SerienWelt: Star Trek: Picard – Staffel 1

Eigentlich hätte mir von vornherein klar sein müssen, dass die erste Staffel über eine der Kultfiguren des Star Trek-Universums meine Erwartungen nicht erfüllen würde. Denn es ist doch so: Praktisch alle Star Trek-Serien nach „The Next Generation“ hatten gewaltige Anlaufschwierigkeiten. Warum hätten die neuesten Reinkarnationen, „Discovery“ und eben „Picard“ eine Ausnahme sein sollen? Und tatsächlich: Wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung ist der Auftakt zu der Serie, in die man als Fan noch größere Hoffnung gelegt hatte, als in alles, was in den vergangenen Jahren (eigentlich sogar Jahrzehnten) unter dem Star Trek-Banner angekündigt wurde, grandios gescheitert. Klingt hart? Ja, vielleicht. Versuchen wir, der Sache auf den Grund zu gehen…

Gesamteindruck: 3/7


Großer Name, herbe Enttäuschung.

„Star Trek: Picard“ ist ein Zugeständnis an moderne Sehgewohnheiten. Das betrifft einerseits den Inhalt, andererseits die Form. Letzteres bedeutet: Im Gegensatz zum letzten Serienauftritt von Jean-Luc Picard („Star Trek: The Next Generation“, 1987-1994) haben wir es mit einem staffelübergreifenden Handlungsrahmen zu tun. Das wäre grundsätzlich sogar begrüßenswert – die späteren Staffeln von „Star Trek: Deep Space Nine“ (1993-1999) „Star Trek: Enterprise“ (2001-2005) waren erste Versuche in diese Richtung und gehören mit zum Besten, das man in Sachen Star Trek sehen kann. Freilich hatte die damalige Herangehensweise noch nicht viel mit dem zu tun, wie Serien heute funktionieren, es war aber immerhin ein erster Schritt zu einem größeren Handlungsbogen. Die Erzählweise von „Picard“ ähnelt – was aufgrund der zeitlichen Nähe wenig überrascht – vor allem „Star Trek: Discovery“ (ab 2017), ist also ein fast schon Soap Opera-mäßiges Drama, das häufig durch Cliffhanger vorangetrieben wird.

Inhalt in Kurzfassung
Wir schreiben das Jahr 2399. Jean-Luc Picard hat die Sternenflotte längst verlassen und verbringt seinen Ruhestand auf seinem Château in Frankreich. 20 Jahre sind seit den Ereignissen von „Star Trek: Nemesis“ vergangenen – und immer noch hat Picard den Verlust von Data nicht verwunden. Doch damit nicht genug: Plötzlich tritt eine junge Frau in das zurückgezogene Leben des ehemaligen Captains der USS Enterprise. Und schon bald findet sich der Pensionist im Weltraum wieder, umgeben von einer zusammengewürfelten Crew und mit der Mission, seinen Schützling vor dunklen Agenten zu retten und dabei ein Geheimnis zu ergründen.

„Star Trek: Picard“ hat leider auf verschiedensten Ebenen mit Problemen zu kämpfen. Ein großer Brocken ist die behäbige Story, die viel zu lange braucht, um überhaupt halbwegs in Fahrt zu kommen. Richtig gelesen, „halbwegs“, denn eigentlich bleibt es bis zum Schluss über weite Strecken zäh. Warum das so ist, ist schnell erklärt: Die Geschichte, die in „Picard“ erzählt wird, hätte man locker in ein oder zwei Folgen „The Next Generation“ abhandeln können. Hat man übrigens sogar gemacht; abgesehen davon wurde die Grundsatzfrage nach den Konsequenzen künstlicher Intelligenz auch in allen anderen Star Trek-Serien immer wieder aufgegriffen und „Picard“ schafft es nicht, diesem Thema neue Nuancen hinzuzufügen. Im Gegenteil, alles, was wir hier zu hören und zu sehen bekommen, hat uns nicht nur Star Trek bereits deutlich besser näher gebracht. Beispiele gefällig? Bitte sehr: „Battlestar Galactica“ (TV-Serie), „Blade Runner“ (Film), die „Roboter-Geschichten“ von Isaac Asimov (Buch), „Fallout 4“ (Spiel) – die Liste ließe sich lange fortsetzen.

