit einer merkwürdigen Spielzeit – was sollte das? Und generell fand ich das Billing wieder mal nicht so prickelnd – warum gibt es bei einem so teuren Festival eigentlich nur eine Band in der Größenordnung von Iron Maiden? Wäre natürlich nicht so schlimm, wenn man nicht 1 Jahr im Vorhinein Tickets kaufen und darauf vertrauen müsste, dass schon irgendwas Gutes dabei ist… Andererseits kann man sich über zu wenig Metal aus meiner Sicht auch nicht beschweren. Man muss halt auch hingehen, wenn die Bands spielen.
+/- Wacken-Feeling: Es ist ja merkwürdig. Einerseits merkt man an allen Ecken und Enden, wie einem das Geld aus der Tasche gezogen wird. Und auch eine gewisse Kirmes-Stimmung, z. T. sogar mit Ballermann-Einschlag macht sich immer wieder breiter, als man zugeben mag. Andererseits ist es trotzdem da: Das Gefühl, dass es hier schön ist und man dazu gehört. Ich weiß allerdings nicht so recht, was ich davon halten soll – kann nur sagen, dass es trotz allem irgendwie gut ist, wie es ist. Keine Ahnung.

+ Personal: Ich wiederhole gerne, was ich schon nach meinem letzten Wackenbesuch gesagt habe. Security, Ordner, Thekenpersonal – alles total im Grünen Bereich. Zumindest für mich – ich habe da auch schon anderes gehört, vor allem in Bezug auf die Einlasskontrollen, die wohl nicht so einheitlich gehandhabt wurden. Aber ich selbst kann mich da nicht beschweren. Freundlich, hilfsbereit, geduldig – das sind so die Attribute, die mir zur Crew einfallen.
+ Leute: Ja, ich weiß, es regen sich alle über die „Touris“ auf. Auch hier kann ich mich nur wiederholen – auf „A“ war alles bestens. Nur nette Leute, man hatte immer seine Ruhe, wenn man wollte, keine Idioten, keine Diebe, kein gar nichts. Nur die letzte Nacht war recht laut, aber das ist ja durchaus üblich. Übrigens: Der Typ, der die Busse ansagt, ist irgendwie schon recht cool – allerdings auch nur bis zu einem gewissen Grad (um 2 Uhr früh geht es los, da will man dann doch lieber schlafen)
+ Wacken-Dorf: Siehe Leute. Einfach nur cool! Abgesehen von der viel zu geringen Songauswahl beim Metal Place.
+ Medizinische Versorgung: Wenn man es nie braucht, weiß man es nicht – aber das war perfekt organisiert! Ich hatte am Freitag vormittags im Frühstückszelt einen Schwäche-Anfall mit kurzer Bewusstlosigkeit. Die gesamte Versorgung vom Holen eines Sanis durch den Verkäufer über den Transport bis hin zur Entlassung aus dem SaniZelt war meiner Meinung nach vorbildlich. Schnell, beruhigend, kompetent – so wirkte das medizinische Personal auf mich. Im SaniZelt konnte ich auch die Versorgung weiterer Patienten beobachten – das sah alles sehr, sehr gut aus. Daumen hoch dafür!

 


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FestivalWelt: Wacken:Open:Air 2014

Datum: 31. Juli bis 2. August 2014
Location: Wacken, Schleswig-Holstein
Festival: Wacken:Open:Air 2014
Bands: ca. 130, national & international
Publikum: 75.000
Ticketpreis: 170 Euro (inkl. VVK-Gebühren, keine Abendkasse bzw. Tagespässe)


Wenn sieben eine Reise tun…

Vorgeschichte

Ich war bisher einmal in Wacken, nämlich 2010. War damals ein Geburtstagsgeschenk, sonst wäre ich wohl nicht auf die Idee gekommen, auf ein so weit entferntes Festival zu fahren, wo es doch wesentlich nähere Alternativen gibt. Wie dem auch sei, es hat mir bzw. unserer Gruppe damals sehr gut gefallen und wir haben schon damit gerechnet, dass wir irgendwann wieder kommen. Trotzdem ist die Entscheidung dann relativ spontan gefallen. 2014 stand aber immerhin das 25-Jährige Jubiläum an, daher war mit schnellem Ausverkauf zu rechnen und wir mussten fix zugreifen. Hat sich gelohnt – eine halbe Stunde nach unserer Bestellung von 7 Karten war sold-out. In der Rekordzeit von 48 Stunden, die allerdings im Vorverkauf für Wacken 2015 nochmal unterboten werden sollte.

