MusikWelt: Pure Holocaust

Immortal


Das Immortal-Debüt „Diabolical Fullmoon Mysticism“ (1992) war aus meiner Sicht kein allzu starkes Album. Nicht schlecht, aber ein wenig gesichtslos und ohne großartige Merkmale, die in der dunklen Anfangsphase der zweiten Black Metal-Generation hervorstechen würden. Viel besser machen es die Bergener auf ihrem Zweitwerk „Pure Holocaust“ (1993).  

Gesamteindruck: 5/7


Enorme Steigerung in allen Bereichen.

Dass „Pure Holocaust“ seinem Vorgänger das Wasser abgräbt, liegt nicht nur an der deutlich besseren Produktion (die allerdings immer noch sehr roh und räudig ist). Vor allem das am um Welten gesteigerten Songwriting fällt sofort positiv auf. In diesem wichtigen Bereich können sich Immortal von der norwegischen Konkurrenz abheben, indem sie die ersten, teilweise noch rudimentären Elemente der für sie typischen, bis heute erhaltenen, frostigen Atmosphäre schaffen. Auch Vokalist Abbath hat gegenüber den Anfangstagen stark an Profil gewonnen und transportiert mit seiner Stimme erstmals diese eisige Kälte, die bis in die Gegenwart Erkennungsmerkmal der Band ist.

Folgerichtig stehen auf „Pure Holocaust“ zumindest drei absolute Klassiker: Der Opener „Unsilent Storms In The North Abyss“ ist ein eiskaltes Meisterstück. Ebenso gelungen: „The Sun No Longer Rises“ sowie die erste wirklich epische Hymne „As The Eternity Opens“. Überzeugen kann auch der abschließende Titeltrack.

Fazit: Während „Diabolical Fullmoon Mysticism“ zu recht als eher mittelprächtig eingestuft wird, wurde „Pure Holocaust“ zum Erscheinungszeitpunkt meiner Ansicht nach komplett verkannt. Den ersten von vielen wirklichen Treffern landeten Immortal zwar erst 1995 mit dem Nachfolger „Battles In The North“, aber bereits vorliegendes Album zeigt sehr deutlich auf, wohin die Reise gehen sollte.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Unsilent Storms In The North Abyss – 3:14 – 7/7
  2. A Sign For The Northern Hordes To Ride – 2:35 – 5/7
  3. The Sun No Longer Rises – 4:20 – 6/7
  4. Frozen By Icewinds – 4:40 – 5/7
  5. Storming Through Red Clouds And Holocaustwinds – 4:40 – 4/7
  6. Eternal Years On The Path To The Cemetary Gates – 3:30 – 5/7
  7. As The Eternity Opens – 5:31 – 6/7
  8. Pure Holocaust – 5:17 – 6/7

Gesamteindruck: 5/7 


Immortal auf “Pure Holocaust” (1993):

  • Abbath Doom Occulta − Vocals, Bass, Drums
  • Demonaz Doom Occulta − Guitar, Lyrics

Anspieltipp: Unsilent Storms In The North Abyss

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BuchWelt: „The Malazan Book of the Fallen“ – Vorläufige Bewertung

Steven Erikson


Knapp zwei Jahre habe ich (mit kurzen Unterbrechungen) gebraucht, um Steven Eriksons großes Epos „The Malazan Book of the Fallen“ komplett durchzulesen. Ich habe über das Gelesene nachgedacht, habe versucht, mir darüber klar zu werden, was in diesem Mammut-Werk alles passiert ist. Ich habe Reviews, Beschreibungen und Blogs gelesen. Eines ist mir daraus klar geworden: Ich möchte keine endgültige Bewertung abgeben. Nicht, bevor ich mich zumindest ein zweites Mal über diese knapp 9.000 Seiten gemacht habe. Denn: In einem Durchgang war das alles einfach nicht zu verarbeiten.

(Vorläufiger) Gesamteindruck: 5/7


Abschließende Bewertung: (Noch) unmöglich.

Die oben (bzw. unten) stehende Wertung ist daher als „vorläufig“ gekennzeichnet. Im Folgenden werde ich versuchen, die Für und Wider dieser gigantischen Serie darzulegen, ich werde das ohne Spoiler tun und ich werde versuchen, alles so nachvollziehbar wie möglich zu machen. Vorangestellt kurz mein Eindruck, für wen „The Malazan Book of the Fallen“ nichts ist:

  • Alle, die eine strikten Einteilung in Gut und Böse wollen
  • Alle, denen bereits „A Song of Ice and Fire“ zu komplex war/ist
  • Alle, die keine Sex- und ausufernden Gewalt-Szenen nebst derber Sprache lesen wollen
  • Alle, die nichts von militärischer Strategie lesen wollen
  • Alle, die sofort oder zumindest umgehend Erklärungen für das Gelesene brauchen
  • Alle, die eine Geschichte mit einem klar definiertem Anfangspunkt wollen

Ursprünglich hatte ich vor, direkt eine abschließende Bewertung dieser in allen Belangen epischen Serie abzugeben. Nach einigen Tagen des Nachdenkens bin ich aber zum Schluss gelangt, dass ich das nicht wirklich kann und will. Tatsächlich ist die Geschichte dermaßen umfangreich, komplex und ineinander verschlungen, dass ich nicht glaube, dass man sie in einem Lesedurchgang erfassen kann. Ich habe mich nach Abschluss von Band 10 („The Crippled God“) ein wenig im Internet umgesehen – viele Rezensenten und Kommentatoren sind der Ansicht, dass zumindest ein zweiter Durchgang notwendig ist. Ansonsten läuft man Gefahr, der Serie eine schwächere Bewertung zu geben, als sie eigentlich verdient hat.

Die Schwierigkeiten für den Autor (und letztlich auch den Leser) liegen bei einer so umfangreichen Serie aus meiner Sicht in der Konsistenz des Gesamtwerkes – und auch in dessen hoffentlich befriedigendem Abschluss. Basics wie eine grundsätzlich stimmige, in sich logische Welt, eine gelungene Charakterzeichnung und eindringliche Landschaftsbilder gehen in langen Buchreihen oft genug daneben, Steven Erikson hat diesbezüglich in „The Malazan Book of the Fallen“ allerdings seine Hausaufgaben gemacht. Mehr als das: All diese Punkte sind erfüllt, teilweise sogar so gut, wie in keinem vergleichbaren Werk, das ich bisher gelesen habe.

Konsistenz und Abschluss als Benchmarks.