Den genannten Titeln ist gemeinsam, dass sie wesentlich mehr Tiefgang haben, als „Picard“ vermitteln kann. Das ist ein bisschen paradox, weil ein solches Serienformat ja eigentlich genug Zeit für eine durchdachte Story bieten würde, wenn man es richtig angeht. Und damit schließt sich der Kreis: Dadurch, dass die Geschichte dünn ist, wirkt sie gestreckt und künstlich in die Länge gezogen. Das macht das Ansehen einzelner Folgen fast schon zur Qual, weil einfach nichts weiterzugehen scheint. Nicht falsch verstehen: Das Thema wäre prinzipiell auch heute noch spannend, müsste dann aber auch entsprechend aufbereitet werden. „Picard“ schafft das kaum, was umso schlimmer ist, weil Star Trek, wie es in den 1960ern von Gene Roddenberry erdacht wurde, immer entweder neue Themen gesetzt oder alte Fragen unter neuen Gesichtspunkten zu beantworten versucht hat. In „Picard“ werden bereits bekannte Versatzstücke genommen und schlicht und einfach schlecht zusammengefügt.

Auch die Charaktere überzeugen nicht.

Nun könnte man hoffen, dass zumindest der zweite Aspekt, der für eine moderne Serien Pflicht ist, bei „Picard“ funktioniert: die Charakterentwicklung. Leider kann man auch an dieser Stelle keine Entwarnung geben, was einerseits am Drehbuch liegt, andererseits aber auch ein bisschen die „Schuld“ des Zusehers ist, wenn man so will. Denn eines ist klar: Der Trekkie will a) Star Trek und b) Jean-Luc Picard sehen, und den ansatzweise so, wie man ihn in Erinnerung hat. Einigermaßen haut das sogar hin, wobei sich der ehemals selbstsichere und vollendete Diplomat in einen von Zweifeln und Gewissensbissen geplagten, komischen alten Kauz verwandelt hat. Schade ist, dass die Serie lieber die oben erwähnte, recht konventionelle Geschichte erzählen will, anstatt ein bisschen mehr darauf einzugehen, warum Captain Picard (übrigens nennen die Protagonisten ihn zum Teil tatsächlich immer noch Captain, warum eigentlich?) so wurde, wie er in „Picard“ eben ist.  Leider werden ausgerechnet die entsprechenden Erläuterungen vollkommen überhastet dargestellt. 20 Jahre Föderationsgeschichte werden in wenige, oberflächliche Minuten gepackt, was dazu führt, dass mich die Serie von Anfang an nicht richtig abholt.

Abgesehen vom Hauptdarsteller (der oft genug eine Nebenrolle einnimmt, aber das nur am Rande) und seinem Schützling (gar nicht unsympathisch dargestellt von Isa Briones) teilt sich der Cast in zwei Gruppen. Einerseits haben wir als Fanservice einige alte Bekannte an Bord. War zu erwarten und ist unterschiedlich gut gelungen. Brent Spiner ist in einer Doppelrolle zu sehen und passt perfekt rein, gleiches gilt für zwei Ex-Borg. Der Auftritt des ewigen Traumpaares Jonathan Frakes und Marina Sirtis freut den Fan zwar (ja, wirklich!), wirkt aber gleichzeitig ziemlich beliebig. Wichtiger, weil mit mehr Screentime versehen, sind aber ohnehin die neuen Mitstreiter und Gegenspieler unseres Mannes. Erstere sind eine bunt gemischte Crew, deren Mitglieder allesamt gewisse Probleme mit der Föderation haben. Und auch miteinander, wie es bei einer heute eben zum guten Ton gehört. Ja, das Drama ist allgegenwärtig, so wie es in jeder neueren Science Fiction-, Fantasy-, Krimi- und sonstigen Serie ist. Aber zum Glück schafft es „J.L.“ (kein Kommentar zu diesem Kürzel…) erwartungsgemäß, dass im Laufe der Staffel alle am selben Strang ziehen. Naja.