Nachdem wir unsere Tickets erhalten hatten, begann dann erstmal die Warterei auf Bands. Einige gute waren schon bekannt, aber der ganz große Kracher, der vom Festival auch als „eine Band die allen gefallen wird und die noch nie in Wacken war“ angepriesen wurde, war noch nicht dabei. Auch der „Adventkalender“ brachte keine Besserung. Klar, einige gute Nummern, aber auch viel Müll und am 24. Dezember, als jeder mit Iron Maiden, Metallica oder AC/DC rechnete, gab es Megadeth. Das war schon irgendwo enttäuschend, wie sich auch an einem regelrechten Shitstorm auf Facebook bemerkbar machte, der spätestens zu diesem Zeitpunkt begann und bis zum Festival nicht mehr endete. Dass später noch Iced Earth und Death Angel absagen mussten ist zwar nicht die Schuld der Veranstalter – adäquater Ersatz wurde aber nicht angeboten. Und der versprochene Mega-Headliner blieb vollkommen aus, stattdessen gab es die üblichen Verdächtigen, die ohnehin jedes zweite Jahr in Wacken und auf allen anderen Festivals sind.

Ich persönlich sehe das jetzt nicht so dramatisch wie viele andere. Grundsätzlich wäre aber für den Preis, den Wacken verlangt, zumindest eine der ganz großen Bands angebracht gewesen, damit das Preis-Leistungs-Verhältnis wenigstens etwas günstiger für das Festival ausfällt. Immerhin waren Iron Maiden, Black Sabbath und Metallica auf Tour und haben diverse Festivals gespielt. Und das „größte Metalfestival der Welt“ bekommt keine dieser Bands? Merkwürdig. Aber nun zum Festival…

Donnerstag, 31. Juli 2014

Anreisetag. Eigentlich merkwürdig, dass bereits am Mittwoch (30. Juli) Bands spielen (wenn auch unbekannte), auf den Karten aber steht, dass das Festival von 31. Juli bis 2. August dauert. Nunja, immerhin startet man, wenn man erst am Donnerstag kommt, nicht gleich mit einem kompletten Kater in den ersten Festivaltag. Wir kamen gegen Mittag mit dem ersten Bus vom Flughafen Hamburg an. Dieser Shuttleservice ist wirklich eine gute Sache, wie ich finde. Ging völlig problemlos vonstatten. Nach Ankunft und passieren der ersten Kartenkontrolle ging es erstmal auf den Campingplatz, wo unsere Zelte bereits aufgebaut auf uns warteten. Ja, richtig gelesen! :dh: Aufgrund der weiten Anreise aus Österreich per Flugzeug haben wir uns diesmal für ein „Zelthotel“ entschieden. Ich kann diesen Anbieter einfach nur jedem empfehlen. Super-freundlich, sympathisch und kompetent: die Zelte (ein 3-Mann-, zwei 2-Mann-Zelte) waren geräumig, gut verzurrt und sauber, das Sonnensegel war zweckmäßig und die Stühle waren ebenfalls in Ordnung – und das alles zu einem durchaus vernünftigen Preis. Noch dazu in sehr zentraler Lage – Spaziergänge ins Dorf waren genauso bequem zu bewerkstelligen wie der Gang aufs Festivalgelände.

Nach dem „einchecken“ und „einrichten“ der Zelte ging es dann erstmal zur Bandausgabe. Der Weg dorthin war dann doch etwas beschwerlicher als erwartet. Grund war vor allem, dass der Punkt, zu dem man musste, auf den großen Übersichtskarten viel zu unauffällig markiert war. Das geht definitiv besser – nach einiger Fragerei und Rennerei haben wir es dann aber doch geschafft und unsere Wristbands und den gut gefüllten „Full Metal Bag“ bekommen. Ohne lange Wartezeit, wohlgemerkt.