Was die Konsistenz des Gesamtwerkes betrifft, ist Steven Erikson meines Erachtens nichts vorzuwerfen. Im Gegensatz zu George R. R. Martin, der sich bei „Das Lied von Eis und Feuer“ von der (exzellenten) TV-Serie „A Game of Thrones“ überholen hat lassen (und der mittendrin steckt, offenbar keine Lust mehr hat oder nicht weiß, wohin die Reise gehen soll) und Robert Jordan, der leider verstarb, bevor „Das Rad der Zeit“ fertig gestellt war, hat Erikson seine Reihe abgeschlossen. Das ist z. B. Terry Goodkind mit „Das Schwert der Wahrheit“ auch gelungen, jedoch bei weitem nicht auf diesem erzählerischen Niveau. Was die Bewertung der einzelnen Bände betrifft – denn auch das gehört zur Konsistenz – ist zu sagen, dass 8 von 10 Teilen auf hohem bis sehr hohem Niveau angesiedelt sind. Einzige Ausreißer sind für mein Dafürhalten die Bände 8 („Toll the Hounds“) und 10 („The Crippled God“). Während Teil 8 im Gegensatz zum Rest irgendwie hingeschludert wirkt und trotz eines massiven Wendepunktes für die Gesamtstory nahezu völlig farblos bleibt, ist Band 10 eigentlich hervorragend gelungen und geschrieben. Dort liegt das Problem eher in seinem Dasein als Abschluss der Serie. Dazu aber gleich mehr – „The Malazan Book of the Fallen“ ist in sich jedenfalls großteils konsistent und stimmig.

Der Abschluss ist hingegen eine Sache, die nicht so leicht – und, wie gesagt, nicht ohne einen weiteren Durchgang – endgültig zu bewerten ist. Steven Erikson hat in dieser Serie eine schier überwältigende Anzahl an Charakteren eingeführt. Viele davon waren sehr gut gezeichnet, viele sind dem Leser ans Herz gewachsen, viele waren einfach wahnsinnig cool. Und nur ganz wenige waren langweilig oder gar ärgerlich. Zu den vielen Figuren, von denen nicht wenige als Hauptpersonen auftreten, kommt eine große Anzahl an mal mehr, mal weniger wichtigen Handlungssträngen. Im Endeffekt glaube ich, dass alle davon mit der großen Rahmenhandlung, die die Klammer bildet, verknüpft waren.

Begleitlektüre notwendig.

Und das ist die Krux: Ich glaube, dass es so ist. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, weil ich es bis zum Ende entweder vergessen, es überlesen oder es im Moment des Lesens einfach nicht verstanden habe. Daher bleibt nach Abschluss von „The Crippled God“ einiges für mich im Dunkeln, was mich zunächst zur Annahme geführt hat, dass Erikson den Schluss einfach aufgrund der Vielzahl der Stränge versemmelt habe, weil er selbst nicht mehr wusste, was er machen wollte. Kommentare von Öfter-als-einmal-Lesern legen nahe, dass dem nicht so ist – und das möchte ich unbedingt selbst herausfinden.

Bis ich das mache, wird noch einige Zeit vergehen. Nun möchte ich erst mal etwas anderes lesen. Bald darauf werde ich wohl zunächst etwas machen, was ebenfalls diverse Internet-Kommentatoren empfehlen. Ich habe mir bereits Band 1 der noch nicht vollendeten „Kharkanas-Trilogie“, ebenfalls von Steven Erikson sowie „The Tales of Bauchelain und Korbal Breach“ und „Novels of the Malazan Empire“ (von Eriksons Kollegen Ian Cameron Esslemont – die beiden haben gemeinsam das Malazan-Universum geschaffen) gekauft. Diese Werke sowie die ebenfalls gerade erst begonnene Prequel-Trilogie „Path to Ascendancy“ sollen essentiell für ein tieferes Verständnis der Gesamtthematik „The Malazan Book of the Fallen“ sein. Gleichzeitig lassen sie auch durchblicken, dass die Geschichte dieses Universums längst nicht zu Ende erzählt ist und (hoffentlich) viele Pre- und Sequels folgen werden. Vielleicht war es von Anfang an so gedacht und die Probleme mit den (vermeintlich) offenen Handlungssträngen resultieren daraus? Ich weiß es nicht – aber ich will und werde es herausfinden.

Gut oder schlecht – Versuch einer Übersicht.

Schwarz/Weiß-Zuschreibungen wie „gut“ und „schlecht“ lassen sich offenbar auf „The Malazan Book of the Fallen“ genauso wenig anwenden, wie auf die darin vorkommenden Charaktere. Letztlich ist es aber so, dass einem ein Buch einfach gut gefallen muss, damit man es empfehlen kann – und das ist nach meinem jetzigen Wissensstand beim Werk von Steven Erikson so. Mit allen Einschränkungen, die ich erwähnt habe. Ob es so bleibt? Das wird die Zeit zeigen. Vorerst versuche ich, ein paar Eindrücke in Listenform wiederzugeben.

Zunächst die Punkte, die mir bereits beim diesem ersten Lesedurchgang ausgezeichnet gefallen haben:

  • Charaktere: Gut und böse? Das sind Kategorien, die es bei Steven Erikson nicht gibt. Und mit „nicht“ meine ich: Überhaupt nicht. Jede der zahlreichen Figuren, die in im Malazan-Universum vorkommen, ist so ambivalent wie wir alle. Es gibt gute und böse Absichten und ebensolche Taten, es gibt Schurken, es gibt Mörder und es gibt sogar den einen oder anderen selbstlosen Charakter. Was es nicht gibt, ist ein „richtiger“ Held, ein Ritter in strahlender Rüstung. Keinem einzigen der Personen, die in „The Malazan Book of the Fallen“ vorkommen, würde ich diese Zuschreibung verpassen. Und das ist gut so.
  • Welt: Die Welt, in der die Serie spielt, ist – soweit ich nicht irgend etwas überlesen habe – namenlos. Es gibt Kontinente, die Namen tragen, es gibt Königreiche, Städte und Dörfer. Und zwar sehr viele davon – hier zeigt sich eine ähnliche Vielfalt wie bei den Charakteren. Hinzu kommt eine unbekannte Zahl an „Gewirren“ („Warrens“ im Original). Dabei handelt es sich meinem Verständnis nach um so etwas wie Parallel-Universen/-Welten, aus denen einerseits die Zauberkundigen ihre magische Kraft beziehen, die andererseits aber auch betret- und bereisbar sind.
  • Komplexität: Meine Ausführungen zu Charakteren und Welt deuten bereits an, wie es um die Komplexität dieses Werkes bestellt ist. Das Universum von Steven Erikson ist bevölkert von verschiedensten Rassen, ausgestorben, lebendig, unsterblich, menschlich und nicht-menschlich, die zum Teil in höchst komplexer Wechselwirkung miteinander stehen. Dazu kommen alte Götter und jüngere „Aufgestiegene“ (im Original „Ascendants“), die nicht nur in ihrem Pantheon sitzen, sondern sich direkt in der Welt bewegen und dort auch sterben können und die direkt oder indirekt starken Einfluss aufeinander und auf die Lebewesen im Malazan-Universum nehmen (daher auch der deutsche Titel „Das Spiel der Götter“). Kulturelle und religiöse Eigenheiten werden ebenso beschrieben wie die Geschichte verschiedener Völker. Politik im großen Stil vermischt sich mit Motiven von Einzelpersonen zum einer unglaublich vielschichtigen Gesamtheit – darauf muss man sich erst einmal einlassen, wenn  man das schafft, ist „The Malazan Book of the Fallen“ allerdings ein wahrer Augenöffner, was den Aufbau einer realistisch anmutenden Fantasy-Welt betrifft.
  • Stil: Es ist fast unglaublich, aber Steven Erikson schafft es, diese Serie in einem ausgesprochen flüssigen, leicht lesbaren Stil zu gestalten. Ich habe sie auf Englisch gelesen und es gab aus rein sprachlicher Sicht nichts, was mich ermüdet hätte.