Das Problem hierbei ist übrigens nicht so sehr, dass es sich dabei um keine Sternenflotten-Crew handelt, das hätte vielleicht sogar ein recht interessanter Aspekt sein können. Es sind mehr die Stereotypen, die hier bedient werden – die Alkoholikerin ist ebenso an Bord, wie der rebellische Pilot, die verunsicherte, leicht verschrobene Wissenschaftlerin und der jugendlich-naive Kämpfer. Allesamt natürlich mit geheimnisvoller und dunkler Vergangenheit. Eine richtige Beziehung konnte ich zu keinem davon aufbauen, denn ihre Eigenarten erschienen mir immer höchst oberflächlich, was kein Wunder ist, wenn man immer nur ganz kleine Fitzelchen an Hintergrundgeschichte bekommt. Kein Vergleich zu den Figuren, aus denen sich frühere Besatzungen zusammengesetzt haben. Die brauchten nämlich keinen in bedeutungsschwangeren Rückblicken angedeuteten Background, weil sie direkt mit ihrer Präsenz punkten konnten. Klar, es war auch damals nicht jeder Charakter zwingend ein Volltreffer, aber ich war z.B. über den Tod von Tasha Yar in „The Next Generation“ ehrlich erschüttert – im Falle von „Picard“ hätte es mir hingegen wenig ausgemacht, mich von einem Crewmitglied verabschieden zu müssen. Bezeichnend, dass ausgerechnet der Tod eines früheren Wegbegleiters, der hier nur eine kleine Nebenrolle spielt, den größten emotionalen Impact hat. Freilich liegt das alles auch an ewig langen, teils metaphysischen Dialogen, die letztlich nirgendwohin führen und nur den Anschein von Tiefgründigkeit erwecken.

Und die Antagonisten? Früher hatten wir in Star Trek ein klares Gut-Böse-Schema, das erst in späteren Staffeln von „Deep Space Nine“ und im einen oder anderen Film ein wenig aufgeweicht wurde, was dem Franchise definitiv gut getan hat. Heute ist es – nicht nur in Star Trek – so, dass sich die Grenzen noch mehr verwischt haben. Die Guten sind nicht mehr überlebensgroß, sondern haben ihre Schwächen, dürfen auch mal „böse“ Handeln. Umgekehrt ist es genauso, was zu einer ausgeglicheneren Darstellung der Charaktere geführt hat. Früher mussten die Schauspieler, die die Rolle der Bösewichte übernommen haben, besonders glänzen, auch, weil sie im Gegensatz zu den Guten häufig nur eine Folge hatten, um zu reüssieren. Lange Rede, kurzer Sinn: In „Picard“ gibt es einen Haupt-Antagonisten, den Romulaner Narek, der gut von Harry Treadaway (manchen vielleicht als Victor Frankenstein in der Serie „Penny Dreadful“ bekannt) verkörpert wird. Wie die Crew von Picard leidet auch er an Schwächen und Unsicherheiten, was letztlich dazu führt, dass er sich auch als „Guter“ qualifizieren könnte. Für mich dennoch eine der besseren Rollen in „Picard“.

Kurzer Exkurs: „Discovery“ hatte mit einem sehr ähnlichen Problem zu kämpfen. Die Crew ist einfach nicht gut genug – nur mit der Einführung bereits bekannter Charaktere (Christopher Pike und letztlich auch Spock) konnte man sich einigermaßen konsolidieren. Ob das auch ein Weg für „Picard“ sein kann, ist zu diesem Zeitpunkt offen.

Ambivalentes Drumherum.

Zwei Faktoren, die mir persönlich wichtig gewesen wären, sind bei „Picard“ also eine mittelschwere Katastrophe. Kommen wir nun zum Drumherum, das, soviel sei vorweg genommen, zumindest kein Totalausfall ist. Immerhin hat „Picard“ als erste Star Trek-Serie seit „Voyager“ (1995-2001) in einer für alte Trekkie ebenfalls essentiellen Hinsicht einen erheblichen Vorteil gegenüber den unmittelbaren Vorgängern „Enterprise“ und „Discovery“: Wir haben es diesmal mit keinem Prequel zu tun, der Kanon ist also nicht in Gefahr. Wobei ich an dieser Stelle ernsthaft hinterfragen muss, wieso man ausgerechnet die Ereignisse rund um die romulanische Supernova aus „Star Trek“ (2009) als Ausgangspunkt für die Story nehmen musste. Es wäre meines Erachtens besser gewesen, diese schon 2009 sehr fragwürdige Idee unter den Tisch zu kehren – oder endlich vernünftige Erklärungen rund um dieses Ereignis zu liefern. Passiert leider nicht und der Verdacht liegt zumindest nahe, dass diese Geschichte nur aufgegriffen wurde, weil Produzent Alex Kurtzman, der ja auch für den Star Trek-Reboot von 2009 verantwortlich war, seine eigene Idee so gut gefällt. Für mich stellt sich das so dar, als versuche man hier mit dem Holzhammer, Kohärenz zwischen allem, was im Star Trek-Universum seit 2009 passiert ist, herzustellen. Dabei verkennen die Verantwortlichen völlig, dass diejenigen, die eine emotionale Bindung zu diesem Franchise haben, am liebsten alles vergessen würden, was in den vergangenen 10 Jahren passiert ist und lieber ein stärkere Verbindung zur Zeit bis inklusive „Enterprise“ gehabt hätten.