So ausgestattet ging es dann zum ersten Rundgang über das Festivalgelände (das Infield war noch geschlossen). Was sofort auffiel, war die unglaubliche Staubentwicklung, die uns auch die folgenden Tage noch quälen sollte. Deshalb bestellt Wacken normalerweise wohl immer Regen… Nach kurzem Rundgang und einem Snack (gibt ja unglaublich große Auswahl an Essen) setzten wir uns vor die Beergarden-Stage wo grad YE BANISHED PRIVATEERS einige Songs zum Besten gaben. Gar nicht so schlecht, aber auch ein wenig leise für mein Gefühl. Gleiches galt für die danach spielenden LOS VAGABUNDOS, mit denen ich aber auch musikalisch überhaupt nix anfangen konnte. Egal, wir tankten jedenfalls gleich mal ordentlich Bier und es stellte sich recht schnell heraus, dass die 0,3-Liter-Becher gefährlich schnell zur Neige gingen. Wir waren 7 Leute, d. h. es gab dort erstmal 7 Runden Bier, die extrem schnell durch die ausgedörrten, staubigen Kehlen flossen. Gut angeheitert ging es dann zurück zum Zelt um den „Metal Bag“ zu verstauen und die Adjustierung für den Abend herzustellen. Ein wenig beim Zelt sitzen und dumm labern war noch drin, dann war es auch schon Zeit für HAMMERFALL auf der Black Stage. Die Schweden hatten eine spezielle „Glory To The Brave“-Show angekündigt und genau so war es auch – wobei die Lieder nicht in der Original-Reihenfolge gespielt wurden. Egal, war jedenfalls wirklich gut. Eine besondere Freude war das Wiedersehen mit dem ursprünglichen HAMMERFALL-Drummer und langjährigen IN FLAMES-Gitarristen Jesper Strömblad, der bei „The Dragon Lies Bleeding“ als Gitarrist auf der Bühne war. Weitere Gäste waren ex-Drummer Patrick Räfling und ex-Gitarrist Stefan Elmgren. Schöne Sache. Außerdem kamen nach den Songs von „Glory To The Brave“ auch noch ein paar andere Stücke (darunter die Live-Premiere des mittelprächtigen, neuen „Bushido“) zu Ehren, bis nach „Hearts On Fire“ endgültig Schicht im Schacht war. War insgesamt wirklich eine sehr gute Show, wie ich finde.

Weiter ging es dann auf der True Metal Stage mit STEEL PANTHER. Nunja, deren Humor werde ich wohl nie verstehen und auch musikalisch ist das nix, was bei mir auch nur ansatzweise ankommt. Immerhin gab es viel nackte Brüste im Publikum, was auch immer wieder über die Video-Walls eingeblendet wurde. Wir sahen uns die Hälfte des Gigs von weiter hinten an und gingen dann wieder in den Biergarten. Kam einfach nicht an bei uns – wie es dem Rest des Festivalpublikums damit geht, kann ich nicht beurteilen, mir schien das Infield aber nicht gesteckt voll zu sein.

Danach zeigte sich erstmals die Gefahr der schnell vernichteten kleinen Biere. Denn SAXON hörten wir aufgrund ausufernden Alkoholkonsums und einer damit verbunden Trägheit nur aus dem Biergarten zu uns herüberschallen. Egal, diese Band gehört zu den Klassikern, mit denen ich noch nie viel anfangen konnte. Um halbwegs nüchtern zu werden gingen wir dann kurz ins Wackinger Village, auf der Suche nach gutem Essen. Auch dort wurden wir fündig – allerdings leider auch beim Met-Stand.

Das endete damit, dass wir für ACCEPT gar nicht mehr ins Infield gingen, sondern uns den Gig mit der speziellen „Restless And Wild“-Show von ganz hinten ansahen. Was geboten wurde war gar nicht übel, aber „Restless And Wild“ klingt mit Udo Dirkschneider halt einfach besser als mit dem – von mir an sich sehr geschätzten – Mark Tornillo. Das merkt man einfach, wenn ein komplettes Album aus der Udo-Ära gespielt wird. Schade, dass man den German Tank nicht zu einem Gastauftritt überreden konnte – damit wäre das Ganze wohl ähnlich gut geworden wie der HAMMERFALL-Gig. Nett war es trotzdem als Abschluss für den ersten Abend.

Freitag, 1. August 2014

Aufgewacht wie das blühende Leben. Naja, nicht ganz, aber in Anbetracht des Alkoholkonsums vom Vorabend ging es recht gut. Nach einem Kaffee, der von einem netten jungen Mann jeden Morgen auf dem Campground ausgeschenkt wurde, ging es erstmal zum Duschen (ja, ich bin so „untrve“) und Notdurft verrichten. Da es erst ca. 7 Uhr früh war alles kein Problem, gegen 8 Uhr war die Warteschlange aber schon gefühlte Kilometer lang. Einen weiteren Kaffee und einen Snack aus dem Frühstückszelt später öffneten wir bei unseren Zelten auch schon das erste Dosenbier. Gar nicht mal so gut – also brachen wir relativ bald ins Dorf auf.

Dort gingen wir erstmal direkt zum uns bereits von 2010 bekannten „Metal Place“. Einfach zu geil dort – und so verpassten wir natürlich die Vormittags-/Mittags-Bands, u. a. CHTONIC und SKID ROW, die um 11 (!) bzw. 12 Uhr (!!) ran mussten. Auch ENDSTILLE (13 Uhr), KNORKATOR, FIVE FINGER DEATH PUNCH und HELLYEAH waren uns zu früh. Selber schuld, könnte man sagen – allerdings fragt man sich teilweise trotzdem, wer die Running-Order zusammenstellt. Black Metal in der Mittagshitze = Desaster!