Als nächstes einige Punkte, die ich als ambivalent ansehen würde:

  • Einstieg: Steven Erikson schreibt es im Vorwort selbst: Der Einstiegsband, „Gardens of the Moon“, schmeißt den Leser direkt ins kalte Wasser. Das ist keine Übertreibung. Selten fühlte ich mich am Start eines Buches dermaßen allein gelassen. Wir starten mitten in einer Geschichte, die bereits lange vorher begonnen hat. Wir starten in einer fertigen Welt, es werden Namen und Rassen genannt, von denen man noch nie gehört hat – all das ohne weiterführende Erklärungen. Man muss schon viele, viele Seiten überwinden, um überhaupt eine Idee (und mehr ist es nicht) zu bekommen, wie z. B. ein „Tiste Andii“ aussieht oder was eigentlich ein „Warren“ ist. Erikson schreibt zum Einstieg in sein großes Werk u. a.: „[…] Even more problematic, the first novel Begins halfway through a seeming marathon – you either hit the ground running and stay on your feet or you’re toast.“ Er macht es also nicht wie z. B. J.R.R. Tolkien in „Der Herr der Ringe“ sondern eher wie Frank Herbert in „Dune“. Auch den Vorteil dieser Methode hält er im Vorwort gleich selbst fest: Es sei besser, wenn der Leser gleich von Anfang an weiß, ob er mit diesem Mammutwerk fortfahren will, oder ob es überhaupt nichts für ihn ist. Darum würde man die Lektüre entweder nach dem ersten Drittel von „Gardens of the Moon“ abbrechen – oder eben bis zum bitteren Ende dabei bleiben. Ich komme nicht umhin, ihm hier recht zu geben, auch wenn es eine verdammt harte Nuss war, überhaupt bis Band 2 zu kommen. Tatsächlich tauchen auch in den Folgebänden z. T. völlig unbegreifliche Handlungsstränge und offene Enden auf, auf deren Auflösung der erfahrene „Malazan“-Leser einfach immer weiter hofft – auch das kann ein Antrieb sein, die Serie zu beenden.
  • Rahmenhandlung: Das, was man als „Spiel der Götter“ bezeichnen könnte umfasst im Wesentlichen alle 10 Bände dieser Reihe, geht aber eigentlich darüber hinaus. Ich bin mir nun, nachdem ich „The Crippled God“ beendet habe, immer noch nicht sicher, ob ich die Rahmenhandlung so nacherzählen könnte, wie sie gedacht war. Ich habe aber ein Gefühl, das mich ein bisschen an die „The Elder Scrolls“-Computerspielserie erinnert. So richtig wird man daraus nicht schlau aus dem, was Erikson hier aufgetischt hat. Vielleicht ändert sich das nach noch einem Durchgang.
  • Nebenhandlungs-Stränge: Während viele Handlungsstränge einfach perfekt passen und sich auch gut in das Gesamtkonzept einfügen, sind manche eher ärgerlich und widersetzen sich hartnäckig dem Verständnis. Ob sie dadurch schlecht sind, ist mir nicht klar – es kann gut sein, dass ich irgendwo ein Detail übersehen habe, das verhindert, dass alles an seinen Platz fällt, wenn man so will.

Negativ sind mir beim ersten Lesedurchgang folgende Punkte aufgefallen:

  • Schwache Auflösung von Handlungssträngen: „The Crippled God“ führt viele Handlungsfäden zusammen. Manche, die von Anfang an offen waren, werden auch schon in früheren Bänden abgeschlossen. Das Problem daran: Manchmal passiert das nur in einem Nebensatz, den man vielleicht gar nicht versteht, weil das, worauf er sich bezieht, schon weit zurück liegt. Aber sei’s drum, das kann man mit einem zweiten Durchgang vielleicht beheben. Dieses Durchhaltevermögen werden viele Leser eventuell aber nicht haben. Problematischer sind die schwache Auflösung mancher Stränge bzw. die fast schon stiefmütterliche Behandlung mancher Figuren. Man wird aus Vielem einfach nicht schlau. (Wichtige) Charaktere sterben manchmal einfach, ohne, dass man am Schluss einen Sinn darin erkennen kann, andere kommen zwar durch, ihr Schicksal wird aber nicht näher beleuchtet. Das ist schade – denn so hat man das Gefühl, dass Einiges von dem, was vorher mühsam aufgebaut wurde, vollkommen unter Wert geschlagen wird.
  • Nicht-Auflösung von Handlungssträngen: Tatsächlich löst „The Crippled God“ und auch die Bände davor nicht alles auf, was offen geblieben ist. Aus dem Stegreif fällt mir eine ganze Liste an Figuren auf, deren Schicksal bzw. die damit verwobene Handlung völlig offen bleibt. Weil dieser Text spoilerfrei bleiben soll, werde ich die Namen jetzt nicht nennen – es reicht, zu sagen, dass es mehr als zehn Personen sind, von denen man letztlich unbedingt wissen möchte, was mit ihnen passiert ist. Dass man das nicht erfährt ist – gelinde gesagt – frustrierend.
  • Lyrik: Jedem Kapitel ist ein Gedicht vorangestellt. Diese Texte (die aus der fiktiven Feder von Malazan-Bewohnern stammen) liest man anfangs noch halbwegs interessiert. Im Prinzip sind sie aber langweilig und überflüssig. Wer gerne Gedichte liest, kann vielleicht was damit anfangen, ich fand sie eher lästig und habe sie ab der Hälfte der Reihe nicht einmal mehr überflogen.

 

(Vorläufiger) Gesamteindruck: 5/7


Autor: Steven Erikson
Umfang: 10 Bände, ca. 8.900 Seiten
Originaltitel:
 The Malazan Book of the Fallen.
Gelesene Sprache: Englisch


 

BuchWelt: Der Fall des Lemming

Stefan Slupetzky


„Der Fall des Lemming“ ist trotz streckenweise haarsträubender Skurrilität ein leicht und schnell zu lesendes Buch. Schwarzer Humor wechselt sich mit interessanten Wendungen ab und den Detektiv beim bemühten Kombinieren und zufälligen Stolpern über Wahrheiten und in Fettnäpfchen zu beobachten macht einfach Freude.

Gesamteindruck: 6/7


Schwarzer Humor auf österreichisch.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, bei Stefan Slupetzkys „Lemming“ handelt es sich um einen nachgemachten „Brenner“ (Wolf Haas). Zu ähnlich verlaufen die Karrieren der beiden Hauptfiguren (Kripo – Detektivbüro – Privatdetektiv). Auch die Fälle, in die die beiden in sich gekehrten Einzelgänger verwickelt werden, sind ähnlich verzwickt, brutal und voller Wendungen. Zuguterletzt haben beide Autoren das Talent, das typisch Österreichische nahezu perfekt einzufangen und zu zelebrieren.