Dem neuen Zielpublikum wird das vermutlich egal sein, ich frage mich aber, ob jüngere Seher überhaupt viel mit „Picard“ anfangen können. Denn die werden sich auch schwer tun, weil man ohne Vorkenntnisse trotz eher seichter Story zeitweise kaum durchblickt. Man hat das Gefühl, dass die Produzenten hier in einer Zwickmühle stecken: Auf der einen Seite der Wunsch, etwas ganz Neues zu schaffen, der dem Zwang, den Gesetzen des Star Trek-Univerums zu folgen, gegenübersteht. Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Das kennt man aus „Discovery“ und es hat zur Folge, das „Picard“ stellenweise ebenfalls weder Fisch noch Fleisch ist. Das äußert sich darin, dass sich die Produzenten sehr auf das unmittelbare Geschehen konzentrieren, dabei aber gleichzeitig dauernd Bezug auf die Vergangenheit nehmen. Das verwirrt stellenweise sogar den gelernten Trekkie, weil das Verhältnis nicht passt – Rückblenden sind schön und gut, sollten dann aber auch so gestaltet werden, dass sie Klarheit schaffen. Und das tun sie bei „Picard“ nur sehr, sehr bedingt.

Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang übrigens, sich einige Star Trek-Folgen aus der Vergangenheit anzusehen. Und damit meine ich nicht zwingend wegen kleinerer Anspielungen, die ein netter Service für die absoluten Fans sind (ein Beispiel dafür wäre der „Raumtrajektor“, den man aus einer „Voyager“-Episode kennt)… Ach was soll’s, dieser Artikel ist eh schon so lang, da kann ich auch gleich ein paar Episoden nennen, die essentiell für das Verständnis von „Picard“ sind: Zunächst die „The Next Generation“-Episoden „Wem gehört Data?“ (hier erfährt man u.a., wer Bruce Maddox ist), die Doppelfolge „In den Händen der Borg“/„Angriffsziel Erde“ (die Borg-Vergangenheit von Picard wird hier erklärt), „Ich bin Hugh“ (handelt von weiteren Versuchen Picards, mit seinem früheren Dasein als Locutus zurecht zu kommen und stellt Hugh vor, der in „Picard“ eine Nebenrolle hat) sowie die „Voyager“-Doppelfolge „Skorpion“ (in der wir Seven of Nine kennen lernen) und den Film „Star Trek: Nemesis“ (zum Tod von Data und der Herkunft von Before). Wer Infos zur romulanischen Supernova sucht, sollte sich den oben genannten Film „Star Trek“ aus 2009 ansehen. Einige weitere Folgen klären andere Details, sind aber meines Erachtens vernachlässigbar. Zusätzlich gibt es Romane und so genannte „Short Treks“, die ebenfalls hilfreich sind – man sieht schon, selbst als eingefleischter Trekkie muss man sich „Picard“ relativ mühsam erarbeiten, vor allem, weil vieles, das hier auftaucht, schon sehr, sehr lange her ist.

Was gibt es sonst noch? Naja, weiterhin Positives und Negatives. Gut gelungen finde ich die Einbindung der Borg, weil der Konflikt, den Jean-Luc Picard durch seine Vergangenheit als Teil des Kollektivs hat, immer schon sehr spannend war. Daran hat sich nichts geändert. Auch die Idee, einen Teil der Handlung auf einem beschädigten Borg-Kubus, der mittlerweile als Forschungsobjekt dient, spielen zu lassen, finde ich großartig. Genau das ist für mich Star Trek. Die Romulaner als Antagonisten wären grundsätzlich auch nicht zu verachten, sind aber leider nur mehr ein Schatten ihrer selbst, was mit der genannten Supernova-Story zu tun hat. So möchte man dieses Volk eigentlich nicht sehen. Und dann haben wir da noch die Föderation, die sich natürlich stark gewandelt hat und in „Picard“ nur mehr als abstraktes, kaltes Konstrukt in Erscheinung tritt. Das wäre zwar ebenfalls eine interessante Entwicklung, die wird aber leider fast komplett ignoriert. Den Weg zu verfolgen, den die Föderation hier eingeschlagen hat, wäre vielleicht die lohnenswertere Story für „Picard“ gewesen. Mir graut übrigens schon ein bisschen davor, wenn ich mir vorstelle, dass eventuell mit Ereignissen aus „Discovery“ in Verbindung gebracht wird…