Der Metal-Place in Wacken

Der Metal-Place in Wacken

Jedenfalls haben wir ca. 6 Stunden im „Metal Place“ gesoffen, um dann rechtzeitig zu HEAVEN SHALL BURN wieder vor der Bühne zu sein. Deren Show war nicht übel, eine Woche zuvor bei den MetalDays in Slowenien haben sie mir aber weit besser gefallen. Liegt wohl an der Größe des Festivals. Darauf folgten CHILDREN OF BODOM, die mich auch schon mehr überzeugt haben. Für mich persönlich keine wirkliche Festival-Band, sondern eher was für die Halle, wo man jeden Ton richtig hört. Hier war Einiges ein wenig vom Wind verblasen. Während APOCALYPTICA ging es dann doch eher wieder ans Trinken, wobei die letzten paar Songs wieder vor der Bühne angeschaut wurden. Vor allem das finale „Hall Of The Mountain King“ war große Klasse. Danach galt es, eine Entscheidung zu treffen. MOTÖRHEAD oder CARCASS? Irgendein Idiot hatte nämlich beide Bands auf 21 Uhr gesetzt. Unglaublich. Wir entschieden uns für Lemmy, man weiß ja nie, wie lange der Kerl noch lebt. Ob die Entscheidung richtig war kann ich nicht sagen – CARCASS waren sicher gut, MOTÖRHEAD aber auch nicht schlecht. Abgesehen von der Setlist, der es gehörig an Schwung fehlte. Oder war es doch Lemmy selbst, der nicht in Fahrt kam, wie es ein Freund in der TV-Übertragung gesehen haben will, wie er mir später erzählte? Keine Ahnung, jedenfalls kam nur bei den ganz großen Klassikern so richtig Stimmung auf. Bei „Killed By Death“ stand dann auch noch DORO auf der Bühne (muss die Tante eigentlich sogar dann dabei sein, wenn sie gar nicht im Line-Up auftaucht?). Auffällig: Lemmy, der ordentlich Gewicht verloren hat, kann offenbar nicht mehr richtig sprechen, jedenfalls nuschelte er noch mehr vor sich hin als früher und war kaum zu verstehen. Als zwischendurch mal Phil Campbell eine Ansage machte, war das eine regelrechte Wohltat. Trotzdem wirkte die Band ganz gut gelaunt und konnte im Großen und Ganzen überzeugen. Vielleicht war das einfach noch ein bisschen „Ringrost“, der hier nach der langen Pause zu bemerken war.

Nach dieser passablen Show trat eine weitere Band an, bei der man immer wieder Sorge wegen Gesundheitsproblemen haben muss: SLAYER. Und was wir zu sehen bekamen war nicht weniger als die beste SLAYER-Show der vergangenen Jahre. Zumindest die beste, auf der ich war. Da hat der Metal Hammer schon recht, der danach schrieb: „Egal wie schlecht du bist, SLAYER sind Schlächter.“ Das ging schon los mit dem Opener: Das seit gefühlten Ewigkeiten als Einstieg gespielte „World Painted Blood“ wurde von „Hell Awaits“ abgelöst. Absolut geil. Auch was folgte, war durchaus erfrischend: „The Antichrist“, „Necrophiliac“, „Mandatory Suicide“, „Captor Of Sin“, „Born Of Fire“ usw. – alles Stücke, die ich lange nicht (bzw. noch nie) live von SLAYER gehört habe. Absolut cool auch das Finale, bestehend aus „Black Magic“ (!), „South Of Heaven“ und „Angel Of Death“. Die Amis haben wirklich alles richtig gemacht, einen so geilen Gig hätte ich von den in letzter Zeit arg gebeutelten Thrashern echt nicht erwartet. Übrigens sieht Tom Araya mittlerweile echt scheiße aus, auch wenn er das hinter einem Charles Manson-Gedächtnisbart zu verstecken versuchte. Aber die finsteren Blicke, die er während des Konzertes ins Publikum wirft, sind Gold wert. Kerry King war wie immer eine Bank, Gary Holt wirkt immer noch wie ein Fremdkörper (vermutlich weil er einfach zu fit/jung aussieht) und Paul Bostaph konnte Dave Lombardo gut ersetzen. Vielleicht war diese Frischzellenkur an den Drums nötig, um SLAYER wieder Schwung zu verleihen. Egal, nach diesem Erlebnis waren wir vollkommen verausgabt und hörten uns Teile der Show von KING DIAMOND nur mehr vom Campingplatz aus an. War ganz gut, hatte ich den Eindruck, aber so wirklich mitbekommen habe ich nichts mehr. Eigentlich hätten wir gerne noch VREID oder W.A.S.P. angesehen, das war aber absolut nicht mehr drin. Also ab ins Zelt und Tilt.