Ein billiger Abklatsch also? Mitnichten, allein der Schreibstil ist ein völlig anderer. Slupetzky schreibt „normal“, verwendet den österreichischen Dialekt und umgangssprachlichen Satzbau lediglich ab und an in der direkten Rede. Auch dass der Autor ein Wiener ist und als solcher die hiesige Seele bestens zu beschreiben weiß, ist ein sehr gutes Unterscheidungsmerkmal. Dazu kommt ein pechschwarzer Anstrich des Ganzen, der zwar auch bei Wolf Haas vorhanden ist, bei Slupetzky aber wesentlich subtiler wirkt.

Die Höchstwertung bleibt dem 1. Band der „Lemming“-Reihe nur verwehrt, weil die Auflösung des Falles nicht ganz meine Erwartungen erfüllt hat – hier hätte ich etwas mehr Finesse erwartet. Dennoch eine Empfehlung für Freunde des österreichischen Krimis, den man mittlerweile schon fast als eigenes Sub-Genre bezeichnen kann.

Gesamteindruck: 6/7


Autor: Stefan Slupetzky
Originaltitel: Der Fall des Lemming – Eine Wiener Mordgeschichte.
Erstveröffentlichung: 2004
Umfang: ca. 260 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch


 

FestivalWelt: Midgardsblot 2016

Datum: 18. bis 20. August 2016
Location: Borre, Vestfold, Norwegen
Festival: Midgardsblot Metalfestival 2016
Bands: 14, national & international
Publikum: 1.000
Ticketpreis: 1.450 Kronen (ca. 145 Euro) (Festivalpass)


Willkommen in Midgard.

Vorgeschichte

Man lernt nie aus: Als man mich im Vorfeld fragte, auf welches Festival ich gehe, sagte ich ganz naiv: „Midgardsblot“. Mit „o“, so wie man es schreibt. In Wirklichkeit sagt man auf norwegisch aber „Midgardsblut“. Mit „u“, so wie beim roten Körpersaft. Und das macht – zumindest was Festival-Tag 1 betrifft – durchaus Sinn. Aber dazu später mehr.

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Oslo: Black Metal!

Der Besuch beim Midgardsblot Metalfestival war jedenfalls von langer Hand geplant. Ist auch notwendig, wenn man so ein Event in einem Land, dessen Sprache man nicht spricht (wobei ich sagen muss, dass man auch so recht viel versteht) und von dem man weiß, dass alles extrem teuer ist, besucht. Schnell war auch klar: Geschlafen wird im Hotel, die Erfahrungen von Wacken:Open:Air (speziell 2016 und 2010) und Kaltenbach Open Air (2015), die beide ebenfalls im August stattfinden, haben eindrucksvoll gezeigt, wie kalt es selbst in südlicheren Gefilden
als Norwegen im Hochsommer werden kann. Nimmt man noch das norwegische Wetter mit seiner hohen Regenwahrscheinlichkeit hinzu, war die Entscheidung nicht schwer zu treffen. Jedenfalls kam man nach längerer Reise (ein paar Tage in Bergen, eine lange Zugfahrt mit der – sehr empfehlenswerten – Bergensbanen, ein Tag in Oslo) schließlich wohlbehalten in Horten an, wo das Hotel war. Bis nach Borre, wo das Midgardsblot über die Bühne ging, war es dann noch eine kurze Busfahrt, die wir natürlich jeden Tag hinter uns bringen mussten.

Donnerstag, 18. August 2016

Vor Ort dann das erste Beschnuppern des Geländes. Das Festival findet direkt am Oslofjord im Borre Nationalpark, in dem sich auch das Besucherzentrum „Midgard“ (freier Eintritt für Festivalbesucher!) befindet, statt. Eine ideale Umgebung – nicht nur wegen der schönen „Gildehallen“, die als Gemeinschaftsraum, Ort für Seminare und Workshops undauch Bühne für Mitternachtskonzerte in kleinem Rahmen fungierte, sondern auch weil der Park eine Vielzahl an Hügelgräbern aus der Wikingerzeit enthält. Perfekt. Zum Festival gehört neben einigen Ständen (wenig Bandmerchandise, mehr Kunsthandwerk u. ä.) auch ein Wikingerdorf, in dem diverse Krieger ihr Lager aufgeschlagen hatten. Ähnlich den bei uns üblichen Mittelalterfesten waren dort (so weit ich das beurteilen kann) authentisch Gewandete und Bewaffnete Gestalten am Werk, die zwischen den Konzerten und auch tagsüber zu Showkämpfen antraten, Spiele veranstalteten und sich mit den Besuchern austauschten. All das allerdings bei weitem nicht so aufgesetzt, wie das bei genannten Mittelalterfesten oft der Fall ist – in Midgard wirkte das tatsächlich authentisch und von Herzen kommend. Die Norweger scheinen einfach eine Ader und ein grundlegendes Verständnis dafür zu haben.

Feierlich: Das Blót.

Bands waren am Donnerstag noch keine am Start. Dafür hatten sich die Veranstalter für alle Besucher mit 3-Tages-Pass etwas ganz Besonderes ausgedacht: Das Festival wurde durch ein „Blót“ eröffnet. Eigentlich war geplant, dass diese Zeremonie in der Gildehallen stattfinden sollte – allerdings hatte man wohl nicht mit so großem Besucherinteresse gerechnet, weswegen das Blót kurzerhand auf die Wiese vor der Halle verlegt werden musste. Zum Glück gab es keinen Regen… Was beim Blót passierte, ist schwer in Worte zu fassen. Das Duo Folket Bortafor Nordavinden, lud ein, den alten Göttern, allen voran Odin, Freyja und Thor, zu huldigen. Das passierte mit Trommeln, mit Gesang, mit leidenschaftlichen Vorträgen aus den Sagas und …mit Blut. Ja, mit echtem Blut, vermutlich von einem der Lämmer, die sich bereits auf dem Spieß drehten. Der Großteil, vor allem aber das Ende des Blót, war, obwohl recht viele Leute dabei waren, eine sehr persönliche Erfahrung. Sehr viel kann man darüber eigentlich gar nicht berichten – es reicht zu sagen, dass dadurch tatsächlich eine Art von spiritueller Zusammengehörigkeit zwischen meist völlig fremden Menschen geschaffen wurde – das mag jetzt lächerlich oder übertrieben klingen, aber es ändert nichts daran, dass man zu diesem Zeitpunkt tatsächlich so fühlte. Übrigens war es nicht so, dass die Verantwortlichen so taten, als wäre dieses Blót genau so, wie es auch die alten Wikinger gemacht haben; von Anfang an wurde klar gestellt, dass niemand weiß, wie es damals wirklich abgelaufen ist und man sich daher auch Inspirationen von anderen Kulturen holen musste. Das tat der insgesamt sehr feierlichen Stimmung jedoch keinen Abbruch, auch wenn ich lieber gesehen hätte, wenn ein paar Personen weniger anwesend gewesen wären. Aber eigentlich logisch, dass jeder dabei sein wollte.

Nach diesem Ereignis hörte man noch ein wenig DJ-Musik (hauptsächlich wurde Folk, auch ein bisschen Pagan- und Black Metal gespielt), trank jede Menge Bier und lernte nette Leute aus der ganzen Welt kennen. Irgendwann war es dann Zeit für den Shuttle-Bus und wir fuhren ins Hotel – um einige denkwürdige Erfahrungen reicher.