Vom einen oder anderen Logikloch möchte ich jetzt gar nicht anfangen – da gibt es Kaliber wie eine Androidin, die zur vulkanischen Geistesverschmelzung fähig ist. Warum? Weil sie es sich selbst beigebracht hat. Klar. Solche Dinge mögen im ersten Moment unbedeutend scheinen und nur einem alten Trekkie, der sich starrsinnig an der Vergangenheit festhält, negativ auffallen. Für mich ist das aber – genau wie es beispielsweise der Sporenantrieb in „Discovery“ war – schon ein starkes Indiz dafür, was bei Star Trek mittlerweile absolut falsch läuft: Die Verantwortlichen scheren sich nur deshalb überhaupt um Kontinuität, Kanon und Feeling, damit wenigstens ein paar ältere Zuseher dabei bleiben. Der Rest folgt Marketing-Gesetzen, was mir grundsätzlich egal wäre, wenn es hier nicht unter „Star Trek“ laufen würde. Wie lange das noch gut geht? Keine Ahnung, es ist aber auch fast schon egal. Irgendwie fühlt sich Star Trek, so wie ich es kannte und geliebt habe, tot an.

Es reicht hinten und vorne nicht.

Nein, es reicht nicht, einer Serie den wohl größten Namen des Star Trek-Universums nach Kirk und Spock zu verpassen und von einem Selbstläufer auszugehen. Würde diese Serie nicht als „Star Trek“ vermarktet, würde wohl kein Hahn danach krähen. Zu recht, denn das, was wir hier zu sehen bekommen, ist in den besten Momenten nicht viel mehr als mittelmäßig. Leider überwiegen fragwürdige Ideen, schlechte Drehbücher, langwierige Dialoge und eine Story, die den Namen kaum verdient. Nicht einmal der Hauptdarsteller wirkt so, als wäre er emotional bei der Sache.

All das wäre eigentlich ein Todesurteil. Für „Picard“ vergebe ich dennoch gut gemeinte, wenig objektive 3 Punkte. Denn es gibt den einen oder anderen Moment, in dem man sich dann doch heimisch fühlt. Es gibt ein paar spannende Ansätze (ich hätte so gerne mehr über die Forschungsarbeit auf dem Borg-Kubus erfahren!) und der Weltraum sieht so schön aus, wie nie zuvor. Doch das allein reicht hinten und vorne nicht, um „Star Trek: Picard“ zu einer guten Serie zu machen. Ich dachte erst, es würde weh tun, das zu schreiben – aber nein, es ist schlimmer: Es ist mir tatsächlich fast schon egal. Dabei wollte ich sie doch unbedingt mögen.

Bleibt nur die Hoffnung auf Staffel 2.

Gesamteindruck: 3/7


Originaltitel: Star Trek: Picard
Idee: Alex Kurtzman, Akiva Goldsman, Michael Chabon, Kirsten Beyer
Land: USA
Jahr: 2020
Episoden: 10
Länge: ca. 45 Minuten
Gesehen auf: Amazon Prime
Haupt-Besetzung (Auswahl): Patrick Stewart, Alison Pill, Isa Briones, Michelle Hurd, Santiago Cabrera, Harry Treadaway, Evan Evagora



 

2 Gedanken zu “SerienWelt: Star Trek: Picard – Staffel 1

  1. Ich kann deine Kritikpunkte zum großen Teil nachzollziehen, auch wenn ich das alles nicht so kritisch sehe. Aber ernsthaft, das über weite Strecken dröge „Enterprise“ zählt zum besten was „Star Trek“ zu bieten hat? Gut, die dritte Staffel mit der „Xindi“-Geschichte war immerhin düster und recht konsequent, der Rest aber eher Mittelmaß.

    • Nein, insgesamt stimmt das für „Enterprise“ natürlich nicht. Ich meine aber tatsächlich, dass „Enterprise“ ab dem Zeitpunkt, an dem der Handlungsbogen weitergespannt wird, sehr, sehr gut wird. Nicht auf dem Niveau von „Deep Space Nine“, aber dennoch. Ich verstehe aber auch, dass das nicht jedermann’s Sache sein kann, vielen sind vermutlich die Einzelepisoden generell lieber. Ist natürlich legitim. 😉

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