Samstag, 2. August 2014

Kritik zur Running-Order bzw. den teilweise beschissenen Spielzeiten der Bands habe ich ja schon mal zart angedeutet. Am letzten Festival-Tag wurde es noch etwas …hmm… „merkwürdiger“. Nur geile Bands den ganzen Tag – aber zu welchen Zeiten: ARCH ENEMY waren um 12 Uhr (!) der Anheizer (gleichzeitig mit PRONG), danach folgten SODOM (13:15), BEHEMOTH (14:30) und DEVIN TOWNSEND PROJECT (16:00). Dazwischen natürlich die eine oder andere kleinere Band. Und das alles bei Gluthitze und Staub des Todes. Wir haben davon jedenfalls bis auf einzelne Songs nicht viel mitbekommen weil wir beschlossen, wieder den „Metal Place“ zu beehren. Auch diesmal gingen die Biere nur so dahin und kaum, dass wir es uns versahen, war es schon Zeit für EMPEROR. Ja, auch die Black Metal-Legende musste bei Tageslicht auf die Bühne, nämlich um 17:30 Uhr. So etwas gehört verboten. Das Konzert war von außerhalb des Infields betrachtet allerdings gut, wobei ich mich hauptsächlich an „I Am The Black Wizards“ und „Wrath Of The Tyrant“ erinnern kann. Zum Abschluss gab es übrigens die BATHORY-Verneigung „A Fine Day To Die“. Eine feine Show, die sich stimmungsvolle Dunkelheit verdient hätte.

Amon Amarth am W:O:A 2014

Amon Amarth am W:O:A 2014

Danach folgte ein erwartetes Highlight: AMON AMARTH standen auf der True Metal Stage. Und das Publikum ließ sich trotz Höllentemperatur gerne zum Wikinger-Mosh pitten. Die ganze Show über war die Stimmung großartig, und der Band sah man das Vergnügen, die Meute mit ihrem Death Metal zu begeistern, jederzeit an. Vor allem Ober-Wikinger Johan Hegg bekam das Grinsen gar nicht mehr aus seinem – vermutlich von einer Sonne-Alkohol-Kombi – stark gerötetem Gesicht. Auch die beiden auf der Bühne aufgestellten, betretbaren Drachenköpfe wurden von allen Bandmitgliedern immer wieder genutzt. Tolle Sache. Die Crowdsurfer flogen tief, der Moshpit staubte – was will man mehr. Wenn so Ragnarök aussieht: Sei’s drum, Hauptsache AMON AMARTH spielen dazu auf. Nach dem finalen Doppelschlag „Twilight Of The Thunder God“ und „The Pursuit Of Vikings“ brauchten wir jedenfalls gleich mehrere kalte Erfrischungsgetränke zur Erholung.

Da wir schon an der True Metal Stage waren, gingen wir dann ein paar Schritte zur benachbarten Party Stage, um uns kurz an J.B.O. zu ergötzen. Naja, ich glaub, dafür bin ich mittlerweile zu alt. Irgendwann fand ich die Rosa Armee Fraktion ja mal ganz lustig, aber das war dann doch eher zum Fremdschämen, finde ich.

Zum Glück gab es zeitgleich auf der Black Stage ja noch eine Alternative: MEGADETH, die die Party-Stage ohnehin ordentlich übertönten. Ja, ich war enttäuscht, als am 24. Dezember Dave Mustaine & Co aus dem Adventkalender gezogen wurden. Aber bereits die Show, die ich eine Woche vor Wacken auf dem MetalDays-Festival von MEGADETH gesehen hatte, hat mich eines Besseren belehrt. Und so war es auch in Wacken, wenn auch aufgrund der Festival-Größe nicht so intensiv. Ein wirklich guter Gig mit einem für seine Verhältnisse gut gelaunten Mustaine (der wohl einiges im Tee hatte, zumindest kamen mir seine Ansagen so vor). Etwas viel Solo-Gegniedel vielleicht, aber was soll’s. Der Sound war einfach hervorragend und ließ Kracher wie „Tornado Of Souls“, „Sweating Bullets“ und natürlich „Symphony Of Destruction“ erst so richtig zur Geltung kommen. Nur das Fehlen von „A Tout Le Monde“, das bei den MetalDays noch auf der Setlist war, habe ich nicht verstanden. Trotzdem: In dieser Form sind MEGADETH tatsächlich eine wesentlich bessere Live-Band als ich gedacht hätte.