Freitag, 19. August 2015

Die Nacht im Hotel war angenehm, auch wenn ich leises Bedauern spürte, den restlichen Abend am Festivalgelände bzw. Campingplatz verpasst zu haben. Andererseits war die Reise bis zum Midgardsblot lang und anstrengend gewesen, von daher war man extrem müde und froh, ein Bett zu haben. Nach dem Frühstück und einen Abstecher nach Åsgårdstrand (!), wo das Ferienhaus von Edvard Munch zu besichtigen ist, ging es wieder zum Festival. Dort angekommen stand gerade die erste Band auf der Bühne: TROLLFEST. Ich weiß nicht, ein Freund dieser Truppe werde ich wohl nie, lediglich das als Rausschmeißer gespielte „Solskinnsmedisin“ finde ich persönlich gut. Dem Publikum, das zu dieser Zeit allerdings noch eher spärlich vertreten war, schien es dennoch zu gefallen, sodass auch die Band ihren Spaß hatte. Wobei, kann man den verrückten norwegischen Trollen den Spaß überhaupt nehmen? Ich glaube nicht.

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Isländisch: Skálmöld

Nach den „Viking Battles“, die ebenfalls vor der Bühne stattfanden, gab es die erste ernstzunehmende Band: SKÁLMÖLD, der neben SÓLSTAFIR aktuell wohl heißeste musikalische Export aus Island, gaben sich die Ehre. Ich hatte die Männer von der Insel erst wenige Wochen zuvor bei den MetalDays (Slowenien) erlebt – und muss sagen, dass mir der Auftritt in Norwegen ein ganzes Stück besser gefallen hat. Vor allem soundtechnisch – der Mann am Mischpult machte, ganz im Gegensatz zum Gig in Slowenien, diesmal alles richtig. Klar, transparent, druckvoll – nur so kann man die Feinheiten der leicht merkwürdigen musikalischen Mischung der isländischen Truppe richtig erkennen. Hat mir tatsächlich sehr gut gefallen und unter diesen Umständen würde ich die Band, die ich bisher eher beiseite gelassen habe, jederzeit weiter empfehlen.

Cyborgs: Inquisition

Nach diesem großteils durchaus partytauglichen Sound, folgte ein unglaublicher Kontrast. Das 2-Mann-Abrisskommando INQUISITION ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass man mit Hörnern, Met und Feierlaune nichts am Hut hat. Das tat der Stimmung dennoch keinen Abbruch – das kolumbianische Duo Dagon (v, g – Stimme erinnert irgendwie an eine Art Cyborg) und Incubus (d) durften sich über enormen Zuspruch freuen. Ob sie es taten, zeigten sie – genretypisch – freilich nicht. Festzuhalten bleibt: „Force of the Floating Tomb“ vom 2013er Meisterwerk „Obscure Verses For The Multiverse“ ist einfach ein grandioser …ähem… Hit.

Auf dieses Inferno folgten mit ENSLAVED etwas ruhigere Zeitgenossen. Dachte ich zumindest – in Wirklichkeit feiern die Norweger aktuell ihr 25-jähriges Bandjubiläum. Und das alles andere als leise, denn die Songauswahl umfasste lediglich Liedgut bis zum 2004er Album „Isa“. Eine schöne Show, auch wenn mir persönlich der Zugang zu dieser Band ein wenig fehlt. Vor allem die Songs „Convoys To Nothingness“ und „The Crossing“ sind mir allerdings in äußerst positiver Erinnerung geblieben. Wird Zeit, dass ich mich mal näher mit der Musik der norwegischen Urgesteine befasse.

ENSLAVED-Gitarrist Ivar Bjørnson konnte man gleich im Anschluss noch einmal auf der Bühne bewundern: Das vornehmlich aus ihm und Einar Selvik (WARDRUNA) bestehende Projekt SKUGGSJÁ war der letzte Act des Abends. Natürlich traten die beiden nicht allein vor das Publikum – von ENSLAVED waren neben ihrem legendären Gitarristen auch mit Sänger/Bassist Grutle Kjellson und Drummer Cato Bekkevold am Start, dazu noch eine Anzahl an Gastmusikern und Sängern an verschiedensten Instrumenten. Eine merkwürdige musikalische Mischung wurde dargeboten – traditionelle Instrumente und Schamanen-artiger, teils aus dem Kehlkopf stammender Gesang, Metal-Riffs, ein paar klassische Instrumente und Black Metal-artiges Gekeife vermengten sich zu einem hypnotischen Gesamtwerk, das das Publikum vollkommen in seinen Bann zog. Und das, obwohl ein großer Teil der Fans (ich selbst eingeschlossen) eher dem Metal als solch experimentellen Klängen zugeneigt schienen. Eingängig oder irgendwie fassbar und strukturier klang das alles in meinen Ohren auch nicht – aber dennoch weit davon entfernt, schlecht zu sein. „Anders“ ist wohl das richtige Wort, anders, aber nicht fehl am Platz, sondern wie eine Symbiose aus Neuem und Altem, etwas, das genau für diese Gelegenheit gemacht worden war.

Samstag, 20. August 2016

Der Abschlusstag des Midgardsblot war der Tag, auf dem ich mich aus rein musikalischer Sicht am meisten gefreut hatte, versprach er doch das metallischste Programm. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit, es gab immer wieder kurze Regenschauer und es war ungemütlich frisch. Schade, das Festival hätte sich einen angenehmeren Abschluss verdient gehabt – aber andererseits war das richtig und typisch norwegisch. Passt schon so. Nach einer geführten Tour durch die hiesigen Hügelgräber (ebenfalls gratis für Festivalbesucher!) ging es wieder kurz ins Wikinger-Dorf, danach zur Bühne. Die Führung hatte übrigens länger als geplant gedauert, sodass wir die Damen von L.E.A.F. verpassten. Nicht so schlimm, deren Musik passte zwar recht gut zum Festival, nicht aber zu mir. Als nächstes kamen die so passend benannten BLOT dran. Deren Melange aus Black Metal mit vielen Folk-Elementen gefiel sehr gut. Denn auch wenn es viele Bands in diesem Spektrum gibt, konnte man den Norwegern, deren Debüt „Ilddyrking“ erst 2015 erschienen ist, ihre Professionalität anhören und -sehen. Als grober Referenzpunkt mögen die Holländer ONHEIL dienen, auch wenn die thematisch natürlich völlig anders gelagert sind. „Ilddyrking“ und „Fimbulwinter“ waren 2 Nummern, die mir besonders positiv im Gedächtnis geblieben sind und die ich jedem ans Herz legen kann, der seinen Metal angeschwärzt und melodisch haben möchte.

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Gut bewacht: Kirkebrann

Weiter ging es ziemlich „trve“, nämlich mit KIRKEBRANN. Die norwegischen Black Metaller aus der Gegend (Vestfold) gaben sich alle Mühe, aber mir – und wohl auch einem beträchtlichen Teil des Publikums – war das zu plakativ. Macht normalerweise nichts, aber auuh musikalisch war das, was die Kalkfressen boten, ziemliche Standardkost, die die Möchtegern-Brandstifter (als „Bühnenbild“ säumten Benzinkanister die Monitor-Boxen) da ablieferten. Nichts, was man nicht so oder so ähnlich schon x-Mal gehört hätte. Sehr gut war allerdings der Sound, wie sowieso das ganze Festival über. Und auch optisch ließ die Truppe nichts anbrennen, aber das allein reicht halt nicht mehr. Und es ist auch nicht hilfreich, wenn der Frontmann von den ausbleibenden Publikumsreaktionen angepisst ist, das Mikro hinschmeißt und dann erst von den anderen Bandmitgliedern wieder raus gebeten werden muss, um wenigstens noch einen Song zu spielen. Wenn das ein Marketing-Gag gewesen sein soll: umso schlimmer.

KIRKEBRANN waren übrigens die einzige Band des Festivals, die mich ein wenig enttäuscht hat. Nach deren Auftritt folgte vor der Bühne noch einmal Wikinger-Schlachtengetümmel, bevor es musikalisch sehr düster wurde. HAMFERƉ von den Färöer Inseln spielen alles andere als Schunkelmusik. Die wie immer in schwarze Anzüge gekleidete Band zelebriert extrem schwerfälligen, stoischen Doom Metal und berichtet alte Geschichten von verschwundenen Seemännern. Sehr intensiv, diese Band – auch, wenn sie in Clubs (und ohne Tageslicht) noch wesentlich ergreifender sind. Gefallen hat mir die Show dennoch, auch wenn ich glaube, dass das eher Musik für die Kopfhörer ist und sich nicht so sehr für die Darbietung auf einem Open Air Festival eignet. Gleich im Anschluss wurde es jedoch wieder wesentlich fröhlicher und tanzbarer: MÅNEGARM aus dem Nachbarland Schweden zweigten sich in bester Spiellaune, was vom Publikum auch ordentlich honoriert und gefeiert wurde. Tatsächlich waren die Schweden für mich persönlich das bisherige Highlight des Festivals. Jede (!) Nummer, die sie spielten, war einfach nur grandios. Am besten gefielen mir das galoppierende „Nattsjäl, drömsjäl“ (wie geil ist der Song?!), die Hymne „Odin Owns Ye All“ und das getragene „Hemfärd“ (sehr passend zu der Band, die vor MÅNEGARM auf der Bühne war). Einfach nur gut, was hier geboten wurde und Grund genug, mich endlich mal näher mit dieser Gruppe zu beschäftigen.

Auf das erste Highlight folgte gleich das nächste. MELECHESH, ursprünglich aus Jerusalem, brachten eine für den hohen Norden etwas exotisch anmutende Variante aufs Tapet. Deren Black/Death Metal ist nämlich mit einigen Melodien des Mittleren Ostens versehen – was im Wikingerland ein wenig befremdlich wirkte. Nach kurzer Schockphase war das Publikum allerdings bereit für die brachiale Soundwand, die das Quartett um Sänger/Gitarrist Melechesh Ashmedi abfeuerte. So zugänglich hatte ich die Veteranen (Bandgründung: 1995) gar nicht in Erinnerung – auch hier führte die gute Show dazu, dass ich fest vorhabe, mich mal eingehend bei der Band zu einzuhören.

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Trve: Tsjuder

Das dritte Highlight im Bunde genoss ebenfalls Veteranen-Status: Die Osloer Formation TSJUDER (gegründet 1993) zeigte Jungspunden wie KIRKEBRANN, was „trve“ wirklich bedeutet. Immer wieder unglaublich, welch ein Inferno ein solches Trio entfachen kann. Besonders beeindruckend: Abwechselnder und gedoppelter Gesang von Bassist/Frontmann Nag und Gitarrist Draugluin. Da war einfach eine wahnsinnige Power dahinter, die ich so nicht erwartet hatte. Die Songauswahl war ebenfalls sehr gut (Highlights: „Ghoul“, „Demonic Supremacy“ und das als Rausschmeißer gespielte BATHORY-Cover „Sacrifice“), sodass man mit Fug und recht sagen kann, dass der Black Metal-Thron beim Midgardsblot nur an TSJUDER gehen kann – noch vor den ebenfalls großartigen INQUISITION.

Aus war das Festival nach dieser energiegeladenen Show allerdings noch nicht. Nach einer längeren Umbaupause (während der es wie aus Eimern zu schütten begann, was sich an diesem Abend leider nicht mehr ändern sollte) hatte Einar Selvik seinen zweiten Auftritt. Bot man mit SKUGGSJÁ am Vorabend noch eine Mischung aus Wikinger-Zeit und Moderne, regierte bei der nun folgenden Show von WARDRUNA vollkommen das Alte. Das offenbarte schon der erste Blick auf die Bühne: E-Gitarre, Bass und Keyboard suchte man vergeblich. Das „Schlagzeug“ sah vorsintflutlich aus, dazu gab es eine Auswahl an merkwürdigen Instrumenten, die ich abgesehen von der unserer Violine recht ähnlichen Hardangerfiedel nicht einmal hätte benennen können. Immerhin gab es elektronische Mikrofone.

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Intensiv: Wardruna

Sogar mehr noch als am Vorabend bei SKUGGSJÁ ist es mir praktisch unmöglich, zu beschreiben, was bei WARDRUNA zu hören war. Der Gesang, hauptsächlich von Selvik und Sängerin Linda Fay Hella vorgetragen, oft aber auch im Chor mit der ganzen Truppe (ich glaube es waren mindestens 7 Leute auf der Bühne, zwischendurch sangen sogar einmal die beiden Kinder von Selvik mit), war mal schamanisch-betörend, mal eher wie Sprechgesang mit plötzlichen, lauteren Ausbrüchen. Dazwischen immer wieder so etwas wie der schon vom Vorabend bekannte Kehlkopfgesang. All das war untermalt vom Klang der alten Percussion-, Streich-, Zupf- und Blasinstrumente.Schade übrigens, dass Co-Bandgründer Gaahl (GOD SEED, ex-GORGOROTH) nicht am Start war. Ich könnte jetzt – abgesehen vom finalen, verhältnismäßig eingängigen „Helvegen“) nicht einmal sagen, wie die Stücke hießen. Unabhängig davon hatte man ständig das Gefühl, dass hier etwas Großes passierte, wie auch der Blick in die Runde zeigte. Trotz strömendem Regen war es vor der Bühne gesteckt voll, die Leute beobachteten wie gebannt das Geschehen, manche wirkten regelrecht hypnotisiert, wenn sie sich im Takt zu wiegen begannen. Ich weiß nicht, wie es bei den Wikingern wirklich war – aber man kann sich zumindest vorstellen, dass es so oder so ähnlich gewesen sein könnte. Klar ist auch, dass man eine Ader für so etwas haben muss – eine Band wie TSJUDER, die primitiven, norwegischen Black Metal spielt, ist meines Erachtens einfacher konsumierbar als WARDRUNA. Merkwürdigerweise waren an diesem Abend trotzdem alle zufrieden und schienen – so sie keinen hatten – tatsächlich Zugang zur Welt von Einar Selvik gefunden zu haben. Der Sänger bedankte sich dann auch gebührend und schien sichtlich gerührt.