An dem, was folgt, werden sich wohl die Geister scheiden. Taten sie auch schon während des Festivals, wenn ich die Reaktionen von Band und Publikum richtig deute. Den meiner Ansicht nach besten Festival-Slot (Samstag, 22 Uhr) hatten nämlich AVANTASIA ergattert. Nun, ich mag Tobias Sammet grundsätzlich. Sowohl AVANTASIA als auch EDGUY hatten tolle Alben. „Hatten“? Ja, hatten – bei EDGUY gab es meiner Ansicht nach seit „Mandrake“ nichts mehr Vernünftiges zu hören, bei AVANTASIA haben mich maximal die ersten drei Scheiben begeistert, vor allem aber die ersten zwei. Danach… äh… ja. Dementsprechend konnte ich mit einigen Teilen dieser Show recht wenig anfangen, was die Songs selbst betrifft. Highlights waren meiner Ansicht nach „Avantasia“ (mit Sammet/Michael Kiske am Mikro), „Farewell“ (Sammet/Kiske/Amanda Somerville) und das finale Medley „Sign Of The Cross/The Seven Angels“. „Reach Out For The Light“ (Sammet/Kiske) war auch noch in Ordnung, aber der Rest war eher mittelprächtig für meinen Geschmack. Lag wohl hauptsächlich an den Songs selbst – denn die Sänger fand ich allesamt großartig, vor allem Michael Kiske war unglaublich, fast wie in besten HELLOWEEN-Zeiten. Am Start waren neben Sammet die bereits erwähnten Michael Kiske und Amanda Somerville, dazu noch Bob Catley (Magnum), Eric Martin (Mr. Big) und Ronnie Atkins (Pretty Maids). Ich denke, Wacken war für Sammet sicher der passende Rahmen für die Abschiedsshow der „The Mystery World Tour“… Aber ich bin wohl das falsche Publikum, mir war das zwischendurch ehrlich gesagt etwas zu schlagerhaft, obwohl ich sonst sehr vorsichtig mit solchen Ausdrücken bin. Und wenn ich die Ansagen von Tobias Sammet richtig deute, haben sich noch dazu die Fans, die vor der Black Stage bereits auf den Gig von KREATOR warteten, ein wenig mit ihm angelegt (oder umgekehrt?). Ich weiß nicht, welche Schmähungen von dort auf den Sänger einprasselten, jedenfalls schoss er von der Bühne aus ein wenig zurück, versuchte dann aber auch wieder die Situation zu beruhigen, vermutlich weil er es mit Aussagen wie „depressive people over there“ wohl etwas übertrieben hatte. Ich verstehe ja, dass Sammet die Kritik, die ihm von den Thrashern mutmaßlich zuteil wurde, nicht gefällt – aber deshalb zu sagen, AVANTASIA wäre „Gay Metal“, also quasi „gay“ als Schimpfwort zu gebrauchen, fand ich nicht so angebracht. „Pussy Metal“ hat er auch gelegentlich gesagt (auch schon zu EDGUY-Zeiten), das passt besser. Lustig war hingegen, als er fragte, ob „child-eating, vegan Thrash Metal-Fans“ anwesend wären und im „Tralala-Mitsingpart“ plötzlich ein herzhaftes „Phoooobiaaaa!“ einstreute.

Nach gut anderthalb Stunden hatte das AVANTASIA-Spektakel dann ein Ende und die Thrash-Heroen von KREATOR schickten sich an, die Black Stage zu betreten. Dazu fällt mir jetzt auch gar nicht so viel ein – einfach die übliche, tolle KREATOR-Show mit den sympathisch-kauzigen Ansagen von Mille (der übrigens nicht auf die Anspielungen von Sammet einging, der während der AVANTASIA-Show immer wieder Dinge wie „I love Mille, he’s my brother“ sagte). Jedenfalls legten die Ruhrpott-Thrasher mit „Phantom Antichrist“, „From Flood Into Fire“ und „Warcurse“ furios los und Wacken ging ebenso furios mit. Eigentlich gab es bis zum finalen „Flag Of Hate/Tormentor“ keine Verschnaufpause – war wirklich großartig, aber mir ging schon nach vier Songs komplett der Saft aus. Darum hätte ich persönlich die Slots von KREATOR und AVANTASIA lieber vertauscht gesehen (weil man bei KREATOR einfach mehr Power braucht) – aber da gibt’s wohl auch 10.000 Gegenmeinungen.

Nach diesem brachialen Gig hätte es noch Einiges zu sehen gegeben (darunter für mich CREMATORY und KOLDBRANN), aber wir konnten einfach nicht mehr, außerdem war um 6 Uhr Tagwache, um den bereits gebuchten Bus zu erwischen. Am Zeltplatz wurden wir dann noch von VAN CANTO (wenn ich dieses Gebrumme noch einmal hören muss… *grfjtx*) zwangsbeschallt, die wohl mit Gästen beim Publikum punkten konnten. TARJA TURUNEN und DORO (schon wieder, diesmal mit einer Vergewaltigung von „Fear Of The Dark“, zumindest glaube ich, dass sie es war) konnte ich raushören, glaube ich. Auch SCHANDMAUL waren am Campground wohl lauter als vor der Bühne – und zu deren Gedudel schlief ich dann irgendwann ein.