Als die Show zu Ende war und die Musiker sich verbeugt hatten, blieben viele Zuschauer noch wie betäubt stehen. Wir vorerst auch, bis sich, merkwürdig langsam, die Kälte durch die tropfnassen Klamotten schlich. Das war das Zeichen zum Aufbruch – wenn es nicht geregnet und wir nicht dermaßen durchnässt gewesen wären, wäre ich gern noch geblieben und hätte dieses Erlebnis mit den anderen in der Gildehallen geteilt. So war man aber froh über den Shuttlebus und den dadurch recht kurzen Weg ins Hotel. Am nächsten Tag ging es schließlich an die lange Heimreise.

Ein paar Verbesserungsvorschläge…

Frei von Kritik ist natürlich auch das Midgardsblot nicht – ganz normal, vor allem, wenn man bedenkt, dass 2016 erst die zweite Ausgabe stattfand. Kinderkrankheiten sind da üblich, obwohl ich mir gar nicht sicher bin, dass es solche waren. Zwei Punkte möchte ich jedenfalls hervorheben:

  • 1.000 Festivalgäste und nur zwei Getränketheken – das kann nicht gut gehen. Ging es meist zwar trotzdem irgendwie, aber mehr als einmal wurden die Schlangen sehr lang. Auf Facebook war von Veranstalter-Seite zu lesen, dass ein Problem war, dass die Kreditkarten-Kassen offenbar nicht auf diesen Ansturm ausgerichtet waren und es daher immer wieder Probleme bei der Zahlung gab. Eventuell wurde also die Gästeanzahl und deren Durst doch ein wenig unterschätzt, was auch daran zu erkennen war, dass zumindest am Samstag Abend, wohl aber auch Donnerstag und Freitag (jeweils noch vor Mitternacht) gewisse Biersorten und andere Getränke nicht mehr verfügbar waren. Gleiches galt speziell am Samstag auch für das Nahrungsangebot, das stark ausgedünnt war. Und auch an Festivalmerchandise dürfte etwas zu wenig bestellt worden sein, weshalb ich selbst z. B. mit einem XXL-Hoodie statt dem gewünschten T-Shirt in L heimgehen musste.
  • Der zweite Punkt betrifft die Infrastruktur des Festivals und ist eigentlich vernachlässigbar. Dennoch sollte man sich von Veranstalter-Seite vor allem zwei Dinge überlegen: Mehr Toiletten (ein typisches Open Air-Problem) und eventuell ein zweites Zelt zum Unterstellen. Im Vergleich zu anderen Festivals war das Midgardsblot zwar großteils mit gutem Wetter gesegnet, wenn es aber regnete, wurde es gleichzeitig auch empfindlich kalt. Und dann keine Möglichkeit zum Unterstellen zu haben um zu verhindern, dass die Sachen komplett nass werden, ist nicht sonderlich gemütlich. Ein Zelt (immerhin mit Sicht auf die Bühne) gab es – wo auch die Theken untergebracht waren. Entsprechend voll war es  dort. Ansonsten war noch die Gildehallen warm und trocken, aber einerseits nicht groß, andererseits fanden dort tagsüber immer wieder (geschlossene) Veranstaltungen wie z. B. Bierverkostungen statt, sodass man sie nicht als Unterstand nutzen konnte. Vor der Halle gab es einiges an Bierbänken und -tischen, wenn dort ein Zelt aufgestellt worden wäre, wäre es perfekt gewesen.

Fazit: Mein erster Besuch beim Midgardsblot ist hoffentlich nicht mein letzter gewesen. Man kann den Veranstaltern nur ein Kompliment für dieses tolle Festival aussprechen – ein derartig familiäres und gleichzeitig intensives Open Air auf die Beine zu stellen, ist wahrlich nicht alltäglich. Die Location, die Bands, das Drumherum und – vor allem – die Besucher, waren einmalig. Als Gast muss man natürlich damit leben, dass die norwegischen Preise alles andere als günstig sind – das betrifft vor allem die alkoholischen Getränke. Wer es schafft, das auszublenden, kann dieses schöne Land und dieses einmalige Festival uneingeschränkt genießen.


Einen Bericht vom Midgardsblot 2015 kann man sich unten ansehen. Das fängt die Stimmung schon sehr gut ein, finde ich.


MusikWelt: Balls To The Wall

Accept


„Balls To The Wall“ ist hervorragend produziert und lebt neben der eigenwilligen Stimme von Udo Dirkschneider vor allem vom starken Gitarrenduo Wolf Hoffmann und Hermann Frank, die sich neben einigen unsterblichen Riffs eine handvoll pfeilschneller Solos aus dem Ärmel schütteln – mal pfeilschnell („Fight It Back“), mal hymnisch-zweistimmig. Auch Bass und Schlagzeug (mit ein paar Abstrichen, siehe unten) sind perfekt, sodass in Verbindung mit dem exzellenten Songwriting die Höchstwertung nur ganz knapp verfehlt wird.  

Gesamteindruck: 6/7


Referenzwerk in der Karriere von Accept.

„Balls To The Wall“ beginnt mit einem echten Knaller – der Titeltrack sucht sogar in der bei weitem stärksten Phase (Anfang der 1980er Jahre) der legendären Accept seinesgleichen. In diesem Zeitraum schrieb die Band einige denkwürdige Stücke, aber gerade dieser Song dürfte jeden, der nur ein bisschen mit Heavy Metal am Hut hat sofort überzeugen. Hymnisches Midtempo trifft auf sägende Gitarren, einen eingängigen Refrain und einen toll eingebauten Hintergrundchor – viel besser kann man es kaum machen.

Aber auch nachdem man sich von dieser Eröffnung erholt hat, gibt es nicht viel zu nörgeln – vor allem das locker rockende, Judas-Priest-affine „London Leatherboys“ und der eingängige, fantastisch eingesungene Groover „Head Over Heels“ wissen bereits beim ersten Hören zu überzeugen und nutzen sich auch nach mehrfachen Durchläufen nicht ab. Die restlichen Songs sind zwar nicht ganz so herausragend, aber immer noch extrem stark. Hervorzuheben sind dabei vielleicht „Love Child“ mit seiner markanten Bridge vor dem guten Refrain, das textlich klischeehafte, aber musikalisch einwandfreie, flotte „Losers And Winners“ und der balladeske Rausschmeißer „Winterdreams“.

Negativ fallen eigentlich nur die katastrophalen elektronischen Drums, die ab und zu eingesetzt werden auf. Besonders im letzten Drittel des ansonsten sehr guten „Losing More Than You’ve Ever Had“ merkt man diesbezüglich kurz auf, allerdings ist dieser Fehltritt nicht die Regel und somit kein Beinbruch.