Am nächsten Tag früh auf, Zelte ausgeräumt, bei der „Rezeption“ ausgecheckt und ab zum Flughafen. Alles problemlos, außer dass der Flug um 4 Stunden nach hinten verschoben wurde. Aber was soll’s, das war dann auch schon egal, man hatte ja noch Festiva-Endorphine in sich.


Fazit: Das war das zweite Mal Wacken für mich – und wieder muss ich sagen, dass es eine Reise wert war. Bands gesehen habe ich nicht so viele (dafür, dass so viele gespielt haben), aber es war trotzdem ein tolles Festival. Und wer so viel Alkohol trinkt, dass er diverse Bands einfach nicht schafft, ist ohnehin selbst schuld. Aber der „Metal Place“ ist einfach zu geil und wenn diverse gute Bands in der Mittagshitze spielen, ist die Versuchung, dort im Schatten zu sitzen, eindeutig zu groß. Aber ansonsten gibt es (fast) nur Positives, ich geb‘ das mal in Listenform wieder.

Tim Mälzer-Pizza am W:O:A 2014

Tim Mälzer-Pizza am W:O:A 2014

+ Organisation: Anreise, Abreise, Wege, Security-Check – alles top. Nur die Bändchenausgabe war kaum zu finden, die müsste auf den großen Karten besser markiert sein.
+ Atmosphäre: Ich fand es trotz der riesigen Menschenmassen relativ entspannt. Weder auf dem Campground noch am Festivalgelände sind mir irgendwelche Idioten aufgefallen. Es gab geile Mosh- und Circlepits, massenhaft Crowdsurfer und sogar die eine oder andere Wall of Death, wenn ich mich nicht irre. Und weil immer alle von den „Touristen“ reden: Ich hätte eigentlich keine gesehen. Auch Musik und Lautstärke am Campground waren ok für meinen Geschmack.
+ Freundlichkeit: Personal, Securities und nicht zuletzt Dorfbewohner waren supernett und freundlich. Unglaublich eigentlich – so kennt man das in Österreich kaum.
+ Securities: nicht nur nett sondern meines Erachtens auch kompetent. Alle, die wir gefragt haben, wussten, wohin man sich wenden kann, wenn man dieses oder jenes braucht, die Crowdsurfer wurden gut aufgefangen, die Security-Checks gingen schnell vonstatten – ich finde keinen Anlass zur Beschwerde.
+ Verpflegung: Das Essen war meines Erachtens sehr gut. Lediglich von diesem „Mega-Burger“-Laden könnte man sich trennen, den Fraß kriege ich wirklich nicht runter (bringt aber vermutlich sehr viel Umsatz). Auch die Auswahl war top – Pizza, Gegrilltes, Flammkuchen, Kebab, Süßes, Pommes, Fisch, Pulled Pork, Knoblaubrot, Frühstück im Frühstückszelt usw. usf. Alles da – ich hab sogar so ne „Tim Mälzer-Pizza“ um stolze 10 Euro gegessen. War köstlich.
+ Bier-Tender im Infield: Bier geht immer schnell zur Neige, wenn man vor der Bühne steht. Aber dafür gibt’s ja nette Jungs, die den ganzen Tag mit einem Bierfass am Rücken durch das Infield rennen und die Leute versorgen. Super Sache – weiß nicht, ob es das schon immer gab, aber mir hat’s gefallen.
+ Thekenpersonal: Die Jungs und Mädels waren meiner Ansicht nach sehr schnell – vor allem für den Andrang, den sie zeitweise zu bewältigen hatten.
+ Wasserstationen im Infield: Ja, das konnte Einiges, vor allem, weil im Metal-Bag ein Plastikschlauch war, den man so oft man wollte, auffüllen konnte. Das war echt sinnvoll – lediglich zwei kleine Punkte haben gestört: Die Wasserstationen waren nicht so gut ausgeschildert bzw. es gab zu wenige davon (oder es waren zu wenig Wasserhähne pro Station). Achja, vielleicht ist es ja möglich, einen Produzent zu finden, bei dem das Wasser aus den Schläuchen nicht so grauenvoll nach Plastik schmeckt.
+ Wacken: Ja, auch das Dorf kann Einiges, vor allem der „Metal Place“. Auch wenn das Festival wohl alles dafür tut, die Leute im Gelände zu halten, war auch der Ort immer einen Besuch wert und gesteckt voll. Finde ich einfach super, dort gibt’s einige nette Plätze um zu essen und zu trinken.
+ Infield-Toiletten: Mich betrifft es zwar kaum, aber die Spülklos am Infield sind schon toll, vor allem für Frauen. Waren wohl auch immer halbwegs sauber. Aber auch die Pissoirs für Männer können was. Gut gemacht.
+ Personalisierte Tickets: Einfach super. Ging auch alles problemlos vonstatten – schade, dass das für nächstes Jahr aufgrund des Rechtsstreits nicht mehr möglich ist.

+/- Diebstahl: Wenn gleich nach der Ankunft der Mitarbeiter vom Zelthotel sagt, dass schon diverse Zelte ausgeräumt wurden, muss man erstmal schlucken. Da gab es wohl ein massives Problem – aber da uns nichts gestohlen wurde, kann ich nicht sagen, dass das für mich ein negativer Punkt wäre.
+/- Staub from Hell: Nungut, wenn es regnet, passt es auch niemandem. Aber die Staubentwicklung war unglaublich – ich huste jetzt noch Dreck vom Holy Wacken Land aus der Lunge. Ob man dagegen wohl etwas machen könnte? Vermutlich nicht.
+/- Wackinger Village/Wasteland: Naja, wer’s braucht. Gibt schon ein paar coole Sachen da und ist wohl auch hilfreich, damit das Infield nicht immer ganz so voll ist. Aber so wirklich notwendig finde ich das Ganze eigentlich nicht.
+/- Line-Up: Ja, in Wacken ist immer für jeden etwas dabei. So auch diesmal. Aber die ganz große Nummer hat gefehlt, was schade ist. Andererseits hat man zu später Stunde für einen Mega-Headliner meist eh keine Energie mehr.
+/- Festivalgröße: Meines Erachtens ist die Obergrenze erreicht, auch wenn man sicher 100.000 Karten verkaufen könnte. Da will wohl niemand – mir war bereits heuer fast zu viel los.

– Preise:
Allein der Eintrittspreis ist eine Wucht. Und da braucht auch niemand sagen, dass in Wacken so viel geboten wird – allein von den Bands her bekommt man hier nichts, was nicht auch auf anderen Festivals spielt. Vor allem heuer – da hatten andere (günstigere) Festivals ganz andere Kaliber. Das ganze Drumherum ist hingegen teilweise echt überflüssig. Und auch die Preise für Verpflegung sind nicht ohne – kaum ein Essen, das unter 5 Euro zu haben ist. Und Bier? 3,50 Euro für 0,3 Liter ist halt schon ein Wahnsinn, vor allem, wenn man bedenkt, dass man für den gleichen Preis im Vorjahr noch 0,4 Liter bekommen hat. Eigentlich eine Frechheit.
– Campground-Toiletten: Davon kann es einfach nie genug geben. Und die können auch nicht oft genug sauber gemacht werden. Jedenfalls war die Dixie-Anzahl erschreckend gering, zu gering. Und die Spülklos/Dusch-Zelte sollten vielleicht auch mal vergrößert werden. Da geht sicher noch was.
– Running-Order: Ich weiß nicht, ob das irgendwie lösbar wäre – aber Bands wie Arch Enemy oder Sodom zu Mittag spielen zu lassen, ist keine gute Idee. Auch Black Metal sollte nicht unbedingt bei Tageslicht stattfinden. Dann lieber ein paar Bands weniger und dafür die wirklich beliebten zu vernünftigen Zeiten. Und bitte, liebes Festival-Team, trennt euch endlich von Müll wie Russkaja, Bülent Ceylan, Santiano und Konsorten. Auch wenn es immer Leute gibt, die das anschauen – fehlen wird es sicher niemandem.
– VVK-Start: Ich wollte nächstes Jahr ohnehin nicht unbedingt fahren. Aber für alle, die gern wiederkommen möchten, ist der VVK-Start in der Nacht denkbar ungünstig. Manche sind da noch nicht mal daheim. Ist schon klar, dass es eigentlich egal ist, wann man startet, weil immer welche durch die Finger schauen werden, wenn „Sold-out“ ist. Aber denen, die gerade erst so viel Geld in Wacken gelassen haben, sollte man zumindest eine faire Chance geben.
– Kommunikationspolitik der Veranstalter: Wer einen solchen Shitstorm am Laufen hat wie Wacken seit Dezember, kann zwar im Prinzip alles noch schlimmer machen, wenn er die (teilweise) berechtigten Fragen der Fans beantwortet – aber gar nichts zu sagen, nicht mal, dass etwas schief gegangen ist oder Ähnliches, halte ich für einen schweren Fehler. Da kamen immerhin Vorwürfe wie „nach dem frühen ’sold-out‘ hat sich Wacken nicht mehr bemüht, einen würdigen Headliner zu finden“ und ähnliches. Wenn das 100-mal kommt, muss man eigentlich mit einem offiziellen Statement reagieren. Ich gebe zu, dass ich ob dieser Nicht-Kommunikation weit mehr angepisst war als wegen des fehlenden Headliners.


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