Track – Titel – Länge – Wertung

  1. Balls To The Wall – 5:42 – 7/7
  2. London Leatherboys – 3:57 – 6/7
  3. Fight It Back – 3:30 – 6/7
  4. Head Over Heels – 4:19 – 7/7
  5. Losing More Than You’ve Ever Had – 5:04 – 5/7
  6. Love Child – 3:34 – 5/7
  7. Turn Me On – 5:12 – 5/7
  8. Losers And Winners – 4:19 – 6/7
  9. Guardian Of The Night – 4:24 – 5/7
  10. Winter Dreams – 4:44 – 6/7

Gesamteindruck: 6/7 


Accept auf “Balls To The Wall” (1983):

  • Udo Dirkschneider − Vocals
  • Wolf Hoffmann − Guitar
  • Herman Frank − Guitar
  • Peter Baltes – Bass
  • Stefan Kaufmann − Drums

Anspieltipp: Balls To The Wall

FilmWelt: Mike Mendez‘ Killers

Man kann „Killers“ mit Fug und Recht als eine Art Hybrid aus „From Dusk Till Dawn“ und „Natural Born Killers“ bezeichnen. Interessanterweise wirkt der Film aber dennoch nicht wie eine Kopie sondern hat einen eigentümlich-eigenständigen Touch. Die genannten Vorbilder zeigen dennoch gut, wohin die Reise geht. Ist das originell? Eigentlich schon. Ist das unterhaltsam? Immer. Ist das was für Zartbesaitete? Nie.

Gesamteindruck: 6/7


Ernste Themen – Grotesk verpackt.

Es sind im Grunde zwei auch heute brandaktuelle Themen, die Mike Mendez in seinem Debüt „Killers“ (1996) anpackt. Zum einen wird die Sensationslust (wobei dieses Wort noch zu schwach ist) der amerikanischen Medien und ihres Publikums thematisiert. So avanciert ein mordendes Brüderpaar zu Kultcharakteren von Fernsehen und Bevölkerung, ihre Flucht wird zu einem Medienspektakel sondergleichen. Auf der anderen Seite zeigt der Film, dass sich hinter biederster (amerikanischer, aber wohl auch auf andere Kulturen umlegbarer), kleinbürgerlicher Vorstadtfassade eine dunkle Welt verbergen kann, die man so überhaupt nicht erwartet.

Der Regisseur beschränkt sich dabei auf einfachste Mittel, was allerdings dem Thema durchaus angemessen scheint. Bild und Ton sind trotz der Billigproduktion gelungen und passen sehr gut ins Gesamtbild. Die Gewaltdarstellungen kann man – als halbwegs reflektierter Zuseher – sofort als überzeichnet und schräg entlarven, was dem Film eine zusätzliche, schwarzhumorige Prise verleiht. Hier wurde ganze Arbeit geleistet und auch mit Seitenhieben auf das Horror- und Splattergenre nicht gespart (Stichwort: Kellerverlies – grotesker geht es eigentlich kaum). Auch die schauspielerische Leistung der – zumindest mir – vollkommen unbekannten Darsteller, ist als sehr gut einzustufen. Man nimmt sowohl den Brüdern als auch der (äußerlich absichtlich hoffnungslos klischeehaft gezeichneten) Musterfamilie ihre Rollen ab.

Über die Intention von Mendez kann man natürlich nur Vermutungen anstellen – von einer starken Anlehnung an Quentin Tarantino abgesehen. Ein Reiz des Filmes ist wohl, dass wir längst akzeptiert haben, dass es Serienmörder u. ä. auf unserer Welt gibt. Schwerer zuzugeben fällt uns hingegen die Tatsache, dass wir allesamt Voyeure sind, die die Fernsehnachrichten ebenso sensationslüstern verfolgen, wie Mendez das im Film darstellt. Auch dürfte es den meisten schwer fallen zu glauben, dass sich hinter den Wänden des Nachbarhauses ein tiefer, dunkler Abgrund verbergen könnte. Das es im wirklichen Leben so sein kann, wurde gerade in letzter Zeit leider mehr als einmal bewiesen.

Übrigens ist es Pflicht, sich eine ungeschnittene Fassung des Streifens zu besorgen. Ansonsten fehlen nämlich nicht nur Szenen, die dem Verständnis dienen, es geht auch dermaßen viel von der skurrilen Atmosphäre verloren, dass der Film nur noch die Hälfte wert wäre.

Gesamteindruck: 6/7


Originaltitel: Killers
Regie: Mike Mendez
Jahr: 1996
Land: USA
Laufzeit: 82 Minuten
Besetzung (Auswahl): Dave Larsen, David Gunn, Damian Hoffer, Nanette Bianchi, Renee Cohen, Wendy Latta



 

BuchWelt: Coraline

Neil Gaiman


Es gibt einige Beispiele für mehr oder weniger deklarierte Kinderbücher, die man auch als Erwachsener sehr gut lesen kann: „Die unendliche Geschichte“ ist so ein Fall. „Coraline“ von Neil Gaiman fällt aus meiner Sicht nur sehr bedingt in diese Kategorie.

Gesamteindruck: 4/7


Zu wenig Tiefgang.

Die Verwandtschaft zwischen „Coraline“ von Neil Gaiman und „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll ist unübersehbar – aber anders als dem berühmten Vorbild kann man der vorliegenden Geschichte leider keinen Klassikerstatus attestieren. Dabei hätte auch „Coraline“ interessante Ansätze zu bieten. Es hat jedoch den Anschein, als ob der Autor sich nicht zwischen Kinder- und Erwachsenenliteratur entscheiden konnte.

Die geheime Tür, die in eine Welt führt, die der gewohnten ähnlich und doch ganz anders ist, ist natürlich nicht nur wegen „Alice“ keine neue Idee (vgl. z. B. „Die Chroniken von Narnia“,1939, oder die „His Dark Materials“-Serie, 1995, besser bekannt als „Der Goldene Kompass“). Spannend und unheimlich umgesetzt wurde sie trotzdem. Auch die „andere Welt“ weiß als solche durchaus zu gefallen, wenngleich dort für meinen Geschmack ein bisschen zu wenig passiert. Genau an dieser Stelle hakt es nämlich: Die Story ist nicht schlecht, aber die wenigen Höhepunkte sind nicht dramatisch genug, um überzeugen zu können. Dieser Eindruck verstärkt sich leider noch durch die flachen und eindimensionalen Charaktere. Nicht einmal die Hauptfigur besitzt ein interessantes Profil, von ihrer Gegenspielerin, bei der der Autor so viele Möglichkeiten gehabt hätte, ganz zu schweigen.

Das gesamte Setting ist sehr düster, zum Teil sogar ein wenig erschreckend (wobei der Klappentext stark übertrieben ist) und kaum etwas für empfindsame, jüngere Leser. Demgegenüber stehen sehr einfache Dialoge und eine geradlinige Story, bei der man sich als Erwachsener zeitweise unterfordert fühlt. Eine merkwürdige Mischung also, bei der man die ganze Zeit das Gefühl hat, dass vorhandenes Potential nicht abgerufen wird. Daher müssen leider durchschnittliche 4 Punkte reichen.

Gesamteindruck: 4/7


Autor: Neil Gaiman
Originaltitel: Coraline.
Erstveröffentlichung: 2002
Umfang: 175 Seiten
Gelesene Sprache: Deutsch
Gelesene Version: Taschenbuch